Ich habe heute eine sehr interessante Äußerung von Ferdinand von Schirach gehört, die mich ins Nachdenken bringt:
Der Tod geht uns nichts an. Solange wir da sind, ist der Tod nicht da. Und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr da. es ist nun einfach mal so, dass, wenn wir tot sind, unsere Persönlichkeit nicht mehr da ist. Was auch immer dann mit ihr passiert … ob sie noch weiter existiert, ob sie nicht mehr existiert … kein Mensch kann das sagen.
(Ferdinand von Schirach)
Ich will das jetzt erst mal einfach so stehen lassen und nachdenken.
Vielleicht hast du einen Gedanken dazu? Dann schreib ihn mir bitte in die Kommentare.
Stellen wir uns eine Landschaft vor, in der alles Überflüssige verschwindet:
Weite. Steine. Sand. Trockenheit. Die Sonne sticht am Tag, nachts wird es bitterkalt. Der Himmel ist groß, der Boden hart. Vierzig Tage – und dabei fasten. Die Schritte werden langsam. Kein Geräusch außer dem eigenen Atem. Keine Ablenkung. Nur das Nötigste zählt: Wasser, Schutz, ein Platz zum Ausruhen, der nächste Schritt. Eine Wüste ist ein Ort, an dem nichts geschönt ist.
Ein Ort, an dem man auf sich selbst zurückgeworfen ist – mit dem, was einen lockt, mit dem, was Angst macht, mit der Frage: Was trägt mich wirklich?
Solche Erfahrungen kennen wir alle, auch ohne echte Wüste. Ich habe noch nie wirklichen Hunger erlebt, weiß also nicht um die existentielle Not um Nahrung und Brot. Aber ich kenne Situationen, in denen ich mit mir selbst konfrontiert war: mit meinen Fragen, meinen Grenzen, meinen Sehnsüchten.
Mit der Frage: Was gibt meinem Leben Halt? Was schenkt mir Kraft? Wer lässt mein Herz leicht werden?
Wir nennen solche Zeiten „Wüstenerfahrungen“. Manche suchen sie bewusst – als Exerzitien. Andere geraten hinein: durch Krankheit, Überforderung, Einsamkeit, einen Bruch im Leben.
In der gestrigen Sendung „Kölner Treff“ (20.02.2026) war auch Kevin Kühnert zu Gast. Nachdem er aus der Politik herausgegangen ist, hat er sich zwei Monate Auszeit genommen, um die Alpen zu durchqueren – allein. Während dieser Zeit war er ganz auf sich zurück geworfen. Es lohnt sich, seine Ausführungen ab Minute 58:10 zu verfolgen.
Das Evangelium erzählt heute von Jesu Wüstenerfahrung. Und es zeigt drei Versuchungen, die auch uns betreffen – damals wie heute.
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Die Versuchung rund um das Existenzielle „Mach aus diesen Steinen Brot.“
Es geht um Grundbedürfnisse: Sicherheit, Versorgung, Halt. Die Versuchung lautet: „Sorge zuerst für dich – koste es, was es wolle.“
Heute begegnet uns das so: – Wenn die Angst, zu kurz zu kommen, uns antreibt: Wir sichern ab, kontrollieren, horten – nicht aus Vernunft, sondern aus innerer Unruhe.
– Wenn wir aus Erschöpfung zu vermeintlich schnellen Lösungen greifen: zu viel Alkohol, um runterzukommen; zu viel Ablenkung, um nicht spüren zu müssen, wie es uns wirklich geht.
– Wenn wir meinen, wir müssten alles allein schaffen, weil wir sonst „nicht genügen“.
Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot.“ Er sagt nicht: Brot ist unwichtig. Er sagt: Es ist nicht alles.
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2. Geistlich‑religiöse Versuchungen „Stürz dich hinab – Gott wird dich schon auffangen.“
Das ist die Versuchung, Gott für die eigenen Zwecke einzuspannen. Die Versuchung, Glauben zu benutzen statt zu leben.
Heute zeigt sie sich so:
– Wenn wir meinen, wir hätten Gott „auf unserer Seite“ – und andere damit klein machen. – Wenn wir fromme Worte benutzen, um uns selbst zu erhöhen oder Konflikten auszuweichen. – Wenn wir Gott testen wollen: „Wenn du wirklich da bist, dann…“
Jesus antwortet: „Du sollst Gott nicht auf die Probe stellen.“ Glaube ist Beziehung, nicht Manipulation.
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3. Die Versuchung von Macht, Einfluss und Geltung „All das will ich dir geben…“
Diese Versuchung kommt oft leise daher. Sie sagt: „Du kannst groß rauskommen – du musst nur ein bisschen deine Werte beugen.“
Heute begegnet sie uns so:
– Wenn wir uns wichtiger machen, als wir sind: indem wir übertreiben, um Eindruck zu machen, oder so tun, als hätten wir alles im Griff.
– Wenn wir andere übergehen, um selbst zu glänzen: etwa wenn wir im Team die Idee eines anderen als unsere eigene verkaufen.
– Wenn wir uns von Anerkennung oder Karriere treiben lassen: wenn wir Entscheidungen nicht nach dem treffen, was richtig ist, sondern nach dem, was uns beliebt macht.
– Wenn wir uns anpassen, um dazuzugehören – obwohl es uns innerlich gegen den Strich geht: wenn wir schweigen, obwohl wir spüren: „Das ist nicht in Ordnung.“
Jesus sagt: „Nur Gott sollst du anbeten.“ Treue zu Gott und zu sich selbst – das ist das Ziel.
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Was wir von Jesus lernen können
Auffällig ist: Jesus antwortet aus seinem Glauben heraus. Er lässt sich nicht treiben, nicht locken, nicht einschüchtern. Sein Glaube gibt ihm Klarheit und Standfestigkeit. Er hilft ihm, Versuchungen zu durchschauen und ihnen die Macht zu nehmen. Am Ende steht der Versucher sprachlos da.
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Was heißt das für uns?
Fastenzeit heißt nicht: „Werde perfekt.“ Fastenzeit heißt: „Schau ehrlich hin.“ Schau hin auf das, was dich lockt, was dich schwächt, was dich antreibt. Schau hin auf das, was dir wirklich wichtig ist. Schau hin auf das, was dich trägt.
Vielleicht ist die Fastenzeit eine Einladung, die eigene „innere Wüste“ nicht zu fürchten, sondern als Chance zu sehen: als Ort der Klärung, als Ort der Wahrheit, als Ort, an dem Gott uns neu begegnen kann.
Denn Jesus zeigt:
Man kann Versuchungen bestehen. Nicht, weil man stark ist, sondern weil man sich halten lässt und sich gehalten weiß.
HEUTE Priester sein …
Symbolbild: erstellt mit KI ‚copilot‘
Realitäten wahrnehmen – Konsequenzen tragen
Heute Priester zu sein, bedeutet, in einer Wirklichkeit zu stehen, die sich tiefgreifend verändert hat. Viele Bilder, Erwartungen und Vorstellungen stammen aus einer Zeit, in der Kirche anders funktionierte, in der mehr Menschen, mehr Ressourcen, mehr Verfügbarkeit selbstverständlich waren.
Doch diese Zeit ist vorbei. Die Welt hat sich gewandelt, Kirche hat sich gewandelt, und der priesterliche Dienst steht mitten in diesem Wandel. Die Zahl der Priester sinkt, Aufgaben wachsen, und die Grenzen des Machbaren werden enger – nicht aus mangelndem Willen, sondern aus schlichter Realität.
Trotzdem halten viele an Bildern, Vorstellungen und Erwartungen fest, die längst nicht mehr tragen.
Theoretisch wird anerkannt, dass sich vieles verändert hat. Doch sobald es konkret wird, sobald es das eigene Leben berührt, scheint diese Einsicht zu verblassen.
Dann zählen oft nur noch die eigenen Erwartungen, die eigenen Vorstellungen, die eigenen Maßstäbe.
Dabei wird selten gefragt, ob diese Erwartungen realistisch sind, ob sie den heutigen Möglichkeiten entsprechen, ob sie einem Menschen gerecht werden können, der seinen Dienst treu und ehrlich tut, aber nicht allgegenwärtig sein kann.
Denn Priester sind Menschen. Mit Grenzen, mit Bedürfnissen, mit Zeiten des Rückzugs, mit Momenten der Erschöpfung. Sie sind keine Maschinen, keine Dienstleistungsautomaten, keine Wesen, die rund um die Uhr verfügbar sein können.
Selbst Jesus war nicht immer erreichbar. Er zog sich zurück, er wählte aus, er heilte nicht alle, er war nicht überall. Wenn ER als Mensch Grenzen hatte, wie viel mehr gilt das für jene, die in seinem Namen handeln.
Darum braucht es heute mehr als nostalgische Bilder und alte Erwartungen.
Es braucht die Bereitschaft, Realitäten wahrzunehmen und anzunehmen.
Es braucht die Einsicht, dass Begrenzungen kein Zeichen von Schwäche sind, sondern Ausdruck von Menschlichkeit.
Und vielleicht auch die Offenheit, dass die Begrenztheit eines Priesters nicht gegen mich gerichtet ist, sondern Teil einer gemeinsamen Wirklichkeit, die uns alle betrifft – heute und in Zukunft.
Österl. Bußzeit und Ramadan
erstellt mit KI (copilot)
Christliche Fastenzeit und Ramadan
Es gibt Jahre, in denen der Kalender uns kleine Geschenke macht. Dieses Jahr gehört dazu: Christinnen und Christen beginnen heute mit dem Aschermittwoch ihre Fastenzeit – und gleichzeitig treten Musliminnen und Muslime in den heiligen Monat Ramadan ein. Zwei Traditionen, zwei Wege, zwei Rhythmen. Und doch: ein gemeinsamer Herzschlag.
Unterschiedliche Formen – ein gemeinsamer Geist
Die christliche Fastenzeit umfasst vierzig Tage, wobei die Sonntage ausgespart bleiben. Sie sind kleine Ostertage, Tage der Freude, an denen das Fasten bewusst unterbrochen wird. Der Ramadan hingegen dauert einen Mondmonat und kennt das tägliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang.
Doch jenseits dieser äußeren Unterschiede verbindet beide Traditionen etwas Tiefes: Fasten ist nie nur Verzicht. Fasten ist ein Weg der Hinwendung – zu Gott, zu den Menschen, zu sich selbst. Werke der Barmherzigkeit, Nächstenliebe, innere Erneuerung: All das gehört untrennbar dazu.
Fasten ohne finsteres Gesicht
Wir Christinnen und Christen haben uns manchmal schwergetan mit dieser Freude. Zu oft stand das äußere Fasten im Vordergrund, manchmal mit einem Hauch von moralischem Ernst, der eher belastet als befreit. Dabei sagt Jesus selbst ganz klar, worauf es ankommt:
„Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht … salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht.“
Fasten soll nicht zur Selbstdarstellung werden. Es soll nicht beschweren, sondern befreien. Es soll uns nicht enger machen, sondern weiter.
Benedikt: Fasten in der Freude des Heiligen Geistes
Der heilige Benedikt hat das wunderbar auf den Punkt gebracht. In seiner Regel lädt er dazu ein, in der Fastenzeit „in aller Lauterkeit auf unser Leben zu achten“ und Gott „in der Freude des Heiligen Geistes“ etwas darzubringen. Nicht die Strenge steht im Mittelpunkt, sondern die geistliche Sehnsucht. Nicht der Verzicht, sondern die Beziehung. Nicht die Askese, sondern die Freude.
Beten, Lesen der Schrift, innere Sammlung – all das bekommt Vorrang vor dem rein körperlichen Fasten. Und genau darin liegt die Schönheit dieser Zeit.
Wenn die Natur aufblüht – und wir mit ihr
Die Fastenzeit fällt in jene Wochen, in denen die Natur langsam wieder erwacht. Knospen brechen auf, Licht kehrt zurück, Farben melden sich zurück. Warum nicht dieses äußere Aufblühen als Bild für unser Inneres nehmen?
Fasten kann ein Raum sein, in dem wir neu aufblühen: in unserer Beziehung zu Gott, in unserer Aufmerksamkeit für andere, in unserer Dankbarkeit für das Leben.
Ein gemeinsamer Wunsch
Ich wünsche allen Menschen christlichen und muslimischen Glaubens eine gesegnete Fastenzeit und einen gesegneten Ramadan. Mögen diese Wochen uns näher zu Gott führen – zu dem Gott Abrahams, der uns alle trägt. Mögen sie uns inspirieren zu guten Taten, zu Frieden, zu Verständnis und zu einem liebevollen Umgang mit der ganzen Schöpfung.
Fastenzeit und Ramadan: zwei Wege, die uns einladen, leichter zu werden, freier zu werden, tiefer zu leben. Vielleicht ist das das schönste Geschenk dieser besonderen Zeit.
13.02.2026
Pacing ist leicht – bis es schwer wird
Gestern habe ich mir wieder einmal selbst ein Bein gestellt. Der Tag fing eigentlich gut an: Arbeit im Krankenhaus mit Krankensalbung und zwei Gesprächen, ein bisschen Arbeit für den diesjährigen Ostergruß, die Planung der Bestellung von Osterkerzen – alles in einem Rahmen, der sich gut anfühlte.
Doch dann kam der Moment, in dem ich dachte: Ach, eine kleine Aufgabe geht noch.
Also habe ich mich noch an ein paar organisatorische unverzichtbare private Aufgaben gesetzt, die schon länger darauf warteten, erledigt zu werden. Es dauerte nur etwas über eine Stunde, aber die hat den Ausschlag gegeben.
Das Ergebnis kenne ich inzwischen nur zu gut.
Erst wurde mir schwindelig, dann war der Kopf wie Watte. Ich sage dann immer: „Ich habe Matsche im Kopp!“
Am Ende des Tages ging gar nichts mehr – nicht einmal fernsehen oder Musik hören.
Die Nacht war entsprechend unruhig.
Es ist frustrierend, weil ich eigentlich weiß, wie gut Pacing funktioniert, wenn ich mich konsequent daran halte.
Aber die Versuchung, „nur noch schnell“ etwas wegzuarbeiten, ist manchmal größer als die Vernunft.
Die Quittung kam prompt.
Heute steht deshalb ein Ruhetag an.
Hoffentlich reicht das, damit morgen zwei Gottesdienste möglich sind.
Jetzt heißt es erst einmal: langsam in den Tag kommen, zuhause bleiben, Kräfte sammeln.
Später reicht die Energie vielleicht für ein Telefonat – mehr aber auch nicht.
Long Covid bleibt ein strenger Lehrmeister. Und ich lerne immer noch.
Wenn Menschen – direkt oder indirekt – Leid erfahren, dann schreien sie diese Frage manchmal förmlich heraus: Warum?!
Diese Frage enthält eigentlich zwei Fragen: Erstens: Woher kommt das Leid? Und zweitens: Welchen Sinn hat das Leid?
Die zweite Frage ist wohl die schwierigere. Sie ist so komplex, dass sie den Rahmen einer Predigt sprengen würde.
Darum wage ich mich heute nur vorsichtig an die erste Frage heran: nach dem Ursprung des Leids. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Gedankenanstößen.
Solche Gedanken können helfen, eigenes Leid besser einzuordnen, es vielleicht eher anzunehmen – oder zumindest zu erkennen, was wir dem Leid entgegensetzen können.
Ein erster Grund des Leidens liegt in unserer Geschöpflichkeit, also darin, dass wir vergänglich sind. Alles, was geschaffen ist, ist dem Werden und Vergehen unterworfen. Das können wir überall beobachten. Leben ohne Leid gibt es nicht.
Schon am Anfang des Lebens steht Schmerz: bei der Geburt. Neues Leben entsteht – ganz natürlich – nicht ohne Schmerzen.
Und auch jetzt, wo der Frühling langsam vor der Tür steht, sehen wir es wieder: Was im Herbst und Winter abgestorben ist, beginnt neu zu wachsen. Ohne Sterben kein neues Leben.
Doch genau in dieser Vergänglichkeit liegt auch ein Grund des Leidens der ganzen Schöpfung. Darum sehnt sich unser Glaube nach Vollendung: nach einer Wirklichkeit, in der es kein Werden und Vergehen mehr gibt, sondern nur noch die Ewigkeit, dieses große „Jetzt“, in dem das Leid aufgehoben sein wird.
Ein zweiter, ganz entscheidender Grund des Leidens begegnet uns in der heutigen Lesung – und er betrifft etwas, das ganz wesentlich zum Menschsein gehört: die Freiheit.
Menschliche Freiheit gibt es nicht ohne Risiko. Wo Menschen frei handeln können, da besteht immer auch die Möglichkeit von Leid und Not. Überall dort, wo wir menschengemachtes Leid sehen, hat es seinen Ursprung in dieser Freiheit.
Und diese Freiheit ist ein Geschenk Gottes.
Wenn wir also angesichts von Leid, das Menschen verursachen, Gott fragen: „Warum lässt du das zu?“, dann sollten wir bedenken: Wir klagen damit auch über das Geschenk der Freiheit selbst.
Freiheit ist nicht zu haben ohne die Möglichkeit, sie missbräuchlich zu nutzen.
Darum kann es hilfreich sein, bei erfahrenem Leid zuerst zu fragen: • Welchen Anteil hat der Mensch daran? • Und hätte es eine Möglichkeit gegeben, anders zu handeln?
Wo das der Fall ist, stehen wir vor dem Problem – oder besser: vor dem Wagnis – der Freiheit.
Der Preis der Freiheit ist hoch. Sie ist nicht zum Nulltarif zu haben. Das zu erkennen, kann uns auch wachsam machen, wenn Freiheit bedroht oder eingeschränkt wird – sei es offen oder schleichend.
Freiheit hat das Potential, zerstörerisch zu sein. Sie kann Ursache von Leid und Tod werden. Aber sie schenkt uns zugleich die Möglichkeit, für das Gute einzustehen.
Sie gibt dem Guten überhaupt erst eine Chance.
Darum ist die menschliche Freiheit für den einen Fluch, für den anderen Segen. In jedem Fall aber eröffnet sie uns allen die Möglichkeit, immer wieder neu nach dem Guten zu streben und der Liebe zum Durchbruch zu verhelfen.
Das bringt die heutige Lesung sehr ermutigend auf den Punkt:
„Wenn du willst, wirst du die Gebote bewahren. Er hat dir Feuer und Wasser vorgelegt – wonach du greifst, das wird dir gehören. Vor den Menschen liegen Leben und Tod. (…) Keinem befahl Gott, gottlos zu sein, und keinem erlaubte er zu sündigen.“
Auch das gehört zur Erzählung von der Erbsünde: Erst durch die Freiheit des Menschen war es möglich, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen. Mit dieser Erkenntnis erhielt der Mensch die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden – und damit auch das Werkzeug für Leid und Not oder für Heil und Segen in die Hand.
Die Frage bleibt also offen – und sie richtet sich an uns selbst:
Wonach wollen wir in unserem Leben greifen, damit Leid und Not in dieser Welt zumindest weniger werden?