Reparieren und funktionieren?! – Nein, danke!

Seit nun über zwei Monaten bin ich dienstunfähig.
Ich sehne mich danach, wieder zu arbeiten und meinen Dienst zu übernehmen.
Ich sehne mich danach, wieder für andere da sein zu können.
Doch noch scheint es nicht so weit zu sein.
Die Auszeit, die mir die Erkrankung gibt, lässt mich ahnen:
Es geht nicht nur darum, dass ich wieder ‚repariert‘ werde und dann wieder ‚funktioniere‘ wie vorher.
Intuitiv spüre ich: wenn diese Phase der Krankheit nicht auch Folgen und Veränderungen für mich bringt, dann ist ihre Chance für mich vertan.

Die Krankheit wirft mich zurück auf Fragen, die mein Leben berühren:
- Was erwarte ich (noch und) in Zukunft von meinem Leben?
- Will die Krankheit mich in eine tiefere Dimension meines Lebens und meiner Spiritualität führen?
- Worauf macht sie mich aufmerksam?
- Führt sie mich in Bereiche, in die ich ohne sie nicht hätte gehen wollen?
- Stellt sie mir nicht auch eine gewisse Unausweichlichkeit vor Augen?

Ich kann nicht nur einfach in das ‚alte‘ Leben zurück.
Die Krankheit weist mich auf einen nötigen und notwendigen Wandel in meinem Leben hin.
Vielleicht kein ‚Zufall‘, dass sie mich in meinem 57. Lebensjahr erreicht.