Wieder Männer
Wieder und wieder
stehen sie da,
mächtige
Männer,
die mit ihren Fingern
an Landkarten zerren,
Grenzen verschieben
wie Spielsteine,
als ginge es
um nichts weiter
als ein Brettspiel
an einem verregneten Nachmittag.
Wieder und wieder
sind es diese
mächtigen Männer,
die Kriege anzetteln,
als wären sie Funken,
die man leichtfertig
in trockenes Gras wirft.
Doch brennen
tun andere.
Nicht sie.
Nie sie!
Es sind die Unschuldigen,
deren Blut
in den Straßen versickert,
deren Namen
in Listen verschwinden,
deren Kinder
nachts aufschrecken
und niemanden mehr haben,
der sie hält.
Es sind die Alten,
die nicht mehr fliehen können,
die Mütter,
die ihre Söhne begraben,
die Väter,
die verstummen,
weil Worte
nicht mehr reichen
für das,
was ihnen genommen wurde.
Wieder und wieder
sind es
mächtige Männer,
die Kriege anzetteln
und sich selbst
vor jedem Funken
in Sicherheit bringen.
Sie sitzen
wohlbehütet
in Palästen,
in Bunkern,
in Konferenzräumen
mit schweren Türen,
spielen Golf
auf grünen Wiesen,
während anderswo
die Erde
von Bomben
aufgerissen wird.
Sie schicken andere
an die Front,
andere
in den Tod,
andere
in das namenlose Leid,
das sie selbst
nicht einmal
anzusehen wagen.

Wieder und wieder
sind es
f e i g e
Männer,
die Stärke predigen
und Schwäche säen,
die Ehre beschwören
und Schande bringen,
die von Vaterland reden
und doch
die Kinder des Landes
opfern.
Und wir stehen da,
fassungslos,
ohnmächtig,
fragend,
warum die Welt
immer wieder
unter den gleichen
Schritten zerbricht.



