Dänische Passionsgruppe

Bei meinem letzten Dänemark-Urlaub im März diesen Jahres entdeckte ich im Dom zu Haderslev diese Bronze-Skulptur.

https://api.modernekirkekunst.dk//public/images/artworks/Haderslev%20Stift_Haderslev%20Domkirke%20(Vor%20Frue%20Kirke)%20(1250)_Mogens%20B%C3%B8ggild,1985_skulptur_Benny%20Grey%20Schuster_ID971.jpg?2018-12-19%2013:46:11

Weitere Detailansichten dieser Skulptur finden sich hier: Korsbæringen | Moderne kirkekunst

Aus urheberschutzrechtlichen Gründen darf ich nur auf ein bestehende Bild im Internet verweisen.
Sehr gerne hätte ich diese Skulptur hier in ihren Details besprochen.
Ich kann aber schon so viel dazu schreiben:

Für mich vereint diese Passionsgruppe „Kreuztragen“ von Mogens Bøggild, mehrere Szenen der Passion Christi in einer einzigen Skulptur. Das finde ich das Interessante daran.
Ich sehe:

  • Jesus fällt unter dem Kreuz
  • Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen und
  • Jesus begegnet den weinenden Frauen.

Das finde ich das Bemerkenswerte an dieser Skulptur.
Ihre Details, die Gesichtsausdrücke, die Körperhaltungen Jesu, des Simon von Cyrene aber auch den weinenden Frauen sprechen für sich und lassen den Betrachter in das Leid, das Mitleiden und auch das Mittragen von Leid nah an sich heran.

Diese Skulptur verbindet und macht sichtbar diese drei Dimensionen des Leids, wenn es nicht unbeobachtet bleibt.
Es ist insofern ein zutiefst menschlich-solidarisches Bild, das durch die wehrende Haltung des Soldaten auf dem Pferd jäh gestört wird und die Brutalität dieser Szenen wieder ins Bewusstsein des/der BetrachterIn bringt.




Krieg und Sensationalismus

Was wir in diesen Tagen erleben, irritiert mich sehr.
Da findet eine kriegerische Auseinandersetzung im Iran statt und die Medien stürzen sich bis ins Detail auf die Berichterstattung über diesen Krisenherd.
So, als gäbe es den vierjährigen Ukraine-Krieg nicht mehr.
Für Putin ein gefundenes Fressen, denn nun kann er weiter gegen die Ukraine wüten und sich schon fast sicher sein, dass ‚alle Augen der Welt‘ auf den Konflikt im Iran gerichtet ist.

Das finde ich sehr befremdlich, denn das Leid, die Not, der russische Terror und der Krieg in der Ukraine geht unvermindert weiter.
Wir werden sehen, wie sehr Putin und sein mörderisches Regime diese Zeit für sich genutzt hat, um auf diese ‚Gunst der Stunde‘, den abgewandten Augen vom Kriegstreiben in der Ukraine für seine mörderischen Umtriebe weiter zu nutzen.




13.02.2026

Pacing ist leicht – bis es schwer wird

Gestern habe ich mir wieder einmal selbst ein Bein gestellt.
Der Tag fing eigentlich gut an: Arbeit im Krankenhaus mit Krankensalbung und zwei Gesprächen,
ein bisschen Arbeit für den diesjährigen Ostergruß, die Planung der Bestellung von Osterkerzen – alles in einem Rahmen, der sich gut anfühlte.

Doch dann kam der Moment, in dem ich dachte: Ach, eine kleine Aufgabe geht noch.

Also habe ich mich noch an ein paar organisatorische unverzichtbare private Aufgaben gesetzt, die schon länger darauf warteten, erledigt zu werden. Es dauerte nur etwas über eine Stunde, aber die hat den Ausschlag gegeben.

Das Ergebnis kenne ich inzwischen nur zu gut.

Erst wurde mir schwindelig, dann war der Kopf wie Watte. Ich sage dann immer: „Ich habe Matsche im Kopp!“

Am Ende des Tages ging gar nichts mehr – nicht einmal fernsehen oder Musik hören.

Die Nacht war entsprechend unruhig.

Es ist frustrierend, weil ich eigentlich weiß, wie gut Pacing funktioniert, wenn ich mich konsequent daran halte.

Aber die Versuchung, „nur noch schnell“ etwas wegzuarbeiten, ist manchmal größer als die Vernunft.

Die Quittung kam prompt.

Heute steht deshalb ein Ruhetag an.

Hoffentlich reicht das, damit morgen zwei Gottesdienste möglich sind.

Jetzt heißt es erst einmal: langsam in den Tag kommen, zuhause bleiben, Kräfte sammeln.

Später reicht die Energie vielleicht für ein Telefonat – mehr aber auch nicht.

Long Covid bleibt ein strenger Lehrmeister. Und ich lerne immer noch.




atem.los.singen

Ich habe heute über eine Mitsänger in unserem Junger Chor Beckhausen ein Video geteilt bekommen, das mir echt unter die Haut geht.
Ich verlinke es hier mal:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Ja, wir nehmen gerade dieses Lied in einer geänderten Fassung in unser Repertoire auf.
Aber das ist es nicht, was mir nahe geht.

Mir geht es nahe, dass dieser Sänger mich an PatientInnen in unserer Lungenklinik erinnert, die ebenfalls solche Sauerstoffgeräte brauchen.
Ich weiß, wie anstrengend für sie oft das Atmen bzw. die Sauerstoffversorgung ist.

Dieses Lied im Video zeigt mir, dass es auch bei solchen Erkrankungen Lieder gibt, die mit solchen Einschränkungen gesungen werden können!

Ich wünsche allen PatientInnen, die an verschiedensten Lungenerkrankungen leiden und denen oft die Luft bzw. der Sauerstoff zum Atmen fehlt, dass sie dennoch entdecken, wozu sie vielleicht noch fähig sind, und wenn es nur ein gehauchtes Lied ist, das aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht.




25.01.2026: Beistand

Gestern durfte ich erleben, wie eine dritte Person mir zur Seite sprang, als es wieder um meinen Umgang mit Long-Covid ging.

Landläufig gilt ja die Regel, dass man Leistungsfähigkeit antrainieren kann, und zwar durch regelmäßige Belastung, die man bewusst allmählich steigert.
Das ist bei gesunden Menschen so.

Nur:
Mein Problem ist, dass die meisten Menschen meinen, ich könnte mir mit meinem Long-Covid bessere Leistungsfähigkeit antrainieren. Das funktioniert bei Long-Covid mit dem Erschöpfungssyndrom aber nicht.
Ich kann nur hoffen, dass ich, wenn ich bis zu meinen Grenzen gehe und sie nicht permanent überschreite, allmählich so gesunden kann, dass ich peu a peu wieder mehr leisten kann.

‚Pacing‘, um das es hier geht, bedeutet: nicht zu wenig zu tun, aber auch nicht zu viel!
Und ich muss – wirklich – jeden neuen Tag in mich hineinspüren und abzuschätzen versuchen, welche Ressourcen ich jeweils am Tagesanfang zur Verfügung habe.
Diese Ressourcen muss ich mit meinen dienstlichen und privaten Verpflichtungen abgleichen und dann daraufhin meinen Tag gestalten.
Habe ich einen Fehlgriff getan und mich falsch eingeschätzt folgt die Reaktion meines Körpers auf dem Fuße und erleide einen ‚crash‘.
Erst über Wochen und Monate bekam ich ein besseres Gespür für die richtige Einschätzung.

Es ist gut, dass das Wissen um Long-Covid und Pacing auch bei nicht betroffenen Menschen mehr und mehr zunimmt.

Und wer sich dafür interessiert, aber sich damit noch nicht so auskennt, der/dem empfehle ich sehr dieses leicht lesbare und verständliche Buch von Maria A. Sinning: Peer’s Körperfabrik!




16.01.2026

Laudes gebetet
Gottesdienst final beendet und ausgedruckt
Einige dienstliche Emails und Anfragen beantwortet
Etwas in der Küche ‚klar Schiff gemacht‘
Spülmaschine angestellt
runter in den Keller: Wäschetrockner angestellt
neue Ladung in die Waschmaschine
etwas ausgeruht
dann weiter in der Küche etwas gemacht
wieder geruht
aber weiter hoch motiviert
ab in den Keller: Wäsche erledigen.
wieder hoch
und

k a p u t t!

Es ist 14.30 Uhr und mein Tagespensum habe ich schon erreicht.

Das frustriert, weil ich noch wollte

Wollen, aber nicht können!
Long-Covid