Wut! – Es gibt eine irrationale Wut und eine rationale Wut.
Das Ding der AfD ist die irrationale Wut, die keiner sachlichen und vernünftigen Prüfung standhält. Und es gibt die Wut, von der Boris Pistorius gesprochen hat: die Wut darüber, dass die Demokratie bedroht wird: die Wut ist rational!
Wir DemokratInnen dürfen auch wütend sein! Denn Demokratie ist nicht nur eine Sache des Verstandes und rein akademisch. Demokratie hat etwas ganz konkret damit zu tun, wie wir leben wollen und können. Demokratie hat etwas mit unserem konkreten Dasein zu tun. Und wer mein Dasein, meine Freiheit gefährdet, der gefährdet mein Leben. Und darauf darf und muss ich auch emotional reagieren können. Die Wut ist eine Emotion, die wir als DemokratInnen wieder mehr für uns nutzbar machen müssen.
Die Menschen damals, die sich zum Hambacher Fest versammelt hatten, sind auch insbesondere ihren Gefühlen und ihrem rationalen Verstand gefolgt – und haben dadurch etwas bewegt.
Wir dürfen und müssen der irrationalen Wut von AfD und Co. unsere rationale Wut für unsere Freiheit und Demokratie als Gegengewicht deutlich mit ins Spiel bringen. Wenn mehr als Boris Pistorius das unter den demokratischen PolitikerInnen von Union, Linke, SPD, Grüne, FDP verstehen und umsetzen würden, dann sehe ich eine gute Chance, unsere wertvolle Nachkriegsdemokratie zu stärken und zu schützen.
Manchmal passen zwei Evangelien wie zwei Teile einer Geschichte. Letzten Sonntag ging es darum, wie man jemanden, der sich verrannt hat, wieder auf einen guten Weg begleiten kann. Ein sensibles Thema – denn im Alltag spüren wir sofort diese innere Bremse: „Wer bin ich, dass ich andere zurechtweisen darf?“ Eine gesunde, selbstkritische Frage. Sie schützt vor Überheblichkeit.
Aber sie wirft auch eine andere Frage auf: Dürfen wir überhaupt noch etwas ansprechen, wenn uns etwas auffällt?
Ein alter Gedanke, der heute überraschend aktuell ist
Im Evangelium dieses Sonntags taucht ein anderes Thema auf: Vergebung.
Und plötzlich wird klar, wie eng beides zusammenhängt. Schon in der Antike gab es die Haltung: Nur wer selbst bereit ist zu vergeben und nicht nachtragend ist, darf Kritik üben. Die Stoiker sagten:
Wer einen anderen tadelt, muss sich selbst als fehlbar begreifen – und bereit sein, später zu vergeben. Selbst Herrscher sollten sich daran messen lassen.
Das ist erstaunlich modern. Denn es bedeutet: Kritik ohne Vergebungsbereitschaft ist keine Hilfe, sondern ein Schlag.
Vergebung ohne Limit – und die ehrliche Überforderung dahinter
Jesus spricht von einer Vergebung „ohne Grenze“. Nicht als mathematische Formel, sondern als Haltung. Und wir hören innerlich Petrus seufzen – und vielleicht uns selbst: „Das schaffe ich nie.“
Denn Vergebung ist selten ein klarer Schnitt. Oft ist sie ein Prozess.
Der Dichter Arno Holz (1863 – 1929) hat das in seinem Gedicht ‚Vergeben? … Ich? …dir? …‘so beschrieben: Man vergibt – manchmal ohne es bewusst zu merken. Die Last fällt ab. Und dann, mitten im hellsten Alltag, taucht plötzlich eine Erinnerung auf. Ein alter Schmerz sitzt da wie eine „Kröte“ am Wegesrand. Und die Traurigkeit kehrt zurück.
Viele kennen das. Wir haben vergeben. Und trotzdem meldet sich die Wunde wieder.
Das ist kein Scheitern. Das ist menschlich. Wenn Vergebung zur Liebe wird – und Liebe zur Treue
Vergebung bleibt nur lebendig, wenn sie mit Liebe verbunden ist – mit echter Nächstenliebe, die nicht romantisiert, sondern trägt.
Ein Beispiel, das mich immer wieder bewegt, ist Janusz Korczak. Er blieb im Warschauer Ghetto bei seinen Waisenkindern, obwohl man ihm Flucht anbot. Er wirkte beruhigend auf ‚seine Kinder‘ und ging mit ihnen den letzten Weg bis in die Gaskammer des KZ Treblinka. Seine Haltung zeigt: Liebe ohne Verzeihen gibt es nicht. Und Verzeihen ist etwas, das man immer wieder einüben muss … und vielleicht kommt man ja bis zu seinem letzten Atemzug an kein Ende ….!
Menschen wie Korczak, die Unvorstellbares erlebt haben und dennoch vergeben wollen, machen Vergebung glaubwürdig. Sie zeigen: Vergebung ist ein Weg. Kein Sprint. Kein einmaliger Akt. Ein Weg, den man immer wieder beginnt.
Kennen Sie diese Zeilen noch? Dieses Lied, das so mutig von einer Haltung spricht, die Menschen mit Wärme betrachtet?
Mir kommt dieses Lied oft in den Sinn, wenn ich mich frage, wie manche Menschen so sensibel über andere sprechen oder singen können, die sie gar nicht kennen. Sie müssen doch eine zutiefst liebevolle Grundhaltung haben, denke ich dann. Menschen, die mit sich und der Welt im Einklang sind.
Und unweigerlich frage ich mich: „Und? Wie sieht es bei dir aus?“ Könnte ich solche Worte benutzen wie Herman van Veen?
Wie sähe unsere Welt aus, wenn wir – oder wenigstens viele von uns – mit einer solchen Grundhaltung aufeinander zugingen? Vielleicht würden wir andere Worte wählen, aber es geht um die innere Bewegung: ob wir es „zärtliches Gefühl“ nennen oder „jedermann herzlich zugetan sein“. Christlich gesprochen: Nächstenliebe.
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Doch es ist schwer, jedem Menschen so zu begegnen. Wir sind „verbranntes Kind“, haben Verletzungen erlebt oder Angstbilder übernommen, die sich tief festgesetzt haben.
Ein kleines Beispiel: Mit welcher Haltung gehen wir an Menschen vorbei, die bettelnd am Straßenrand sitzen? Spüren wir zuerst die mögliche Not? Oder denken wir zuerst an Bandenkriminalität und Ausbeutung?
Ich gestehe: Je nach Tagesform denke ich manchmal zuerst Letzteres. Und es tut mir leid, weil ich den Menschen übersehe und nur ein System sehe. Vielleicht meldet sich dann das Gewissen, weil wir – bewusst oder unbewusst – die Worte des Paulus kennen: „Niemandem bleibt etwas schuldig, außer der gegenseitigen Liebe.“
Eigentlich ist es ein Glück, wenn sich das Gewissen meldet. Und wir finden viele Situationen, in denen wir im zweiten Atemzug erschrecken, dass wir kein gutes Wort oder keinen guten Gedanken für jemanden hatten.
Ich kann es niemandem unterstellen, aber ich gestehe: Bei manchen Menschen kommen mir sofort schlechte Gedanken – im nahen Umfeld wie auch bei fernen Despoten und Kriegstreibern.
Vielleicht deshalb greift Paulus die Worte Jesu auf:
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Wir wissen: Manche „Nächsten“ machen es uns nicht leicht. Doch die Lösung beginnt immer bei mir selbst. Wenn ich mich nicht liebe, wie soll ich andere lieben?
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Das Leben ist unsere Lehrmeisterin, vor allem dort, wo wir echte, bedingungslose Zuneigung erfahren haben. Unser größter Lehrer ist Jesus Christus. Er war fest in Gott verwurzelt und hat sich selbst als geliebtes Kind angenommen gespürt – daraus erwuchs seine Fähigkeit, andere zu lieben, auch uns, die so viel später leben.
Verstehen wir diese Aufforderung nicht als Mahnung, sondern als liebevolle Erinnerung: Jesus und Paulus wussten, wie schwer dieses Gebot ist.
Ich persönlich möchte mich jedenfalls von der Bosheit der Welt nicht abbringen lassen, die Nächstenliebe zu suchen und zu leben – auch wenn es immer wieder schwer fällt.
Ich bin sicher:
Wir werden erleben, wie das Leben in uns und um uns herum wärmer wird – vielleicht nicht dauerhaft, aber immer wieder. Und wir wissen:
Unsere Liebe wird nie ausreichen, um die Welt insgesamt zu verwandeln.
Aber sie reicht, um einen Blick zu erhellen, einer Begegnung Herzlichkeit einzuhauchen, ein Stück Glück und Liebe zu teilen.
Weisheit und Erkenntnis Gottes
Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis A – 2026
Beim letzten Gottesdienst haben wir Maria-Himmelfahrt gefeiert. Im Zentrum stand ihr ‚Magnifikat‘ – ‚Meine Seele preist die Größe des Herrn‘. Wie radikal sind da ihre Worte gewesen: „Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten. Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen…“
Stellen Sie sich heute mal vor die Paläste und Machtzentren unserer Welt und halten Sie diese Worte in heutiger Sprache z.B. auf Demonstrationsplakaten hoch:
„Zerstreut den Hochmut – stärkt die Erniedrigten!“
„Stürzt ungerechte Macht von Thron – erhebt die Niedrigen hoch!“
„Gebt den Hungernden das Nötige – stoppt den Überfluss für Wenige!“
Was meinen Sie, was wohl z.B. in den USA oder in Russland passieren würde?! Nicht lange, und Sie würden von sogenannten ‚Sicherheitskräften‘ eingekesselt sein, auf deren Rücken die Aufschriftenen wie ‚ICE‘ „Immigration and Customs Enforcement (Einwanderungs- und Zollbehörde der Vereinigten Staaten)“ oder in Russland „ОМОН“ (schwer bewaffnete Sondereinheit der russischen Polizei) stehen würde. Mit äußerster radikaler Gewalt würde man Sie verfolgen.
So etwas haben wir letzte Woche im Magnifikat des Evangelium gehört!
Doch angesichts der Realitäten in der Welt könnte man schlichtweg verzweifeln! Da ist wenig von dem sichtbar, was im Magnifikat besungen wird.
Wo greift denn Gott wirklich ein und zerstört diese Ungerechtigkeiten?! Es passiert ja offenbar nichts und die Reichen und Mächtigen können weiterhin walten und schalten, wie ihnen beliebt, sie können weiterhin wüten und töten!
Ich spüre – je älter ich werde – eine deutliche Diskrepanz. Einerseits spüre ich, wie radikal und umstürzlerisch das Magnifikat in Wahrheit ist und zugleich, wie wenig davon heute in der Welt sichtbar wird.
Es ist manchmal zum Verzweifeln mit diesem Gott! Kein Wunder, warum Menschen auch immer wieder fragen: „Wo ist denn dieser mächtige Gott?“ – „Warum tut er nichts?!“
Vielleicht erinnern Sie sich: Ich habe Ihnen schon einmal den Spruch von Karl Rahner zu meiner Priesterweihe mitgebracht. Er lautet:
„Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes aushalten – ein Leben lang!“
Genau dieser Spruch kommt mir bei der heutigen Lesung wieder in den Sinn. Dort hören wir:
„Wie unerschöpflich ist Gottes Reichtum, seine Weisheit und sein Wissen! Niemand kann seine Entscheidungen völlig begreifen oder seine Wege vorhersehen. Wer kennt schon die Gedanken des Herrn?“
Für mich macht Paulus hier eines ganz deutlich: Er akzeptiert, dass wir Gott mit unserem menschlichen Verstand einfach nicht erfassen können.
„O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“
Es klingt vielleicht ein bisschen paradox, aber: Wer wirklich anfängt, Gott zu verstehen, merkt erst recht, wie geheimnisvoll er eigentlich ist. Wahre Weisheit bedeutet also zuzugeben, dass Gott nicht in unsere Schubladen passt. Er „tickt“ einfach nicht immer nach unseren Vorstellungen.
Gott zu kennen heißt auch, immer damit rechnen zu müssen, dass er ganz andere Pläne hat, als wir uns das gerade wünschen.
Der Kern unseres Glaubens ist also folgender: Wir verstehen Gottes Gedanken oft nicht. Wir durchschauen seinen Willen nicht. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – vertrauen wir darauf, dass er am Ende alles zum Guten wendet.
Fragen Sie mich bitte nicht, wie das im Alltag immer klappen soll. Ich übe das selbst noch jeden Tag!
Aber schauen wir auf Paulus: Dieser Mann hat unendliche Strapazen und viel Leid ertragen. Am Ende ist er für seinen Glauben sogar gestorben.
Wenn ausgerechnet er uns sagt, dass wir Gott vertrauen sollen, dann bin ich fest überzeugt: Gottes Weisheit stellt unsere menschliche Logik wirklich komplett auf den Kopf.
Alle Bilder: Gerd A. Wittka, 16.8.2026, erstellt mittels KI
Glaube – Würde oder Bürde?
Kurzpredigt zum 17. Sonntag im Jahreskreis – A – 2026 Lesungstext: Römerbrief 8,28-30
Der deutsch-italienische Theologe Romano Guardini war ein wichtiger Vordenker der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er hat einmal gesagt, dass er – wenn er vor Gott stehen werde – ihn etwas fragen möchte. Nämlich, warum er selbst die Gnade des Glaubens bekommen habe, aber manche seiner Freunde nicht? Diese Frage klingt auch im heutigen Römerbrief an. Warum glauben manche – und andere nicht.
Eine schnelle Antwort gibt es nicht. Aber Paulus deutet etwas an, das uns weiterhelfen kann.
Er sagt: Gott hat Menschen berufen, „damit sie an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilhaben“. Das heißt: Glaube ist nicht zuerst ein persönlicher Vorteil und kein spiritueller Besitz.
Glaube ist Teilhabe. Teilnahme. Mitgehen mit Christus. Thomas von Kempen nannte das die Imitatio Christi: ein Leben, das sich an Jesus orientiert – im Denken, Reden, Handeln und Beten.
‚ICH habe keine anderen Hände, als die euren!‘ – Bild: www.pixabay.com
Wenn man das ernst nimmt, wird klar: Glaube ist nicht nur Würde, sondern auch Bürde. Nicht nur Geschenk, sondern auch Aufgabe. Nicht nur Trost, sondern auch Verantwortung.
Vielleicht zeigt sich darin, warum nicht alle Menschen berufen sind, diesen Weg zu gehen. Nicht jeder kann diese Nachfolge tragen, und nicht jeder möchte es. Aber wer glaubt, dem traut Gott zu, ein Stück Christus in die Welt zu bringen.
Jesus benutzt dafür ein ganz einfaches Bild: Sauerteig. Oder Salz. Beides braucht man nur in kleinen Mengen. Ein wenig genügt, damit etwas Größeres entstehen kann.
Vielleicht liegt darin der tiefste Sinn von Berufung: Nicht alle müssen glauben. Aber einige sollen so glauben und leben, dass andere durch sie spüren, wie gut es tut, wenn Liebe und Güte Raum bekommen.
Darum ist es auch irreführend, wenn manche Menschen den Glauben zur reinen Privatangelegenheit erklären wollen. Glaube hat immer eine Wirkung nach außen. Er ist Verantwortung gegenüber der Welt und den Menschen – und deshalb nie nur „privat“.
Und damit sind wir bei einer kleinen Geschichte:
Ein Bäcker in einem kleinen Dorf hatte die Angewohnheit, jeden Morgen ein Stück Sauerteig an seine Nachbarn zu verschenken. „Damit euer Brot gelingt“, sagte er. Manche nahmen es dankbar an, manche winkten ab, manche vergaßen es auf der Fensterbank. Aber in fast jedem Haus gab es irgendwann ein Brot, das ein wenig von diesem Sauerteig in sich trug – und die Menschen sagten: „Es schmeckt anders. Irgendwie wärmer und heimeliger.“
Der Bäcker lächelte nur. Er wusste: Der Sauerteig war nicht für ihn allein. Er war dafür da, dass das Dorf ein wenig mehr nach Heimat schmeckte.
So gesehen ist mein Glaube, unser Glaube etwas Kleines, das Größeres möglich macht. Er ist nicht, was uns in erster Linie zu Ehre gereicht. Sondern: Ein bisschen wie ein Stück Sauerteig, das Gott uns zutraut – und das die Welt ein wenig freundlicher werden lässt.
Der Geist wird euren Leib lebendig machen
Bild: www.pixabay.c0m
Impuls zum 14. Sonntag – Lesejahr A – 2026 in Verbindung mit Röm 8, 9.11-13
Die heutige Lesung aus dem Römerbrief spricht eine große Zusage aus: Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, wohnt in uns. Und dieser Geist schafft Leben – nicht erst am Ende der Zeiten, sondern schon jetzt.
Paulus beschreibt damit eine Hoffnung, die das Herz des christlichen Glaubens bildet: • Gott lässt das Leben nicht im Tod enden. • Er führt es zur Vollendung. • Und er beginnt damit bereits hier, mitten im Alltag.
Diese Hoffnung kann man nicht einfach voraussetzen. Viele Menschen stellen sich – bewusst oder leise – die Frage: Was wäre, wenn es das Ewige Leben nicht gäbe? Was bliebe dann vom Glauben?
Diese Frage ist kein Ausdruck von Unglauben. Sie ist ein ehrlicher Versuch, den Glauben von innen her zu prüfen. Der Theologe Hans Küng hat das einmal so formuliert: „Selbst wenn ich die Wette, dass es Gott gibt, im Tod verlöre, hätte ich für mein Leben nichts verloren.“
Dieser Gedanke zeigt: Der christliche Glaube ist nicht nur eine Hoffnung für das Jenseits. Er ist eine Lebensform, die schon jetzt trägt.
Was schenkt dieser Glaube? Er lehrt die Liebe – zu sich selbst und zum Nächsten. Er erinnert daran, dass jeder Mensch Würde hat, unabhängig von Leistung. Er eröffnet die Möglichkeit des Neubeginns, weil Fehler nicht das letzte Wort haben. Er schafft Frieden durch Vergebung. Er ruft zur Freiheit, die aus der inneren Würde kommt. Und er verbindet uns mit der ganzen Schöpfung und weckt Verantwortung für sie.
All das ist Ausdruck des Geistes Gottes, der in uns wohnt. Dieser Geist macht lebendig – auch in Situationen, die schwer sind, auch in Zeiten der Unsicherheit.
Darum ist die christliche Hoffnung mehr als eine Wette auf das Ewige Leben. Sie ist eine Kraft, die das Leben verwandelt.
Und wer die Frage „Was wäre, wenn…?“ zulässt, kann entdecken: Der Glaube ist sinnvoll. Er trägt. Er macht das Leben menschlicher. Er öffnet Wege, die ohne ihn vielleicht verschlossen blieben.
Paulus sagt: Gottes Geist macht lebendig. Das ist die Zusage, die uns heute geschenkt wird. Sie gilt für das Leben nach dem Tod – und sie gilt für das Leben davor.
Darum halten wir fest: Dieser Glaube ist Hoffnung für die Zukunft und Kraft für die Gegenwart. Er führt in die Freiheit der Kinder Gottes.