Ich bin heute auf einen Song gestoßen, der mich echt bewegt hat. Er bewegt mich, weil das Thema (nicht nur) mich betrifft. Es betrifft so viele Menschen, vor allem jene, die grundweg nicht so akzeptiert werden, wie sie sind
… und sich deshalb nur auf ihre Selbstliebe verlassen können und diese stärken müssen.
Und es ist auch was Wahres dran. Alles hat zwei Seiten: mit einer dünnen Haut erlebt man Vieles viel intensiver.
Eine sprichwörtliche ‚Elefantenhaut‘ macht vieles nur vordergründig leichter. Sie verhindert auch Vieles, besonders die Intensität des Lebens an sich.
Der US-amerikanische Präsident erscheint mir wie eine kleines Kind, das Mist gebaut hat, unheimlich großen Mist gebaut hat, und nun diesen Mist und die massiven negativen Folgen wahrnimmt, sich dann auf den Boden schmeißt Hilfe von den Erwachsenen einfordert und dann noch sauer ist, wenn diese Erwachsenen es sagen, dass es die Konsequenzen tragen und erst mal selber versuchen muss, die Folgen zu beseitigen.
Damit würde in unserem Beispiel das Kind zeigen, dass es lernt, Verantwortung, Eigenverantwortung zu übernehmen!
Ob dieses Kind noch mal erwachsen wird?!
Falsche Frömmigkeit
oder: wenn jemand die Religion für seine Macht missbraucht
Manche erinnern sich an das – für mich verstörende – Bild, wie Donald Trump sich vor der Kamera von über einen Dutzend evangelikaler AmtsträgerInnen ’segnen‘ ließ. Wenige Tage später zieht Trump in den Krieg gegen den Iran, eigenmächtig, ohne sich mit Verbündeten aus EU und NATO zu besprechen, geschweige denn zu beraten. Denn: nein, ein Donald Trump, selbstherrlich und egomanisch wie er nun mal zu sein scheint, hat das ja offenbar nicht nötig.
Weiß er eigentlich, dass er selbst das heutige Bespiel für ein Gleichnis ist, das Jesus – zwar in einem anderen Kontext – gebraucht hat?! Aber es passt sehr gut zu Trump. Es passt sehr gut zu einem Präsidenten der USA, der sich selber als religiös bezeichnet und sich gerne eine religiöse Aura gibt, aber wohl nicht wirklich die Botschaft des Neuen Testaments verinnerlicht oder gar verstanden hat oder vielleicht sogar gar nicht kennt?! Denn hätte er das Neue Testament gekannt oder ernst genommen, dann wäre für ihn die Textstelle aus dem Lukas-Evangelium 14, 28-31 eine Warnung gewesen!
Dort heißt es in den Versen 28 und 29:
„Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? 29 Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten“
Und anschließend bezieht Jesus diesen Vergleich explizit auch auf die Absicht, in einen Krieg ziehen zu wollen.
Jetzt ist genau das geschehen: zwar hinter vorgehaltener Hand, lacht man über Donald Trump, man verspottet ihn und nimmt ihn jetzt erst recht nicht mehr ernst.
Besonders profitiert dabei z.B. Putin über diesen irrsinnigen Krieg Trumps gegen den Iran. Putin kann sich genüsslich zurück lehnen: Die Ukraine und sein völkerrechtwidriger Angriff gegen die Ukraine ist von den Schlagzeilen etwas verdrängt worden. Die Ölpreise steigen und Putin kann noch mehr Geld in seine Kriegskasse scheffeln. Putin muss Trump nur machen lassen, denn Trump unterstützt – gewollt oder ungewollt – offensichtlich das miese Geschäft anderer Kriegstreiber und Verbrecher.
Erst gestern sprach ich mit ganz normalen Menschen, wie du und ich. Sagte eine Frau zu mir: „Als ich von dem Angriff gegen den Iran hörte, schoss es mir gleich durch den Kopf: ‚die Straße von Hormus'“ Ganz normale Menschen wissen um die strategische immens wichtige Bedeutung der Straße von Hormus für den Iran. Sollte der Präsident der USA nicht einmal um dieses strategische Basiswissen verfügen? Wenn ja, dann ist er es nicht wert, Präsident einer solch großen Nation zu sein! Und wenn er es weiß, dann stellt sich doch die Frage, ob nicht ganz andere persönliche Absichten hinter diesem irrwitzigen Tun stecken?
Auch seine vermeintliche ‚Kritik an NATO-Staaten‘:
Ist Trump wirklich so dumm, dass er nicht verstanden hat, was die NATO von ihrem Wesen her ist: Ein VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS ?! Die NATO ist keine Gemeinschaft von Staaten, die Angriffskriege unterstützen!
Sollte Trump wirklich so dumm sein, das nicht zu wissen oder zumindest so dumm sein, das zu ignorieren?! Ist Trump wirklich nicht bewusst, dass sein Angriff auf den Iran völkerrechtlich mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar völkerrechtswidrig ist? Und wenn dieser Angriff völkerrechtswidrig ist, ist dann Trump nicht besser als Putin?
Man kann es drehen und wenden wie man will: der derzeitige Präsident der USA wird wohl in die Geschichte eingehen, als der unfähigste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und seine Unfähigkeit und seine Fehler werden sich noch lange auf die Geschichte der USA, vielleicht auch vieler anderer Regionen der Erde auswirken.
Womit hat die Welt das verdient? Und vor allem:
Warum lässt man diesen Präsidenten weiter gewähren? Wo sind die vernünftigen und anständigen Menschen, auch unter den Republikanern in den USA?!
Ich denke: Alle, die die Macht und den Einfluss haben, sich gegen Trump zu positionieren, es aber nicht tun, sind mitschuldig an dieser gegenwärtigen gefährlichen Situation, die vom Präsidenten der USA noch geschürt wird.
Oster-Aufstand
Ostern 2026 – Friede und verschlossene Türen
Sie ist eine der prägensten Osterereignisse in der Bibel: Der Auferstandene tritt durch verschlossene Türen. Er sucht Menschen auf, die sich verstecken, die fliehen, die resigniert haben. Menschen, deren Hoffnung mit dem Tod Jesu zerbrochen ist wie Glas.
Bild: (c) Gerd Wittka, 31.3.2026, erstellt mit Hilfe von KI
Und mitten hinein in ihre Angst spricht er Worte, die wie ein Wunder klingen: „Friede sei mit euch.“
Nicht als Floskel. Nicht als spirituelle Beruhigungstablette. Sondern als Auftrag, als Zumutung, als Weckruf.
Ostern feiern heißt: Dem Frieden den Vorrang geben. Nicht theoretisch. Nicht symbolisch. Sondern existenziell.
Vielleicht müssten wir es sogar noch schärfer sagen: Ostern feiern geht nur mit einer echten Friedensgesinnung. Denn wer dem Auferstandenen begegnet, begegnet dem, der den Frieden nicht nur zusagt, sondern ihn einfordert. „Suchet den Frieden und jaget ihm nach!“ (Psalm 34,15) So steht es in der Schrift. Nicht: „Wartet, bis er euch in den Schoß fällt.“ Nicht: „Hofft, dass andere ihn herstellen.“ Sondern: Jagt ihm nach. Mit Herz. Mit Verstand. Mit Mut.
Und dann schauen wir auf unsere Welt im Jahr 2026.
Eine Welt, in der Kriege brennen wie offene Wunden. In der Menschen sterben, weil andere ihre Macht sichern wollen. In der Einflusszonen wichtiger sind als Tränen.
Viele Menschen sehen politische Führungsfiguren, die Konflikte anheizen oder verschärfen, die religiöse Bilder nutzen, um sich selbst zu inszenieren. Sie sehen einen russischen Präsidenten, der einen Krieg begonnen hat und sich zugleich in orthodoxen Kirchen zeigen lässt. Sie sehen einen amerikanischen Präsidenten, der politische Entscheidungen trifft, die auf dem Rücken anderer ausgetragen werden, und sich gleichzeitig öffentlich von religiösen Leitungsfiguren segnen lässt.
Das ist eine Instrumentalisierung des Heiligen für weltliche Machtspiele. Und das steht diametral im Widerspruch zu dem, was Ostern bedeutet.
Denn Ostern ist kein religiöses Dekor. Kein spirituelles Feigenblatt. Ostern ist Gottes Nein zur Gewalt. Gottes Nein zur Machtgier. Gottes Nein zur Instrumentalisierung des Glaubens. Ostern ist Gottes Ja zum Leben – kompromisslos.
Ostern 2026
Vielleicht ist das unsere Aufgabe in diesem Jahr: Nicht nur Eier zu bemalen, sondern Wunden zu benennen. Nicht nur „Halleluja“ zu singen, sondern „Warum?“ zu rufen. Nicht nur die Auferstehung zu feiern, sondern den Frieden zu suchen, den Christus uns zumutet. Wir dürfen – ja, wir müssen – darum bitten, dass der Heilige Geist uns erfüllt mit einer Sehnsucht nach Frieden, die stärker ist als Resignation, mutiger als Angst, beharrlicher als die Logik der Gewalt.
Eine Sehnsucht, die ihren Ursprung hat in jenem Satz, der durch verschlossene Türen drang und bis heute durch die Welt hallt: „Der Friede sei mit euch.“
Auferstehung Christi, by: Gerd A. Wittka 2026, erstellt mit ‚gemini‘
vor.ostern.auferweckt
Impuls zum Evangelium des 5. Fastensonntags: die Auferweckung des Lazarus
Es gibt Evangelien, die brauchen keine große Auslegung. Sie sprechen für sich. Das heutige gehört dazu. Und vielleicht ist es gut, dass wir zwei Wochen vor Ostern einmal ganz bewusst mitten hineingeführt werden in das, was wir sonst gern wegschieben: Krankheit, Sterben, Tod – und die Frage, ob da wirklich noch etwas kommt.
Die Schwestern des Lazarus – und wir
Martha und Maria begegnen uns heute mit einer Mischung aus Hoffnung, Enttäuschung und einem leisen Vorwurf: „Wärest du hier gewesen …“ Dieser Satz sitzt. Er klingt nach: „Wir haben auf dich gesetzt – und du warst nicht da.“
Wie oft kennen wir das aus unserem eigenen Leben. Wie oft aus der Seelsorge. Wir können nicht überall sein. Wir können nicht jede Erwartung erfüllen. Und manchmal fühlen sich Menschen von uns im Stich gelassen – so wie die Schwestern sich von Jesus im Stich gelassen fühlten.
Vielleicht tut es gut zu sehen: Selbst Jesus konnte nicht überall sein. Selbst er musste enttäuschen. Selbst er war nicht immer verfügbar.
Und doch bleibt er nicht draußen vor der Trauer stehen. Er geht hinein. Er lässt sich berühren. Er weint.
Wenn die Fragen lauter werden
Ich finde mich selbst in dieser Geschichte wieder. In den Schwestern. In ihren Fragen. In ihrem Ringen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich innerlich mit meinen Verstorbenen spreche – mit meinem Vater, meiner Mutter, einem sehr guten Freund, den ich im Sommer letzten Jahres verlor. Und manchmal frage ich sie: „Und? Hat sich eure Hoffnung auf Auferstehung erfüllt? Könntet ihr mir nicht ein Zeichen geben?“
Aber die Antworten bleiben aus. Und dann bleibe ich zurück mit meinem Glauben – und mit meinen Unsicherheiten; mit Gedanken, die ich mir als gläubiger Mensch, als Geistlicher, eigentlich nicht erlauben möchte. Und doch kommen sie. Und vielleicht müssen sie kommen. Denn sie sind die Nagelprobe unseres Glaubens.
Auch Martha und Maria hielten die Auferstehung für undenkbar. Sie hatten nur den „Vorteil“, dass sie Zeuginnen wurden.
Wir hingegen bleiben mit unseren offenen Fragen. Mit unserem Vertrauen. Mit unserer Hoffnung.
Ich finde es gut, dass wir heute – am Passionssonntag – eine Auferstehungsgeschichte hören. Nicht, um das Leiden zu verdrängen. Sondern um uns daran zu erinnern, dass der Weg durch das Leiden hindurchführt – nicht hinein und steckenbleibend. Gerade jetzt, wo wir von Leid, Krieg, Unsicherheit und Überforderung umgeben sind, brauchen wir diese Perspektive. Leid, Not und Tod nehmen wir schon zu genüge wahr.
Deshalb brauchen wir diese Auferstehungsgeschichte. Nicht als billigen Trost. Sondern als Gegenkraft. Als Korrektiv. Als Licht, das uns hilft, den Wahnsinn dieser Zeit auszuhalten.
Vielleicht ist das Evangelium von Lazarus ein Vorgeschmack auf Ostern, weil es uns zeigt: Gott führt uns nicht am Tod vorbei – aber hindurch. Und auf der anderen Seite wartet Leben. Nicht immer sichtbar. Nicht immer sofort. Aber verheißen. … Und getragen von einer Liebe, die stärker ist als alles, was uns Angst macht.
Wenn wir das heute mitnehmen, dann kann es uns durch die kommenden Tage tragen – hinein in die Karwoche und weiter bis zum Licht von Ostern.
die mit ihren Fingern an Landkarten zerren, Grenzen verschieben wie Spielsteine, als ginge es um nichts weiter als ein Brettspiel an einem verregneten Nachmittag.
Wieder und wieder sind es diese mächtigen Männer, die Kriege anzetteln, als wären sie Funken, die man leichtfertig in trockenes Gras wirft.
Doch brennen tun andere.
Nicht sie. Nie sie!
Es sind die Unschuldigen, deren Blut in den Straßen versickert, deren Namen in Listen verschwinden, deren Kinder nachts aufschrecken und niemanden mehr haben, der sie hält.
Es sind die Alten, die nicht mehr fliehen können, die Mütter, die ihre Söhne begraben, die Väter, die verstummen, weil Worte nicht mehr reichen für das, was ihnen genommen wurde.
Wieder und wieder sind es mächtige Männer, die Kriege anzetteln und sich selbst vor jedem Funken in Sicherheit bringen.
Siesitzen wohlbehütet in Palästen, in Bunkern, in Konferenzräumen mit schweren Türen, spielen Golf auf grünen Wiesen, während anderswo die Erde von Bomben aufgerissen wird.
Sie schicken andere an die Front, andere in den Tod, andere in das namenlose Leid, das sie selbst nicht einmal anzusehen wagen.
Wieder und wieder sind es f e i g e Männer, die Stärke predigen und Schwäche säen, die Ehre beschwören und Schande bringen, die von Vaterland reden und doch die Kinder des Landes opfern.
Und wir stehen da, fassungslos, ohnmächtig, fragend, warum die Welt immer wieder unter den gleichen Schritten zerbricht.