Black lives matter

… oder: Was hat Rassismus mit uns zu tun?

Bild von Bruce Emmerling auf Pixabay

Hätten Sie es gedacht?
Donald Trump, der us-amerikanische Präsident setzt die Menschen in Bewegung – weltweit!

Nein, ich bin kein Fan dieses populistischen grobschlächtigen Mannes im Ovaloffice des Weißen Hauses in Washington. Eher das Gegenteil ist der Fall!

Und Trump hat es wahrscheinlich auch nicht in sein Kalkül mit einbezogen; aber durch sein Agieren im Kontext rassistischer polizeilicher Gewalt bringt er die Menschen buchstäblich auf die Straße, nicht nur in den USA, sondern auch bei uns.

Ist das gut? – Ja, das ist gut, das ist sogar sehr gut, wie ich finde.
Können wir uns mit solchen Protestaktionen auf die Schultern klopfen?
Nur bedingt …



Vier Finger – zeigen auf uns selbst zurück

Wenn wir mit einem Finger auf andere zeigen, so zeigen vier auf uns selbst zurück. Wir kennen diese Redensart.

Georg Restle, Journalist und Moderator beim WDR hat dies in einem TV-Kommentar der Sendung ‚tagesschau‘ am 06.06.2020 ins Wort gebracht:
https://www.tagesschau.de/kommentar/rassismus-deutschland-105.html

Darin stellt er die Frage: „Alles weit weg? Hat nichts mit uns zu tun?… Haben wir da etwa ein Rassismus-Problem? Und wie!“

Und mit einigen kurzen und prägnanten Beispielen zeigt er auf, dass dieser Rassismus auch in unserem bundesdeutschen Alltag allgegenwärtig ist – wahrscheinlich so gegenwärtig, dass wir ihn schon kaum noch als solchen wahrnehmen?

Wenn wir über Rassismus nachdenken, dann fallen uns schnell andere Länder ein: die USA mit ihrem jahrhundertelangen Kampf gegen Sklaverei und Rassismus gegenüber ‚black people‘, der Rassismus gegenüber der indigenen Bevölkerung den sogenannten ‚Indianern‘. Uns fällt vielleicht auch noch Südafrika mit seiner Apartheidspolitik ein, die noch nicht ganz überwunden ist.

Und dann erinnern wir uns auch hoffentlich an Hanau, und auch noch an Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992, als Asylanten einem Brandanschlag zum Opfer fielen, der auch in seiner Art rassistisch motiviert war?

Ja, wir müssen wohl schmerzlich einsehen: auch wir hier in Deutschland haben ein Rassismusproblem.
Und da ist es wenig hilfreich, zu meinen, dass es ja noch nicht so schlimm sei.

Rassismus in jedweder Form ist schlimm und meist auch ein Wegbereiter für weitere Gewalt und Greueltaten. Die meisten Genozide haben ihren Ursprung in einer rassistischen Gedankenwelt und Ideologie!

Aber wem sage ich das – hier in Deutschland?!

Gedenkstein der im Nationalsozialismus ermordeten Margot und Anne Frank, Bild von bernswaelz auf Pixabay

Kampf dem Rassismus

Aber deshalb brauchen wir nicht den Kopf zu senken – im Gegenteil!

Es ist sehr gut, dass nicht nur in den USA, sondern in aller Welt, auch hier bei uns in Deutschland in Köln, Frankfurt und anderen Städten in diesen Tagen die Menschen in Scharen auf die Straßen gehen, um gegen den Rassismus ein Fanal zu setzen!

Rassismus tötet!
Das sehen wir immer wieder!

Um so wichtiger ist der Kampf für das Leben, für die Würde aller Menschen, denn wir sind eins!

„Wir sind eins!“ Bild von Raul Vinicius PixZito auf Pixabay

Weiterführendes:

Interview mit Aussenminister Heiko Maas




Namaskar

Auf der suche nach angemessenen Grussformen in Corona-Zeiten

Bild: Tänzerin in Namaste-Geste, gemeinfrei, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dancer_in_Sari.jpg

Das Bild zeigt eine Tänzerin, die den Namaskar ausführt.

Namaskar ist ein Grußform, die wir aus dem indisch-hinduistischen Raum kennen. Diese Grußform wird mit dem Wort „namaste“ begleitet.

„namaste“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Verbeugung zu dir“.
Bei der Geste werden die Handinnenflächen zusammengelegt und dabei in der Nähe des Herzens an die Brust gelegt und der Kopf leicht gebeugt. (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Namaste )

Mir kam der Gedanke, dass diese Grußform eine angemessen Form auch für uns hier in Europa in Corona-Zeiten sein könnte.



Der Namaskar ist ein Gruß, der eine starke symbolische Bedeutung hat.
Dieser Gruß drückt für mich viel Respekt und gleichzeitig auch so etwas wie Ehrfurcht vor dem anderen aus.
Die aufeinander gelegten Handinnenflächen kennen wir auch aus – nicht mehr so üblichen – Gebetshaltungen. Sie drückt ‚Sammlung‘ aber auch Aufmerksamkeit aus. In menschlichen Begegnungen bedeutet dies für mich: Ich schenke dir meine ganze Aufmerksamkeit.

Und die Hände in die Nähe meines Herzens geführt deute ich als: „Die Begegnung mit dir liegt mir am Herzen!“ – Die Begegnung soll also nicht überflächlich sein.

Die leichte Verbeugung ist auch uns als Geste der Verehrung und des Respektes bekannt.

Ein angemessener Gruß in Corona-Zeiten

In der Corona-Pandemie müssen wir von der uns gewohnten Begrüßung des „Händeschüttelns“ buchstäblich Abstand nehmen.

Mir fiel heute diese Grußform des Namaskar ein und ich möchte gerne diese Grußform in dieser Corona-Zeit kultivieren.
Es ist ein sinnvoller und zugleich präventiver Ersatz zu der uns sonst bekannten Grußform.

Vielleicht etabliert sich diese Form ja auch nach der Corona-Pandemie in unserer Kultur?




Palmsonntag ohne Impuls

Bild von Nina Garman auf Pixabay

Aufgrund meiner gesundheitlichen Lage in diesen Tagen bringe ich es nicht fertig, einen geistlichen Impuls für den kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, zu erstellen.

Die Impulse an den letzten beiden Sonntagen waren auch für mich persönlich eine geistliche Vorbereitung für diese Sonntage, da ich in dieser Zeit auch keine Eucharistie feiere.

So fehlt Ihnen nicht nur ein Impuls, auch ich muss mir persönlich die Frage stellen, wie ich nun den Palmsonntag geistlich begehen werde?

Das kann ich Ihnen gerne beantworten und mitgeben in die neue Woche.



Das A&O: die geistliche Schriftlesung

In dieser Woche, der Karwoche, werde ich die geistliche Schriftlesung in den Mittelpunkt meines spirituellen Lebens stellen. Dazu nehme ich die Schriftlesungen, die in der Leseordnung der Kirche in diesem Jahr vogesehen sind.
Sie finden diese Leseordnung hier beim Bibelwerk. Dort können Sie auch den entsprechenden Link anklicken und bekommen so den Lesungstext online präsentiert.
Wenn diese Form der geistlichen Schriftlesung für Sie neu ist, wählen Sie erst einmal nur eine Schriftlesung aus, am Besten das Evangelium des Tages (Am Palmsonntag empfehle ich Mt 21, weil die Passion noch am Karfreitag gelesen wird.)

Damit diese geistliche Schriftlesung einen ‚Rahmen‘ bekommt, gebe ich ihr diesen Rahmen und orientiere mich dabei an Formen aus der Stundenliturgie.

  1. Ich suche mir einen Ort, den ich für diese Schriftlesung nutzen will. Als Einstimmung kann ich mir ein Musikstück anhören, dass mich zur Ruhe kommen lässt. Entzünden Sie eine Kerze oder stellen z.B. Blumen, ein Kreuz oder eine Ikone parat.
  2. Ich eröffne diesen kleinen Gottesdienst mit dem Kreuzzeichen und den Worten: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  3. Daran kann sich ein kurzes Gebet anschließen mit eigenen Worten, wie z.B.
    „Herr, ich komme in dieser Stunde zu dir. Ich möchte dein Wort hören. Bereite mein Herz und meinen Verstand, damit sie sich Deinem Wort öffnen. Amen.“
    (Oder ein anderes freies spontanes Gebet!)
  4. Ich gehe in einen Augenblick der Stille, höre in mich hinein, was mich in diesem Augenblick bewegt, wie ich mich in die Gegenwart des Herrn begeben habe und halte es IHM hin; denn ich und mein ganzes Leben wollen IHM nun nahe sein.
  5. Ich beginne mit der Lesung des Lesungstextes (-> Tagesevangelium)
  6. Nun denke ich einen Augenblick über diesen Schrifttext nach: Welches Wort oder welcher Satz hat mich besonders angesprochen; wo bin ich hängen geblieben?
    Wo kommen innere Blockaden, was ermutigt oder bestärkt mich?
    Wo werde ich aber auch vielleicht traurig?
    Kommen mir beim Lesen dieses Textes Situationen aus meinem eigenen Leben oder aus dem Leben anderer in den Sinn? …
    Und als letzter Gedankenimpuls: „Gott, was willst du mir in meinem Leben heute mit diesem Text sagen?“ –

    Vielleicht können Sie nicht alle Fragen beantworten. Dann zwingen Sie sich nicht und lassen es so, wie es ist. Das Wort Gottes, das ER Ihnen sagen wird, kommt auch so bei Ihnen an und wirkt in Ihnen. Darauf dürfen wir vertrauen.

  7. Jetzt haben Sie vielleicht noch einmal die Muße, sich etwas Musik anzuhören. Dann gönnen Sie sich dieses.
  8. Nun können wir unsere Bitten vor Gott tragen, die dann münden in dem Vater-unser.
    Als Einleitung für die Bitten reicht ein ganz schlichter einleitender Gedanke, wie etwas dieser: „Gott (Herr Jesus), ich bringe vor dich hin all die Menschen und Situationen, für dich ich beten möchte.
    Ich bringe vor dich hin ….“
    (und nun können Sie ihre konkreten Anliegen vor Gott aussprechen, laut oder in Gedanken …!)
    Fassen Sie Ihre (Für-)Bitten zusammen mit dem Vater-unser.
  9. Abschließen können Sie diese geistliche Schriftlesung mit einem persönlichen, abschließenden Gebet und einer Segensbitte.
    Als Segensbitte empfehle ich persönlich die auf die Situation abgewandelte Segensbitte aus dem Alten Testament, dem ‚aaronitischen Segen‘:
    „Der Herr segne und behüte uns.
    Er lasse SEIN Angesicht über uns leuchten
    und sei uns gnädig.
    Er wende uns sein Angesicht zu
    und gebe uns Frieden.
    So segne und behüte uns der gnädige Gott
    der Vater, und der Sohn (+) und der Heilige Geist.
    Amen.“
Bild von cgrape auf Pixabay

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete Karwoche, eine Woche, die uns wohl nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.




Chill-Zone

copyright: Gerd Wittka, 2020

Ich trete
aus der Balkontür heraus
lausche –
höre eine Ruhe
wie ich sie nur
selten in der Innenstadt
vernehmen kann

Wie wohltuend
dieser
ruhige
entschleunigte
Moment



Davon
gibt es mehr
in diesen Tagen

eine Chill-Zone
die da ist
und die wir
annehmen können
vielleicht auch
als
Geschenk

Und ich frage mich,
wie die Natur um uns
herum,
diese ungewohnte
Atmosphäre
aufnimmt?

(Text und Bild: (c) Gerd Wittka, 2020




!!! TRIGGER-Gefahr !!!

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

Bild von Emilian Robert Vicol auf Pixabay

Vor einigen Wochen erschütterte auch das Bekanntwerden eines Missbrauchsskandals durch einen Priester unseres Bistums.
Ein pädophiler Priester, der in verschiedene Bistümer versetzt wurde, hatte viele Missbrauchsfälle begangen.
Dieser Priester war Kaplan in Bottrop und dann kurze Zeit später in Essen. Danach wurde er ins Bistum München versetzt.

Das Recherchenetzwerk ‚correctiv‘ und die ZDF-Sendung ‚frontal21‘ haben intensiv zu diesem Fall recherchiert.
Am Mittwoch, den 18. Februar 2020 ist in der Sendung ‚frontal21‘ dazu ein Beitrag erschienen.
In diesem Beitrag zeigen sie Spuren auf, die auch zu dem damaligen Bischof von München und des späteren Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger führen.



Während der Recherche meldeten sich weitere Missbrauchsopfer bei ‚correctiv‘ und ‚frontal21‘.

Ich setze mich ganz bewusst für diese Recherche ein und veröffentliche deshalb diese Beiträge, um mich für Opfer und Betroffene einzusetzen, um ihnen Gehör zu verschaffen, um weitere – bislang unbekannte – Opfer zu ermutigen, sich ebenfalls zu melden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay

Ich setze mich aber auch ganz bewusst für die Veröffentlichung dieses Beitrags ein, um auch in unserer eigenen katholischen Kirche darauf aufmerksam zu machen, dass wir nicht schweigen dürfen.

Ich habe immer noch den Eindruck, dass dieses Thema konkret in Pfarreien und Gemeinden viel zu wenig behandelt wird.

Ja, es ist eine Zumutung! Ja, es schockiert und entsetzt! Ja, es mag auch Nicht-Betroffene verstören!

Denken Sie aber immer auch daran:

Opfer und Betroffene verstört diese Erfahrung und dieses Thema nicht nur.
Es zerstört mitunter deren Leben, deren Zukunft, deren Seele!

Foto: www.pixabay.com

Missbrauchtstäter sind oft auch Seelentöter!

DESHALB WILL UND DARF ICH NICHT SCHWEIGEN!

Den Beitrag von ‚frontal21‘ vom 18.02.2020 finden Sie hier: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-18-februar-2020-100.html

Den Beitrag von ‚correctiv‘ finden Sie hier: https://correctiv.org/top-stories/2020/02/18/ratzinger-und-der-paedophile-priester/

Opfer und Betroffene, die Missbrauch im Bereich unseres Bistums erfahren haben, können sich auch an unser Bistum wenden (immer auch mit persönlichem Beistand). Nähere Infos dazu finden Sie hier: https://www.bistum-essen.de/info/soziales-hilfe/praevention-und-missbrauch/




Unsensibel oder ignorant?!

Symbolbild, Quelle: Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay

In erschreckend vielen Fällen sexualisierter Gewalt – gerade auch durch kirchliche Mitarbeiter – schauen wir immer noch viel zu wenig auf die Opfer und auf das grenzenlose Leid, dass die Opfer/Betroffenen auch noch nach Jahren oder Jahrzehnten erleben!



Das ist oft denen nicht bewusst, die so nonchalance die Opfer/Betroffenen übergehen und ihnen kein Wort und keine Gedanken widmen.
Warum? Unsensiblität oder Ignoranz?!

Das werde ich nie verstehen und auch niemals akzeptieren!
Denn das ist ein Skandal!


Anmerkung:
Ich verwende hier gleichzeitig die Begriffe „Opfer“ und „Betroffene“.
Die Menschen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, verwenden – aus unterschiedlichen Gründen – entweder den einen oder anderen Begriff.
Für die Verwendung dieser beiden Begriffe gibt es berechtigte Gründe.
Indem ich beide Begriffe benutze, möchte ich deutlich machen, dass ich es den Betroffenen/Opfern überlasse möchte, welche Begriff sie für sich angemessen empfinden.