Prüfung schützt

Wider der manipulativen Lobhudelei

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Heute begegnen uns in der Lesung von Jesus Sirach 27, 4–7 Worte, die uns zu einer wachsamen und tiefgründigen Lebenshaltung aufrufen.
Sirach mahnt uns, nicht nur an der Oberfläche zu bleiben, sondern hinter die Fassade der Worte und Taten zu blicken, um die wahre Absicht und den inneren Wert zu erkennen.
Dies ist besonders bedeutsam in einer Zeit, in der manipulative Falschaussagen und trügerisches Lob – oft genutzt als Mittel, um eigene Interessen zu verschleiern – zunehmend verbreitet sind.

So passt dieser Text auch gleichzeitig zu der diesjährigen Jahreslosung.
„Prüfet alles und behaltet das Gute!“ lädt uns ein, inmitten zahlreicher Informationen und Stimmen genau hinzusehen.
Sie erinnert uns daran, dass wir nicht alles ungeprüft annehmen dürfen.

Gerade wenn falsches Lob im Umlauf ist, das manchen Menschen dazu dient, andere über ihre wahren Absichten hinters Licht zu führen, müssen wir uns fragen:
Was ist wirklich gut?
Welche Worte tragen zur Wahrheit bei, und welche sind nur Schall und Rauch?

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Wir leben in einer Zeit, in der Manipulation und Täuschung allgegenwärtig scheinen.
Ob in den Medien, im Internet oder in der öffentlichen Politik – wir werden oft mit Aussagen konfrontiert, die nicht das Spiegelbild der Wirklichkeit sind.
Es gibt Menschen, die durch übertriebenes, fast schon falsches Lob ihre eigenen Interessen fördern wollen.
So wird beispielsweise immer wieder berichtet, dass auch in der politischen Arena manipulatives Lob verwendet wird, um bestimmte Ziele zu erreichen.

So wird beispielsweise immer wieder berichtet, dass auch in der politischen Arena manipulatives Lob verwendet wird, um bestimmte Ziele zu erreichen.
Manche Beobachter weisen in diesem Zusammenhang auf das Verhalten von Persönlichkeiten wie Donald Trump hin, der häufig mit überhöhten Komplimenten und manipulativem Lob zu agieren scheint, um von seinen wahren Absichten abzulenken.
So lobte Trump vor wenigen Tagen Saudi-Arabien und dessen Kronprinzen, der aber 2018 seine Finger bei der brutalen Ermordung des regimekritischen Journalisten Khashoggi in diesem grausamen Spiel gehabt haben soll.
So lobt Trump den Kronprinzen beim diesjährigen Welt-Wirtschaftsgipfel in Davos als einen „fantastischen Kerl“!
Der Absicht Trumps dürfte klar sein: Er möchte an die 600 Milliarden Dollar von Investitionen Saudi-Arabiens kommen.
Da ist es für Trump offenbar moralisch vertretbar, solche zweifelhaften Investoren mit Schmeicheleien und Lobhudelei zu umgarnen.

Jesus Sirach fordert uns in seinen Versen dazu auf, nicht von oberflächlichen Worten geblendet zu werden.
Er lehrt uns, dass hinter jedem Lob und jeder Aussage ein tieferer Sinn liegen kann – sei es ehrlich und aufbauend oder aber täuschend und eigennützig.

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Als Christen sind wir berufen, die Wahrheit zu suchen und das Gute zu bewahren.
Unsere Urteilsfähigkeit, geschärft durch den Glauben und das Gebet, soll uns helfen, die trügerischen Stimmen von denen zu unterscheiden, die uns manipulieren wollen.

Die Botschaft der Jahreslosung verbindet sich hier wunderbar mit der Lehre des Sirach:
Wir sind aufgerufen, alles zu prüfen – nicht aus Skepsis, sondern aus Liebe und dem aufrichtigen Wunsch heraus, das Wahre und Gute in unser Leben aufzunehmen.

Es bedeutet, in jeder Begegnung und jedem Wort innezuhalten, zu reflektieren und zu hinterfragen.
Nur so können wir verhindern, dass falsches Lob und manipulative Falschaussagen unsere Gemeinschaft spalten und unsere Herzen vernebeln.

In unserer heutigen Welt, in der Worte oft als Waffe eingesetzt werden, um zu manipulieren und zu täuschen, ist diese Fähigkeit zur Unterscheidung unerlässlich.
Wir dürfen uns nicht von glänzenden Fassaden und schmeichelhaften Worten blenden lassen, sondern müssen stets bereit sein, mit kritischem Geist und im Licht des Evangeliums zu prüfen.

Es ist unsere Aufgabe, uns nicht von äußeren Einflüssen fehlleiten zu lassen, sondern in der Begegnung mit Christus die Kraft zu finden, das Gute zu erkennen und daran festzuhalten.




In dunklen Zeiten

ein Zuhause bauen – für alle

In dunklen Zeiten, wo Hass und Hetze uns entgegenwehen,
ruft der Heilige Geist – manchmal mit leiser aber fester Stimme:
Du bist berufen, Mitgefühl zu leben,
Botin und Bote der Liebe in einer Welt zu sein, die vom Sturm der Vorurteile zerrissen wird.

Die Schatten des Extremismus verdunkeln den Tag,
doch der Glaube an Menschlichkeit leuchtet wie die Morgenröte,
dringt die Todeskälte und durchbricht die starre Nacht,
in der sich Angst ausbreitet, wie wucherndes Dornengestrüpp

Strecke die Hände aus, wo Mauern des Hasses stehen,
sprich Worte der Hoffnung und Bestärkung
und nicht des Zweifels und der Missgunst.

Gemeinsam wollen wir weben ein Band aus Geschwisterlichkeit,
ein Netz, das selbst den tiefsten Abgrund
mit Hoffnung und Liebe überbrückt.

Wenn der Wind des Extremismus uns entgegenweht,
stehen wir fest – mit Herzen, die im Takt der Liebe schlagen.

Denn in der Nächstenliebe liegt unser aller Zukunft,
die eine Welt erschafft, in der wir alle als geliebte Kinder
des einen Gottes ein Zuhause finden.

© Gerd Wittka, 2025




Grün wählen?!

Kann man die Grünen eigentlich ruhigen Gewissens wählen?!

„Was haben die Grünen jemals für Deutschland getan?“

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Gute Frage!
Und die Antworten?
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Politik abspalten?

Bild von Idrissa Sow auf Pixabay

Innerhalb meines persönlichen Beziehungsnetzes oder in Gruppen gemeinschaftlicher Aktivitäten:
Immer wieder werde ich mit der Forderung konfrontiert, doch „bitte die Politik rauszuhalten“.

Mir fällt es schwer, diese Haltung zu verstehen.
In einer Demokratie, wie hier bei uns in Deutschland ist es wesentlich, dass die Menschen in diesem Land auch politisch sind, denn sonst wären wir nur ‚Stimmvieh‘, das in regelmäßigen Abständen zur Wahl aufgefordert wird und dann ruhig zu sein hat.

Aber nein. Das stimmt ja auch nicht!
Denn landein und landaus gibt es ja vielfältige Möglichkeiten, sich politisch zu äußern.
Doch da bleibt es dann meistens bei der Kritik an Politik, Parteien und Politiker:innen, sei es qualifiziert oder unqualifiziert.
Letztes ist leider häufiger anzutreffen!

Inhaltlich findet jedoch selten eine ausführliche und differenzierte Auseinandersetzung statt, es sei denn in dafür ausgewählten und exklusiven ‚Zirkeln‘, wie politischen Organisationen, sei es Gewerkschaften, Parteien, Bürger:innen-Initiativen oder vielleicht noch Religionen.

Doch in unserem alltäglichen Umgang scheinen politische Themen und der Austausch politischer Ansichten nicht ‚en vogue‘, ja sogar manchmal ein Tabu zu sein.

Dazu gesellt sich dann mein Eindruck, als würden manche meinen, der politische Diskurs würde ‚die Stimmung versauen‘.

Dabei sind es doch jene, die immer wieder über Politik und Politiker:innen mäkeln, die die Stimmung in unserem Land versauen!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der respektvolle und wertschätzende Dialog über politische Themen die Stimmung, geschweige denn menschliche Beziehungen versauen oder gefährden kann.
Es sei denn, man kann die Beziehungsebene von der inhaltlichen Ebene nicht trennen.

Gerade in diesen Tagen, wo unsere Demokratie vor großen Herausforderungen steht und wir uns die Frage stellen müssen, ob wir eine freie und offene Gesellschaft bleiben wollen und können, finde ich es nicht nebensächlich, sich auch in alltäglichen Begegnungen über politische Themen auszutauschen.

Aber vielleicht kannst du mir deine Meinung und deine Überlegungen dazu mitteilen?




Warum wählen ….?

Im Gespräch …

… mit anderen bekomme ich immer wieder zu hören, dass sie ‚dieses Mal‘ doch ziemlich unsicher sind, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollen.
Solche Sätze habe ich aber auch schon zu den anderen Wahlterminen immer wieder zu hören bekommen.
Aber vielleicht ist das ein gutes Zeichen, wenn Menschen ehrlich solche Worte sagen; zeigen sie mir doch, dass sie sich auch wirklich mit der Frage beschäftigen, welche Partei es Wert ist, ihre Stimme zu bekommen.

Was will ich und was nicht?

Wenn ich meine Stimme vielleicht nicht eindeutig einer Partei geben möchte, weil es immer auch noch Unsicherheiten gibt, ob (m)eine Stimme dort am besten ‚angelegt‘ ist, gibt es auch noch die Möglichkeit, sich zu fragen, was ich auf keinen Fall möchte!

Bei mir jedenfalls ist die Sache klar!
Ich wähle auch deshalb, weil ich nicht möchte, dass eine bestimmte politische Richtung die Oberhand in meinem Land bekommt.

Ich wähle, weil ich weiß, was ich NICHT WILL!

Es gibt keine Partei, die wirklich alle politischen Fragen so beantwortet, wie ich sie gerne beantwortet haben möchte.
Deshalb ist es mir wichtig, nach der Partei zu fragen, mit der ich möglichst die meisten inhaltlichen Übereinstimmungen habe.
Genau so wichtig ist, mir aber auch, zu wissen, mit welcher Partei ich die wenigsten politischen Übereinstimmungen habe oder die ich Grund weg ablehne, weil sie meinen Grundwerten und Idealen fundamental diametral entgegen stehen.

Ich gehe also deshalb wählen, um zu verhindern, dass solche politischen Kräfte stark werden, von denen ich niemals wünsche, dass sie jemals politische Regierungsmacht übertragen bekommen!

Nicht wählen gehen?

Nicht wählen zu gehen ist keine gute Option.
Ja, ich weiß, dass manche meinen, dass ihre einzelne Stimme doch nichts bewirken kann.
Doch das stimmt nicht!

In Deutschland haben wir ein Verhältniswahlrecht.
Das Verhältniswahlrecht ist ein Wahlsystem, bei dem die Sitze in einem Parlament entsprechend dem Stimmenanteil der Parteien verteilt werden.

Das bedeutet:

  • Wenn eine Partei 40 % der Stimmen bekommt, erhält sie ungefähr 40 % der Sitze im Parlament.
  • So haben auch kleinere Parteien eine Chance, ins Parlament zu kommen, wenn sie eine bestimmte Mindestgrenze (z. B. 5 %-Hürde in Deutschland) überschreiten.

Für jede einzelne nicht abgegebene Stimme bedeutet dies zugleich, dass die abgegebenen Stimmen mehr Gewicht haben.

Ein Beispiel:

Es gibt drei Parteien, die zur Wahl antreten; nennen wir sie „Partei A“, „Partei B“ und „Partei C“.

Von drei wahlberechtigten Personen geht nur eine Person wählen und sie wählt die „Partei A“.
Hier hat dann die Partei A 100% der abgegebenen Stimmen erhalten.

Gehen von den drei wahlberechtigten Personen zwei Personen wählen und wählt die eine Person die „Partei A“ und die andere Person die „Partei C“, dann sieht das Ergebnis wie folgt aus:
Partei A: 50%
Partei B: 0%
Partei C: 50%

Gehen von den drei wahlberechtigten Personen alle drei Personen wählen und wählt die erste Person die „Partei A“, die zweite Person die „Partei C“ und die dritte Person die „Partei B“, dann sieht das Ergebnis so aus:
Partei A: 33%
Partei B: 33%
Partei C: 33%

Wenn nun jene beiden die die Parteien B oder C gewählt haben, partout nicht wollen, dass die „Partei A“ an die Macht kommt, dann haben durch diese Wahl schon die Parteien B und C eine Mehrheit, um eine Koalition zu bilden und die Partei A nicht an die Macht kommen zu lassen.

Allein dieses kleine mathematische Beispiel zeigt, wie wichtig jede einzelne Stimme sein kann.

Wenn ich mir dessen bewusst bin, dann kann ich wählen gehen, auch wenn ich nicht mit allen Inhalten einer Partei übereinstimme, aber weil ich weiß, dass ich eine bestimmte Partei nicht an der Macht haben will.

Deshalb gehe ich auch am 23.2. wählen!

Bild von Mariya Muschard auf Pixabay



Demokratie zeigt Macht

Zustrombegrenzungsgesetz gescheitert

Merz hat sich verzockt und ein Tabu gebrochen.

Im Vorfeld war schon klar, dass das von der Union eingebrachte Zustrombegrenzungsgesetz nur auch mit Zustimmung der AfD verabschiedet werden könnte.
Merz hat wissentlich und bewusst das in Kauf genommen und wollte trotzdem ’seinen Stiefel durchziehen‘.
Damit hat er eine herbe Niederlage erlitten – und zu recht!

Ich bin erschüttert, wie gerade die Union einen solchen historischen Fehler begehen konnte!
Und darüber könnte ich noch viel schreiben, auch mit dem Wissen von damals, als die Nazis 1933 an die Macht kamen.
Damals lief es übrigens ähnlich; es schockiert mich deshalb diese Geschichtsvergessenheit der Union und persönlich von F. Merz!


Der Silberstreif am Horizon

Symbolbild, Bild von Hans auf Pixabay

Was mich aber hoffen lässt in diesen irren und wirren Zeiten ist, dass gerade diese Diskussion die Menschen in Deutschland politisiert hat und zwar gegen den Rechtspopulismus in unserem Land!

Nein: aufrechte Demokrat:innen zeigen in dieser Zeit Bürgersinn, demokratisches Bewusstsein und Verantwortungsbewusstsein für unsere Freiheit und Demokratie!

Tausendfach haben sich Demonstrant:innen in diesen Tagen ad hoc formiert und sich mit ihren Protesten auf die Straße gegangen; spontan haben sie sich vor Parteibüros der CDU und auch vor der Parteizentrale in Berlin versammelt und friedlich und gewaltlos demonstriert.
Sie haben deutlich gemacht, dass ihnen Freiheit, Vielfalt, Humanität und Demokratie so viel wert ist, dass sie ihr politisches Mitgestaltungsrecht nicht nur auf Wahlen reduziert verstehen!
Und das ist für mich der ‚Silberstreif am Horizont‘, weil es noch Menschen gibt, die wissen, worauf es in solchen unsicheren Zeiten ankommt: Mensch zu sein und Mensch zu bleiben!
Sie zeigen mir und öffentlich, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland wissen um den Wert unserer freiheitlichen Nachkriegsdemokratie, die auch Folge des Faschismus und Nationalsozialismus in den 1930er und 1940er Jahren ist!
Und dafür sind sie bereit, auf die Straßen zu gehen und buchstäblich ‚Farbe zu bekennen‘!

Menschen erkennen, dass man Freiheit und Demokratie nicht zum Nulltarif bekommt und dass man dafür auch was tun muss.

Vielfalt, Bild von Gerd Altmann auf Pixabay