Wir befinden uns in chaotischen und verrückten Zeiten. Zeiten, in denen Menschen aus ideologischen oder religiösen Gründen Hass und Hetze verbreiten. Dabei wäre es möglich, anders zu leben.
Ein bedeutendes Werk der Aufklärung ist „Nathan der Weise“ von G.E. Lessing. Das Herzstück dieses Dramas ist die berühmte ‚Ring-Parabel‘. Viele von euch haben sie vielleicht schon in der Schule gelesen oder gehört.
Die Parabel zeigt, wie die drei großen abrahamitischen Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam, friedlich zusammenleben können. Dabei müssen sie ihre eigenen Überzeugungen nicht aufgeben, sondern können die des anderen akzeptieren und respektieren.
Heute habe ich einen sehr guten Blog-Beitrag gelesen, der sehr eindrucksvoll über dieses Thema schreibt.
Ich könnte es nicht besser ausdrücken. Deshalb verlinke ich diesen Beitrag hier und hoffe, dass ihn Viele lesen.
Vor vier Monaten haben Polizist:innen aus Israel eines der bekanntesten jüdischen Lieder gemeinsam gesungen. Dieses Lied singt indirekt auch von der tiefsten Sehnsucht nach Frieden. Doch vier Monate später hat der Terror der Hamas schrecklichstes Leid und größte Brutalität in dieses Land gebracht.
Ich erinnere an die Notwendigkeit der friedlichen Koexistenz von Palästinenser:innen und Israelis in einer Zwei-Staaten-Lösung und die totale Ächtung dieser grausamsten Verbrechen durch die Terrororganisation ‚Hamas‘ die die Methoden des Islamistischen Staates nun auch sich selber zu eigen gemacht hat.
Die israelische Nationalhymne – eine Hymne der Hoffnung
‚festival of hope’`?!
Nein, es ist vielmehr ein Festival des Hasses, wenn der US-amerikanische Prediger Franklin Graham, der Sohn von Billy Graham, am kommenden Samstag nach Essen kommt. Franklin Graham, ein eiserner Verfechter von Donald Trump, hat in der Vergangenheit mit auffällig queerfeindlichen Aussagen von sich reden gemacht.
Aber auch der Sprachgebrauch auf der Homepage dieses ‚Festivals‘ spricht Bände. Da ist ein „Andreas-Karten“ die Rede, auf die man Namen von Menschen aufschreiben kann, die zu diesem Event eingeladen werden könnten. Doch es sind bestimmt Menschen, die dort eingeladen werden können, nämlich „verlorene“ Menschen:
„… um die Namen von verlorenen Menschen in ihrer Nachbarschaft, ihrer Familie und ihrem Umfeld aufzuschreiben, die sie zum Festival of Hope einladen können….“
Für Christ:innen verbietet sich eigentliche in solcher Sprachgebrauch, denn niemand ist in den Augen Gottes ein ‚verlorener Mensch‘! Gerade unser Glaube kündet davon, dass für Gott alle Menschen gerettet werden sollen und ER selbst wird entscheiden, wie ER SEINEN Willen umsetzen wird!
Das Gleichnis Jesu Christi vom ‚barmherzigen Vater‘ unterstreicht dieses radikale Absicht Gottes auf eindrucksvolle Weise. (vgl. Lk. 15, 11- 32)
Und am Samstag selbst werden zahlreiche Protest-Aktionen erwartet, zu denen Parteien, Christinnen und Christen und auch verschiedene Gruppierungen und Verbände aufgerufen haben.
Ich persönlich unterstütze ausdrücklich friedliche Proteste gegen solche Prediger, die eine ultrakonservative Sicht auf das Christentum haben.
In diesem Sommer haben wir weltweit von außergewöhnlichen Wetter-Phänomenen gehört: große Dürren, extreme Hitzwellen und sintflutartige Regenfälle, die ganze Landstriche überschwemmt haben. Erst in diesen Tagen die Berichte von extremsten Überflutungen nach Starkregen in Griechenland.
Gleichzeitig erleben wir heftigste Kontroversen zum Beispiel im Deutschen Bundetag gestern zur dritten Lesung des Gebäude-Energie-Gesetz (GEG).
Als würden manche Parteien und Politiker:innen, vor allem aus CDU/CSU, aber auch die extrem rechte Partei AfD und Die Linke immer noch nicht wahrhaben wollen, was die Stunde geschlagen hat.
Wir sind schon viel zu spät mit Maßnahmen, den menschengemachten Klimawandel abzumildern! Wir sind mitten drin in der weltweiten Klimakatastrophe, doch das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht.
Wir werden – davon bin ich schon jetzt überzeugt – in nächster Zeit noch mehr und schlimmere solcher verheerender Klimameldungen bekommen!
Enttäuschend ist, dass Politiker:innen, denen man eine gewisse Erfahrung unterstellen darf, ständig ihre Haltung verändern, z.B. auch in Fragen der Atomenergie. Dazu kommen bewusste Verunsicherungen und Fake-News, um die Menschen in die Irre zu führen, nur um selber politisches Kapital raus zu schlagen.
Für mich ist es nicht mehr „kurz vor 12“, für mich haben wir schon längst „nach 12“.
Ich bin erschüttert, wie man sehenden Auges so in die Katastrophe schlittern kann, zu der wir als Menschen selber einen massiven Beitrag leisten? Welche Zukunft sollen die Generationen haben, die heute geboren werden? Wie sollen – gerade auch ärmere Länder – mit den Folgen umgehen können und wie die Schäden ausgleichen?
Gerade finanziell gesehen, führt der menschengemachte Klimawandel schon jetzt zu Schäden in Milliardenhöhe!
Das wir heute günstig leben und unsere Erde ausbeuten, wird nachfolgenden Generationen sehr teuer zu stehen kommen, nicht nur finanziell sondern auch klimatisch!
Der ökologische, ökonomische und sozialpolitische Umbau muss jetzt dringendst vorangetrieben werden! Vermögende müssen finanziell mehr herangezogen werden, um auch ihren Beitrag zur Abmilderung der Kosten beizutragen. Und Gesellschaft und Staat müssen mehr in ökologisch zukunftsweisende Projekt investieren.
Prophezeiung: Bürgerkrieg
Als ich 1993 als Diakon mit meiner damaligen Gemeinde eine Studienreise nach Israel gemacht habe, wurden wir von einer sehr guten Frau (Guide) begleitet. In ihrer Reiseführung sprach sie immer wieder auch politische Themen an. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass sie auch über einen Konflikt sprach, der unter der Oberfläche in Israel schon damals brodelte: die Spannung zwischen liberalen Israelis und orthodoxen Israelis.
Damals sagte sie beiläufig und sinngemäß: Hätten wir nicht den Konflikt mit den Palästinensern, wäre die Gefahr eines Bürgerkrieges sehr groß.
Nun gibt es weiterhin den Konflikt mit den Palästinensern (von denen viele auch Christ:innen sind) und zugleich ist die Gefahr eines Bürgerkriegs in Israel sehr hoch.
Allein durch die Privilegien, die orthodoxe Juden in Israel immer noch genießen, wurde der Konflikt auf kleiner Flamme immer am Kochen gehalten.
Schade, dass man schon vor gut 30 Jahren solche Stimmen und Äußerungen wie der unserer damaligen Guide nicht ernst genug genommen hat!