Fastenzeit – Prüfen

… um zu verstehen

Im Krankenhaus widmen wir uns von der evangelischen und katholischen Krankenhaus-Seelsorge der diesjährigen Jahreslosung und schauen uns einige Aspekte der Jahreslosung etwas näher an.
Mit Texten laden wir die Besucher:innen der Krankenhaus-Kapelle zu Besinnung und zum Nachdenken ein.

Hier veröffentliche ich einige Texte, die ich dazu geschrieben habe:


Mit bebendem Herzen und funkelndem Blick
trete ich aus dem Schatten des Bekannten hervor,
hinterfrage das Dröhnen des Alltäglichen
und lausche dem Ruf der verborgenen Wahrheiten.

In jedem Zweifel liegt ein Samen,
bereit zu erblühen im klaren Licht der Erkenntnis.
Ich wage mich ins Dickicht der Fragen,
denn in der Ungewissheit wohnt die Möglichkeit
eines neuen, leuchtenden Pfades.

In dieser Welt finde ich einen bunten Strauß aus Stimmen und Farben,
und ich, ein neugieriger Wanderer,
öffne die Türen, die lange verschlossen schienen,
um zu erfahren, was jenseits des Sichtbaren liegt.

Ich wage es, zu prüfen!
Nicht, um zu zerstören,
sondern um zu verstehen,
um die Schichten des Verborgenen zu lüften
und in der Tiefe des Seins
das unendliche Licht der Wahrheit zu finden.

© Gerd A. Wittka, 2025




07.02.2025

Seit dem 5.2. habe ich wieder einen ‚crash‘, weil ich mich bei einem Studientag als Proband völlig übernommen habe.
Das Thema hat mich angesprochen und wie Adrenalin in meinem Körper gewirkt.
Ich war extrem wachsam und fokussiert, mit einem Energieschub, der mir half, schnell und effektiv zu reagieren.
Dabei habe ich leider meine Grenzen an dem Tag nicht wahrgenommen, konnte auf sie nicht hören und nicht entsprechend reagieren.
Nachmittags zuhause dann der Zusammenbruch: ‚crash‘ genannt.

Das dauerte bis zum gestrigen Tage an.

Eine Chorprobe, zu der ich mich aufgerafft hatte, lag dazwischen.
Doch auch das war nicht gut für mich.
Daraus entstanden folgende Zeilen:


Bild von plBrYK auf Pixabay

Crash –
ein stummer Knall im Nichts,
ein Zerreißen des Gewohnten.

Ich sehe einen Text,
Buchstaben tanzen auf dem Rand des Verstehens,
doch ihr Sinn entgleitet
wie Nebel in einer mondlosen Nacht.

In meinem Kopf
kommt nichts an –
nur ein endloses Echo von Leere,
wo Worte sich verlieren
und Bedeutungen verhallen.

Lieder ohne Melodie,
Noten,
zu stumm,
schwarze Zeichen auf kaltem, weißem Grund,
die mein Hirn nicht fassen kann,
wie Schatten,
die sich weigern,
Form zu geben.

Ein Gespräch,
ein flüchtiges Flüstern
der Erinnerung an vorgestern,
doch der Zugang zu dem, was war,
ist versiegelt im Labyrinth der Zeit –
keine Worte finden den Weg heraus.

Ich weiß, was war,
doch das Blatt bleibt leer:
der Kopf verharrt in Schweigen,
der Mund schweigt –
und all die Zeichen,
unsichtbare Botschaften,
verweben sich im geheimnisvollen Dunkel
einer unentdeckten Melodie.

(Gerd A. Wittka, 07.02.205)




Prüfe klug – mit Herz und Sinn

„Prüfet alles und behaltet das Gute“
(1. Thessalonicher 5,21)

Bild von Bianca Van Dijk auf Pixabay

Wie Wind, der durch die Äste weht:
so vieles kommt, so vieles geht.
Gedanken, Worte, laut und still,
doch nicht alles zeigt, was es will!

Drum prüfe klug mit Herz und Sinn,
was bringt dir Frieden, was hat Gewinn? –
Was Wahrheit spricht, was Liebe webt,
was Mut dir schenkt und Hoffnung hebt.

Bild von wal_172619 auf Pixabay

Das Gute halte fest in dir,
es führt dich nah, zu Gott, zu mir.
Ein Leuchten bleibt, das nicht vergeht,
wenn Liebe still das Leben trägt.

© Gerd A. Wittka, 2025




Segen zum 32. Sonntag – B – 2024

Möge der Wind dir immer in den Rücken wehen,
und die Sonne deinen Tag erhellen, selbst in dunklen und trüben Tagen.
Möge der Regen sanft auf deinen Kopf fallen,
und der Regenbogen dir den Weg der Hoffnung zeigen.

Möge dein Herz nie von Furcht erdrückt,
sondern stets von der Kraft des Glaubens genährt werden.
Möge die Erde unter deinen Füßen fest und sicher sein,
und der Himmel dir in seinen Weiten Frieden schenken.

Möge der Stern der Zuversicht stets über dir leuchten,
und dein Blick nie vom Licht abweichen,
selbst wenn die Nacht sich lang und schwer anfühlt.

Möge die Hoffnung wie ein leiser Wind in dir wehen,
und dich auf den Flügeln des Mutes tragen,
bis du den sicheren Hafen des Friedens erreichst.

Möge Gottes Segen dich begleiten, in allen Stunden,
und das Vertrauen in bessere Tage nie von dir weichen.




Ruhe und Frieden

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Ich sehne mich oft nach
Ruhe und Frieden
in meinem Leben,
in dem mich
Gedanken
und
Gefühle martern.

Ruhe und Frieden
sind
Gefühle
der
inneren
Freiheit

wo
nichts
und
niemand

mit das Leben schwer
macht

Starke Sehnsucht
nach dem
was erst
wohl mit dem letzten
Atemzug
zu haben wird

Und trotzdem
will ich noch
hier und jetzt
bleiben

Ruhe und Frieden
eine
Sehnsucht
die
sucht
und
sucht
und

(c) Gerd A. Wittka, 07.10.2024





„Jesus, du …“

Litanei zum 21. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Gestern in unserem Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle ist eine Litanei entstanden, die ihren Ursprung im gestrigen Evangelium hat.

Bild von floyd99 auf Pixabay

Die Gottesdienstteilnehmer:innen wurden vor dem Gottesdienst eingeladen, spontan (aus dem Bauch und dem Herzen heraus) ein Wort oder einen kurzen Satz anonym aufzuschreiben, wer oder was Jesus Christus für sie ist.
Danach legten sie ihren Zettel in ein Gefäß, das beim Einzug mitgenommen und auf den Altar gelegt wurde.

Nach der Kommunion gibt es immer eine kleine Meditation.
Dieses Mal habe ich die Zettel genommen und daraus spontan die Litanei formuliert, die ich in der Anlage beigefügt habe.

Für die Teilnehmenden und auch für mich war das ein sehr dichtes spirituelles Erlebnis.

Es war
1.) so wertvoll, dass so viele ‚ihr persönliches‘ Christus-Bekenntnis abgegeben haben und
2.) andere daran teilhaben lassen. So entstand
3.) ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis in der heutigen Sprache der Menschen

Gerne teile ich mit ausdrücklicher Erlaubnis der Gottesdienstgemeinschaft dieses spirituelle Highlight.