Kannst du gut …

… für dich sorgen?!

Diese Tage mit ihrer Hitze stellen mich persönlich schon vor gewaltige Herausforderungen.
Nicht nur, dass wir eine bisher nie da gewesene Hitzephase mit Temperaturen um die 40 Tage erleben, und das sogar drei Tage lang.
Nein, auch, weil diese Hitze keine Bagatelle mehr ist!
Das ist die erlebbare Klimakrise – und das ist erst der Anfang!

Zurecht wird seitens von MedizinerInnen darauf hingewiesen, dass dies eine medizinische Notfall-Situation ist.

Ich selber merke es – vielleicht noch einmal mehr – wegen meines Long-Covids.

Long-Covid verträgt keinen Stress, Long-Covid verträgt keine Anstrengung, die über den Rahmen hinausgeht, den ich sonst beim Pacing einhalten würde.
Vielleicht ist es auch ein Glück, dass ich viel stärker diese Belastung spüre und somit auch viel deutlicher mit der inneren Stimme konfrontiert werde: „Sorge gut für dich!“.

Aber: das ist leichter gesagt, als getan.

Denn:
Da gibt es dann noch die inneren Stimmen, die mich mahnen, doch auch meinen ‚Pflichten‘ nach zu kommen, sei es im dienstlichen wie im privaten Kontext.
Da ist die Frage, in welchem Rahmen ich noch verantwortlich Gottesdienst feiern kann, wenn die Krankenhaus-Kapelle innen über 30 Grad hat und das Öffnen der Fenster bei fast 40 Grad Außentemperatur zumindest ein fataler Fehler, wenn nicht sogar eine Verantwortungslosigkeit wäre.
Da ist die Frage, ob ich an einem Konzert unseres Chores teilnehmen werde, das zwar in einer Kirche ist.
Diese wird vielleicht etwas kühler sein, als die Außentemperaturen.
Nur: die letzten Tage haben mich und meine Gesundheit geschwächt.
Eine Urtikaria (wohl eine Hitzeurtikaria), die vor einigen Jahren ausgebrochen ist und ich dann wieder ganz gut im Griff habe, überfällt seit vorgestern meinen Körper wieder. Kleine, stark juckende Pusteln an Unterarmen und Unterschenkeln zeigen mir: ‚Meinem Körper geht es nicht gut!‘.

Wie reagiere ich auf diese Warnsignale des Körpers?
Oder sind die inneren Gegenstimmen der ‚Pflicht‘ so groß, dass ich diese Warnzeichen ignorieren möchte oder sogar ignoriere?

Nach einem inneren Kampf habe ich mich dazu entschieden, den Gottesdienst morgen ausfallen zu lassen.
Nach einem inneren Kampf habe ich mich dazu entschieden, beim Konzert heute Abend nicht mitzusingen.

Aber …

ja, es ist dieses permanente „ABER“ in meinem Kopf, das mir das Gefühl gibt, nicht mit einer gewissen Selbstsicherheit zu meinen vernünftigen Entscheidungen zu stehen und innerlich mit diesen Entscheidungen die Ruhe gefunden zu haben.

Ich will es dennoch durchhalten, denn ich bin – bei aller gesundheitlichen Beschwerden – dankbar, dass mein Körper es noch nicht aufgegeben hat, mit mir zu kommunizieren und sich mir mitzuteilen. was gut und was schlecht für mich ist.

Warum offenbare ich mich hier so?
Weil ich sicher bin, dass ich nicht der/die Einzige bin, der es momentan so geht.

Was gibt dir eine innere Sicherheit und Standhaftigkeit für deine vernünftigen Entscheidungen?




Nur diesen Tag …

Mein ‚Wunsch‘ für heute

Am Anfang dieses Tages, weiß ich nicht, wie gut ich diesen Tag überstehen werde.
Gestern war ich mental ziemlich in Anspruch genommen.
Und auch das wirkt sich eher negativ auf meine Long-Covid aus.
Ich merke es sehr deutlich am ‚tired and wired‘, also an einer Müdigkeit und Erschöpfung, die mich ins Bett drängt, aber ich finde keinen Schlaf.

Nach einer wirklich nicht guten Nacht, die viel zu kurz war, habe ich für heute nur diesen einen Wunsch:

Diesen Tag zu meistern!

Zwei wichtige Termine/Dienste stehen in meinem beruflichen Kalender.
Wenn ich die gut gemeistert habe, dann bin ich schon sehr zufrieden.

Bei Long-Covid (resp. Post-Covid) lebt man häufig ‚von der Hand in den Mund‘.
Mehr geht nicht.
Und wenn ich lerne, damit schon zufrieden zu sein,
dann werde ich am Ende des Tages vom Tag nicht enttäuscht sein.




04.05.2026

Muskelschmerzen und -zuckungen

Symbolbild, Bild von Birgit auf Pixabay

*Muskelzuckungen im Liegen bei Entspannung*

Seit einigen Monaten habe ich verstärkt Probleme mit meiner Beinmuskulatur. Sie schmerzt oft ohne große Anstrengung, so als hätte ich eine große Wanderung gemacht. Ein inneres Brennen.

Und wenn ich mich hinlege, um zu entspannen, führt das oft zu unwillkürlichen spontanen Muskelzuckungen.

Ich habe es mit *Nervus-Vagus-Stimulation* versucht und auch mit *einfachen Magnesiumpräparaten* aus dem Drogeriemarkt.

Im Austausch in einer Selbsthilfegruppe vor Ort und auch bei facebook wurde ich dann aufmerksam, und zwar:

a) auf Magnesium-Komplex-Präparate

Magnesium ist nicht gleich Magnesium. Und die Verschiedenen Formen, in denen Magnesium verfügbar ist (chemisch kenne ich mich da überhaupt nicht aus), wirken auch unterschiedlich, auf Muskulatur, Nerven, etc.! Deshalb wurde mir empfohlen, dass ich unbedingt hochwertige und hochdosierte Magnesium-Komplex-Präparate nutzen sollte. Habe ich gemacht; half auch etwas, aber nicht so richtig.

b) Auf die Menge kommt es an!

Dann wurde ich bei facebook darauf aufmerksam, dass ich es vielleicht höher dosieren sollte.

• Ich hatte bislang nur eine Tablette genommen und dann auch nur dann, wenn ich bereits die Muskelzuckungen hatte.

Da ich groß und ziemlich gewichtigt bin, habe ich auf *zwei Kapseln* erhöht.

– Vor dem zu Bett gehen

Ferner wurde ich darauf hingewiesen, dass ich es schon vor dem Zubettgehen nehmen solle.

Das habe ich dann auch gemacht: Doppelte Dosis und vor dem Zubett-Gehen

Und ich spüre eine Verbesserung.

Zwei Nächte in Folge hatte ich keine Muskelschmerzen und auch keine -zuckungen mehr.

Da ich mich aber die letzten beiden Tage relativ geschont habe, muss ich nun mal schauen, wie es aussieht, wenn ich wieder in einer übliche Tagesbelastung komme.

Ich wollte euch dieses nur mal mitteilen; vielleicht ein Hinweis auch für andere Betroffene.




22.04.2026

Symptomwechsel

Seit einigen Wochen nehme ich eine Symptomveränderung wahr.

Als Grundsymptom ist die Erschöpfung geblieben – nach leichteren Anstrengungen (körperlich wie kognitiv) ermüde ich, bin platt und kann mich nur schwer konzentrieren.

Seit einigen Wochen nehme ich aber auch wahr, dass meine Muskulatur Probleme bereitet und zwar durch Schmerzen und durch unwillkürliche Muskelzuckungen.

Dies betrifft insbesondere die Beine und den Bauchbereich.
Es gibt aber auch Tage, da habe ich Muskelschmerzen in den Armen, die bis in den Schulterbereich hineingehen.

Die letzte Nacht wurde ich gegen 04.00 Uhr wach, hatte Schmerzen in beiden Oberschenkeln, aber stärker im linken Bein, die bis in den Bauchraum ausstrahlen.
Dazu dann wieder die unkontrollierten und unkontrollierbaren Muskelzuckungen.
Ich merke, wie sich eine innere Spannung in der Muskulatur aufbaut, wie ein Vulkan kurz vor der Eruption.
Und dann entlädt sich die Spannung buchstäblich in spasmenartige Muskelzuckungen, die nur einen kurzen Augenblick dauern, um dann nach wenigen Sekunden wieder zu kommen.

Ich benutze seit einigen Monaten eine hervorragende App, mit der ich meine Beschwerden und Symptome sehr gut dokumentieren kann ‚Chronic Insights‘ von James Allen:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.chronicinsights&pcampaignid=web_share

Heute wird sich zeigen, wie ich durch den Tag komme.

Jetzt habe ich erst einmal Kaffee gemacht, die ‚Laudes‘ gebetet [damit der Herr auch zu seinem Recht kommt! 😉 ].
Dann etwas frühstücken und schauen, ob ich noch etwas in den Schlaf komme …?




13.02.2026

Pacing ist leicht – bis es schwer wird

Gestern habe ich mir wieder einmal selbst ein Bein gestellt.
Der Tag fing eigentlich gut an: Arbeit im Krankenhaus mit Krankensalbung und zwei Gesprächen,
ein bisschen Arbeit für den diesjährigen Ostergruß, die Planung der Bestellung von Osterkerzen – alles in einem Rahmen, der sich gut anfühlte.

Doch dann kam der Moment, in dem ich dachte: Ach, eine kleine Aufgabe geht noch.

Also habe ich mich noch an ein paar organisatorische unverzichtbare private Aufgaben gesetzt, die schon länger darauf warteten, erledigt zu werden. Es dauerte nur etwas über eine Stunde, aber die hat den Ausschlag gegeben.

Das Ergebnis kenne ich inzwischen nur zu gut.

Erst wurde mir schwindelig, dann war der Kopf wie Watte. Ich sage dann immer: „Ich habe Matsche im Kopp!“

Am Ende des Tages ging gar nichts mehr – nicht einmal fernsehen oder Musik hören.

Die Nacht war entsprechend unruhig.

Es ist frustrierend, weil ich eigentlich weiß, wie gut Pacing funktioniert, wenn ich mich konsequent daran halte.

Aber die Versuchung, „nur noch schnell“ etwas wegzuarbeiten, ist manchmal größer als die Vernunft.

Die Quittung kam prompt.

Heute steht deshalb ein Ruhetag an.

Hoffentlich reicht das, damit morgen zwei Gottesdienste möglich sind.

Jetzt heißt es erst einmal: langsam in den Tag kommen, zuhause bleiben, Kräfte sammeln.

Später reicht die Energie vielleicht für ein Telefonat – mehr aber auch nicht.

Long Covid bleibt ein strenger Lehrmeister. Und ich lerne immer noch.




25.01.2026: Beistand

Gestern durfte ich erleben, wie eine dritte Person mir zur Seite sprang, als es wieder um meinen Umgang mit Long-Covid ging.

Landläufig gilt ja die Regel, dass man Leistungsfähigkeit antrainieren kann, und zwar durch regelmäßige Belastung, die man bewusst allmählich steigert.
Das ist bei gesunden Menschen so.

Nur:
Mein Problem ist, dass die meisten Menschen meinen, ich könnte mir mit meinem Long-Covid bessere Leistungsfähigkeit antrainieren. Das funktioniert bei Long-Covid mit dem Erschöpfungssyndrom aber nicht.
Ich kann nur hoffen, dass ich, wenn ich bis zu meinen Grenzen gehe und sie nicht permanent überschreite, allmählich so gesunden kann, dass ich peu a peu wieder mehr leisten kann.

‚Pacing‘, um das es hier geht, bedeutet: nicht zu wenig zu tun, aber auch nicht zu viel!
Und ich muss – wirklich – jeden neuen Tag in mich hineinspüren und abzuschätzen versuchen, welche Ressourcen ich jeweils am Tagesanfang zur Verfügung habe.
Diese Ressourcen muss ich mit meinen dienstlichen und privaten Verpflichtungen abgleichen und dann daraufhin meinen Tag gestalten.
Habe ich einen Fehlgriff getan und mich falsch eingeschätzt folgt die Reaktion meines Körpers auf dem Fuße und erleide einen ‚crash‘.
Erst über Wochen und Monate bekam ich ein besseres Gespür für die richtige Einschätzung.

Es ist gut, dass das Wissen um Long-Covid und Pacing auch bei nicht betroffenen Menschen mehr und mehr zunimmt.

Und wer sich dafür interessiert, aber sich damit noch nicht so auskennt, der/dem empfehle ich sehr dieses leicht lesbare und verständliche Buch von Maria A. Sinning: Peer’s Körperfabrik!