„Herr, zeig uns den Vater.“

Symbolbild, Bild von Chil Vera auf Pixabay

Impuls zum 5. Sonntag der Osterzeit – 2026

Schriftstelle: Johannes-Evangelium Kapitel 14, 1-12

So tauchen wir ein, in die Szene, die uns heute in diesem Impuls beschäftigt.

Philippus spricht diesen Satz – und mit ihm sprechen wir alle, die wir uns fragen: Wie können, dürfen, sollen wir uns Gott vorstellen?

Manche Religionen verbieten Bilder von Gott, weil sie die Versuchung fürchten, Gott zu vergegenständlichen.

Auch das Christentum kennt die Auseinandersetzung um Bilderkult und Bilderverbot.

Und doch bleibt die Sehnsucht:

Wir wollen Gott sehen, wir wollen ihn finden, wir wollen eine persönliche Beziehung zu ihm.

Das ist kein abstraktes Problem.

Viele Menschen heute ringen damit: Gott als „Vater“, und zugleich betonen immer mehr Menschen die mütterliche Seite Gottes – „sorgender Vater und liebende Mutter“.

Gott als Schöpfer, als personaler Gott, und doch so unbegreiflich.

Manche tun sich schwer, eine persönliche Beziehung zu einem Gott aufzubauen, der zugleich so groß und so fern erscheint.

Genau diese Spannung steckt in Philippus’ Bitte: Zeig uns den Vater.

Mach ihn sichtbar, mach ihn erfahrbar.

Jesus antwortet nicht mit einer theologischen Definition, sondern mit einer überraschend konkreten Aussage: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“

Das ist nicht nur ein Hinweis auf ein historisches Gesicht, das man einst gesehen hat.

Es ist eine Einladung, Jesus zu erkennen – seine Haltung, seine Lebensweise, seine Zuwendung.

Wer Jesus versteht, wer seine Art zu leben und zu handeln erkennt, der erkennt etwas vom Wesen Gottes.

Wenn wir das genauer bedenken, wird klar:

Jesus ist kein Bild, das man an die Wand hängt.

Er ist das lebendige Abbild Gottes.

In ihm sehen wir den Menschen, wie Gott ihn gedacht hat: frei, zugewandt, barmherzig, und doch nicht bloß ein Spiegel unserer Wünsche.

In Jesus begegnet uns Gottes Zuwendung, Gottes Erbarmen, seine Souveränität gegenüber unseren Projektionen.

Jesus zeigt, wie Gott handelt – nicht als Idee, sondern als gelebte Wirklichkeit.

In Jesus sehen wir den Menschen, wie ihn Gott gedacht hat.

Das heißt nicht, dass Jesus ein Idealbild ist, das wir nur bewundern sollen. Es heißt: In seinem Leben wird sichtbar, was möglich ist, wenn ein Mensch in Freiheit und in Liebe lebt, ohne sich von Gott zu lösen.

Und das ist zugleich ein Bild davon, wie Gott ist: zugewandt, heilend, herausfordernd, und doch unabhängig von unseren Wunschträumen.

Jesus geht noch einen Schritt weiter: Er verspricht, dass die, die an ihn glauben, die Werke vollbringen werden, die er vollbringt – und sogar größere.

Das klingt groß und kann leicht überfordern.

Vielleicht ist es hilfreich, das nicht als Leistungsauftrag zu lesen, sondern als Verheißung:

Wenn wir in Beziehung zu Jesus treten, wenn wir seine Worte und Werke in unser Leben lassen, dann wirkt Gottes Kraft durch uns.

Nicht weil wir stärker sind, sondern weil wir verbunden sind.

Was heißt das konkret für unser Leben heute?

Ich möchte drei einfache Wege vorschlagen, die aus deiner Überlegung folgen:

– Schau auf Jesus. Nicht als historische Figur, die weit weg ist, sondern als Mensch, dessen Worte und Taten uns heute ansprechen. Lies seine Worte, hör auf seine Art zu handeln, achte auf seine Nähe zu den Ausgegrenzten, seine Geduld, seine Klarheit.

Übe die Freundschaft mit Christus. Freundschaft wächst durch Zeit, durch kleine Gesten, durch Vertrauen. Das kann im Gebet sein, im Hören auf die Schrift, im Gespräch mit anderen, im Tun, das seinem Geist entspricht.

Lass dich von seinen Werken prägen. Wenn Jesus heilt, versöhnt, tröstet, dann sind das keine abgeschlossenen Taten der Vergangenheit. Sie sind Muster, nach denen wir unser Handeln ausrichten können – nicht um zu beweisen, dass wir gut sind, sondern um Raum zu schaffen, in dem Gottes Liebe sichtbar wird.

All das ist keine Garantie für einfache Antworten.

Es bleibt ein Suchen, ein Fragen, ein Tasten, ein Ringen.

Aber gerade dieses Suchen ist Teil des Glaubenslebens.

Philippus’ Frage ist eine ehrliche Frage – und Jesus’ Antwort ist eine Einladung: Komm näher, schau hin, erkenne mich – und du wirst den Vater erkennen.

So können wir Schritt für Schritt in eine tiefere, vertrautere Beziehung zu Christus hineinwachsen – und dadurch auch in die Beziehung zu dem Gott, der für Jesus „sorgender Vater und liebende Mutter“ ist.

Es ist ein Weg, der Zeit braucht, der Geduld verlangt und der immer wieder neu beginnt.




Zwischen Selbsthingabe und Selbstaufgabe

Bild: Gerd A. Wittka, 2026, erstellt mittels KI/AI

Wenn Hingabe an ihre Grenzen kommt

Manchmal stolpert man über einen Satz, der sich im Kopf festsetzt wie ein Stein im Schuh. So ging es mir gestern mit einer Zeile über die Biographie Katharina von Siena:
„In ihrem Kampf für die eine Kirche und das Papsttum zehrte sich Katharina auf, sodass sie, erst 33‑jährig, in Rom starb.“ (Te Deum beten, April 2026, S. 361)

Solche Sätze lassen mich oft innehalten und mich fragen:
Wie weit würde ich selbst gehen?
Was ist mir so wichtig, dass ich dafür Kraft, Zeit, vielleicht sogar Gesundheit einsetze?
Und wo beginnt der Punkt, an dem Hingabe in Selbstverlust kippt?


Ein altes Bild, das in die Gegenwart hineinragt

Katharina ist dafür nur der Auslöser, nicht die ganze Geschichte. Ihr Leben steht wie ein altes Gemälde im Museum: eindrucksvoll, intensiv, aber aus einer anderen Zeit. Man kann davorstehen und staunen — und gleichzeitig spüren, dass dieses Bild nicht eins zu eins in unser heutiges Leben passt.

Nur: die Frage, die sich dahinter verbirgt, ist zeitlos!
Ist es wirklich ein geistliches Ideal, sich selbst zu verzehren?
Oder ist es vielmehr ein Missverständnis des Glaubens, wenn Hingabe mit Selbstvernichtung verwechselt wird?


Zwischen Feuer und Flamme

Es gibt Menschen, die brennen für etwas. Und es gibt Menschen, die daran verbrennen.
Der Unterschied ist oft fließend, kaum sichtbar.

Hingabe kann leuchten, wärmen, inspirieren. Sie kann Menschen zusammenbringen, Mut schenken, Veränderung anstoßen.
Aber sie kann auch fordern, ziehen, auslaugen — bis man sich selbst kaum noch spürt.

Vielleicht ist das die eigentliche Spannung:
Wie bleibt das Feuer ein Feuer — und wird nicht zur Flamme, die alles verzehrt, auch mich selbst?


Das Leben als Gabe

In vielen spirituellen Traditionen klingt ein anderer Ton mit:
Das Leben ist nicht nur Aufgabe, sondern auch Geschenk.
Nicht nur Einsatz, sondern auch Empfang.

Wenn man das ernst nimmt, entsteht ein anderes Bild von Spiritualität:
Eines, das nicht nur fragt, wofür ich mich hingebe, sondern auch, woher ich lebe.
Eines, das nicht nur Opfer sieht, sondern auch Würde.
Eines, das nicht nur fordert, sondern auch schützt.

Vielleicht ist das die tiefere Einladung:
Das eigene Leben nicht zu verschwenden — weder in Selbstsucht noch in Selbstaufgabe.


Ein Blick nach innen

Dieser Gedanke führt nicht zu schnellen Antworten.
Er führt eher zu einer Art innerem Gespräch:

Was trägt mich wirklich?
Was ist mir so wichtig, dass ich dafür etwas von mir gebe?
Und was ist mir so heilig, dass ich es nicht verlieren möchte — auch nicht im Namen einer guten Sache?

Es sind Fragen, die nicht vor aller Welt beantwortet werden müssen und die Fragen bleiben dürfen, ohne eine endgültige Antwort.
Sie wirken im Hintergrund, während man weitergeht, weiterlebt, weiter sucht.


Am Ende bleibt eine Einladung

Die Geschichten der Heiligen — und auch die der Überforderten, der Erschöpften, der Mutigen — können uns berühren.
Aber sie müssen uns nicht fesseln.

Vielleicht geht es heute weniger darum, sich aufzureiben,
und mehr darum, wach zu bleiben für das, was das eigene Leben kostbar macht.

Nicht aus Bequemlichkeit.
Nicht aus Angst.
Sondern aus einer tiefen Ahnung heraus,
dass Gott nicht nur unseren Einsatz will,
sondern auch unser Leben.

Ein Leben, das brennt —
aber nicht verbrennt.

Ein Leben in Fülle!




gehen – mitgehen – zurückgehen

Impuls zum 3. Sonntag der Osterzeit – A – 2026

Schriftstelle: Lukas-Evangelium 24, 13-25

Bild von Silvia auf Pixabay

Manchmal zerbrechen Träume wie Glas. Hoffnungen platzen wie Seifenblasen. Pläne, an denen wir festgehalten haben, verbrennen plötzlich wie Papier in der Glut. Viele kennen das: eine Diagnose, eine Nachricht, ein Abschied — und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Dann bleibt oft nur der Gedanke: „Jetzt ist alles aus.“

Auf dem Weg nach Emmaus

Die beiden Jünger sind müde, enttäuscht, verängstigt. Alles, was sie mit Jesus verbunden hatte, scheint verloren. Sie wollen nur noch weg. Dieses Weggehen ist kein Abenteuer, es ist ein Rückzug: weg von dem Ort, der schmerzt; weg von den Erinnerungen, die zu schwer sind.
Und doch gehen sie nicht schweigend. Sie reden miteinander. Sie teilen Frust, Enttäuschung und Angst. Das Reden ändert nicht sofort die Welt, aber es verändert die Last: sie wird teilbar, weniger erdrückend.

Ein Dritter, der bleibt

In ihre Unterhaltung tritt ein Fremder.
Er hört zu, ohne zu urteilen.
Er nimmt ihre Not ernst.
Er kommt nicht mit schnellen Antworten, sondern bleibt bei ihnen, fragt nach, erklärt behutsam.
Diese Art des Zuhörens nimmt nicht die Ohnmacht, aber sie befreit davon, allein gegen das Unabänderliche ankämpfen zu müssen.

Wenn wir unsere Sorgen aussprechen dürfen und jemand wirklich zuhört, verändert das etwas — nicht weil die Umstände sofort besser werden, sondern weil das Leid nicht mehr nur in uns liegt.

Genau das habe ich vor wenigen Tagen erlebt:
Angehörige eines sterbenden Menschen suchten das Gespräch.
Ich hörte ihnen zu, ließ sie erzählen von der Situation, von den Aussichten und Prognosen und von den noch ungeklärten Fragen, die sie belasteten. Ich hörte zu, versuchte behutsam, dass sie ihre Lage und ihre Gefühle ins Wort bringen konnten, damit sie Antworten für sich finden konnten.
Mehr als zuhören und Impulse geben konnte ich nicht.

Und doch geschah etwas Konkretes:

indem sie selber ihre Anliegen und Belastungen aussprachen, konnten sie der Wahrheit der belastenden Situation ins Auge sehen und mit ihr umgehen.
Sie gewannen mehr Selbstsicherheit und konnten auf einmal viel besser mit der schweren Situation umgehen.
In meinem Da‑und‑Mit‑Sein entstand ein Feld, auf dem sie selbst Orientierung und Klarheit finden konnten.

Das Brot als Erinnerung und Verbindung

Bild zeigt ein Gobelin, dass die beiden Emmaus-Jünger zusammen mit dem auferstandenen Christus bei Tisch. Jesus segnet das Brot und gibt es ihnen - da erkennen sie IHN als den Auferstandenen.
Bild von Robert Cheaib auf Pixabay

Die Jünger erkennen Jesus erst beim gemeinsamen Brotbrechen. Dieses einfache, vertraute Zeichen öffnet ihnen die Augen:
Er ist da. Er lebt.
Wichtig ist hier ein weiterer Gedanke:
Das Brotbrechen knüpft an das an, was sie schon einmal erlebt hatten — an das Abendmahl im Saal, bevor alles in Passion und Tod mündete.
Dort, beim letzten gemeinsamen Mahl, war Gemeinschaft schon einmal erfahrbar, als Jesus noch unter ihnen war.
Das Brot erinnert an diese Gemeinschaft und macht sie wieder gegenwärtig.
Es ist kein großes Spektakel, sondern eine alltägliche Geste, die Verbindung stiftet.

Vielleicht ist das ein Hinweis für uns:
Gottes Gegenwart zeigt sich oft nicht in großen Wundern, sondern in kleinen, geteilten Momenten — beim Teilen einer Mahlzeit, beim Händedruck, beim stillen Nebeneinandersitzen.
Solche alltäglichen Zeichen können Augen öffnen und Herzen wärmen, weil sie an frühere Erfahrungen von Nähe und Verbundenheit anknüpfen.

Kleine Gesten, konkrete Formen des Da‑Seins

Manchmal reicht eine einfache Geste, damit etwas ins Rollen kommt.
Eine Tasse Kaffee zusammen trinken, fünf Minuten still nebeneinandersitzen, eine kurze Nachricht mit den Worten
„Ich denke an dich“ — das sind keine großen Lösungen, aber oft die ersten Schritte, damit Leben wieder weitergehen kann. Ein offenes Ohr, ein behutsames Nachfragen, das Aushalten von Schweigen: das sind konkrete Formen des Da‑Seins, die einen Raum schaffen, in dem Menschen ihre Lage anschauen, benennen und neu ordnen können. Ein Wort, das sagt: „Ich bleibe bei dir“, kann mehr bedeuten als jede Erklärung.

Zurückgehen statt Fliehen

Die Begegnung verändert die Jünger.
Sie bleiben nicht in Trauer und Angst stehen.
Sie finden Kraft, weiterzugehen — und sogar die Kraft, zurückzugehen an den Ort, der ihnen Angst gemacht hat.
Dieses Zurückkehren ist kein Rückfall in alte Sicherheit, sondern ein mutiger Schritt.
Die Erfahrung, getragen zu sein, macht handlungsfähig; sie macht uns nicht unverwundbar, aber sie lässt uns Dinge tun, die wir vorher nicht für möglich gehalten hätten.
Die Jünger werden zu Menschen, die erzählen, die berichten, die anderen von dem erzählen, was ihnen geschenkt wurde.

Ein Gedanke zum Mitnehmen

Im Alten Testament heißt Gott
JHWHIch bin der: ich‑bin‑da.
Manchmal zeigt sich dieses Da‑Sein nicht in großen Worten, sondern in einem Lächeln, einem ehrlichen „Dankeschön“, einer rücksichtsvollen Geste im Alltag.
Solche kleinen Zeichen können genügen, damit Hoffnung und Lebensfreude wieder spürbar werden.




Falsche Frömmigkeit

oder: wenn jemand die Religion für seine Macht missbraucht

Manche erinnern sich an das – für mich verstörende – Bild, wie Donald Trump sich vor der Kamera von über einen Dutzend evangelikaler AmtsträgerInnen ’segnen‘ ließ.
Wenige Tage später zieht Trump in den Krieg gegen den Iran, eigenmächtig, ohne sich mit Verbündeten aus EU und NATO zu besprechen, geschweige denn zu beraten.
Denn: nein, ein Donald Trump, selbstherrlich und egomanisch wie er nun mal zu sein scheint, hat das ja offenbar nicht nötig.

Dort heißt es in den Versen 28 und 29:

Und anschließend bezieht Jesus diesen Vergleich explizit auch auf die Absicht, in einen Krieg ziehen zu wollen.

Jetzt ist genau das geschehen:
zwar hinter vorgehaltener Hand, lacht man über Donald Trump, man verspottet ihn und nimmt ihn jetzt erst recht nicht mehr ernst.

Bild von Pascal auf Pixabay

Besonders profitiert dabei z.B. Putin über diesen irrsinnigen Krieg Trumps gegen den Iran.
Putin kann sich genüsslich zurück lehnen: Die Ukraine und sein völkerrechtwidriger Angriff gegen die Ukraine ist von den Schlagzeilen etwas verdrängt worden. Die Ölpreise steigen und Putin kann noch mehr Geld in seine Kriegskasse scheffeln.
Putin muss Trump nur machen lassen, denn Trump unterstützt – gewollt oder ungewollt – offensichtlich das miese Geschäft anderer Kriegstreiber und Verbrecher.

Erst gestern sprach ich mit ganz normalen Menschen, wie du und ich.
Sagte eine Frau zu mir: „Als ich von dem Angriff gegen den Iran hörte, schoss es mir gleich durch den Kopf: ‚die Straße von Hormus'“
Ganz normale Menschen wissen um die strategische immens wichtige Bedeutung der Straße von Hormus für den Iran.
Sollte der Präsident der USA nicht einmal um dieses strategische Basiswissen verfügen?
Wenn ja, dann ist er es nicht wert, Präsident einer solch großen Nation zu sein!
Und wenn er es weiß, dann stellt sich doch die Frage, ob nicht ganz andere persönliche Absichten hinter diesem irrwitzigen Tun stecken?

Auch seine vermeintliche ‚Kritik an NATO-Staaten‘:

Ist Trump wirklich so dumm, dass er nicht verstanden hat, was die NATO von ihrem Wesen her ist: Ein VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS ?!
Die NATO ist keine Gemeinschaft von Staaten, die Angriffskriege unterstützen!

Sollte Trump wirklich so dumm sein, das nicht zu wissen oder zumindest so dumm sein, das zu ignorieren?!
Ist Trump wirklich nicht bewusst, dass sein Angriff auf den Iran völkerrechtlich mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar völkerrechtswidrig ist?
Und wenn dieser Angriff völkerrechtswidrig ist, ist dann Trump nicht besser als Putin?

Man kann es drehen und wenden wie man will: der derzeitige Präsident der USA wird wohl in die Geschichte eingehen, als der unfähigste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Und seine Unfähigkeit und seine Fehler werden sich noch lange auf die Geschichte der USA, vielleicht auch vieler anderer Regionen der Erde auswirken.

Womit hat die Welt das verdient?
Und vor allem:

Warum lässt man diesen Präsidenten weiter gewähren?
Wo sind die vernünftigen und anständigen Menschen, auch unter den Republikanern in den USA?!

Ich denke:
Alle, die die Macht und den Einfluss haben, sich gegen Trump zu positionieren, es aber nicht tun, sind mitschuldig an dieser gegenwärtigen gefährlichen Situation, die vom Präsidenten der USA noch geschürt wird.




Oster-Aufstand

Ostern 2026 – Friede und verschlossene Türen

Sie ist eine der prägensten Osterereignisse in der Bibel:
Der Auferstandene tritt durch verschlossene Türen.
Er sucht Menschen auf, die sich verstecken, die fliehen, die resigniert haben.
Menschen, deren Hoffnung mit dem Tod Jesu zerbrochen ist wie Glas.

Bild: (c) Gerd Wittka, 31.3.2026, erstellt mit Hilfe von KI

Und mitten hinein in ihre Angst spricht er Worte, die wie ein Wunder klingen:
„Friede sei mit euch.“

Nicht als Floskel.
Nicht als spirituelle Beruhigungstablette.
Sondern als Auftrag, als Zumutung, als Weckruf.

Ostern feiern heißt:
Dem Frieden den Vorrang geben.
Nicht theoretisch. Nicht symbolisch.
Sondern existenziell.

Vielleicht müssten wir es sogar noch schärfer sagen:
Ostern feiern geht nur mit einer echten Friedensgesinnung.
Denn wer dem Auferstandenen begegnet, begegnet dem, der den Frieden nicht nur zusagt,
sondern ihn einfordert.
„Suchet den Frieden und jaget ihm nach!“ (Psalm 34,15)
So steht es in der Schrift.
Nicht: „Wartet, bis er euch in den Schoß fällt.“
Nicht: „Hofft, dass andere ihn herstellen.“
Sondern: Jagt ihm nach.
Mit Herz. Mit Verstand. Mit Mut.

Und dann schauen wir auf unsere Welt im Jahr 2026.

Eine Welt, in der Kriege brennen wie offene Wunden.
In der Menschen sterben, weil andere ihre Macht sichern wollen.
In der Einflusszonen wichtiger sind als Tränen.

Viele Menschen sehen politische Führungsfiguren, die Konflikte anheizen oder verschärfen, die religiöse Bilder nutzen, um sich selbst zu inszenieren.
Sie sehen einen russischen Präsidenten, der einen Krieg begonnen hat
und sich zugleich in orthodoxen Kirchen zeigen lässt.
Sie sehen einen amerikanischen Präsidenten,
der politische Entscheidungen trifft, die auf dem Rücken anderer ausgetragen werden, und sich gleichzeitig öffentlich von religiösen Leitungsfiguren segnen lässt.

Das ist
eine Instrumentalisierung des Heiligen
für weltliche Machtspiele.
Und das steht diametral im Widerspruch zu dem,
was Ostern bedeutet.

Denn Ostern ist kein religiöses Dekor.
Kein spirituelles Feigenblatt.
Ostern ist Gottes Nein zur Gewalt.
Gottes Nein zur Machtgier.
Gottes Nein zur Instrumentalisierung des Glaubens.
Ostern ist Gottes Ja zum Leben – kompromisslos.

Ostern 2026

Vielleicht ist das unsere Aufgabe in diesem Jahr:
Nicht nur Eier zu bemalen, sondern Wunden zu benennen.
Nicht nur „Halleluja“ zu singen, sondern „Warum?“ zu rufen.
Nicht nur die Auferstehung zu feiern, sondern den Frieden zu suchen,
den Christus uns zumutet.
Wir dürfen – ja, wir müssen – darum bitten,
dass der Heilige Geist uns erfüllt
mit einer Sehnsucht nach Frieden,
die stärker ist als Resignation,
mutiger als Angst,
beharrlicher als die Logik der Gewalt.

Eine Sehnsucht, die ihren Ursprung hat
in jenem Satz, der durch verschlossene Türen drang
und bis heute durch die Welt hallt:
„Der Friede sei mit euch.“

Auferstehung Christi, by: Gerd A. Wittka 2026, erstellt mit ‚gemini‘



Wieder Männer

Bild von Olena auf Pixabay

Wieder und wieder
stehen sie da,
mächtige
Männer,

die mit ihren Fingern
an Landkarten zerren,

Grenzen verschieben
wie Spielsteine,
als ginge es
um nichts weiter
als ein Brettspiel
an einem verregneten Nachmittag.

Wieder und wieder
sind es diese
mächtigen Männer,
die Kriege anzetteln,

als wären sie Funken,
die man leichtfertig
in trockenes Gras wirft.

Doch brennen
tun andere.

Nicht sie.
Nie sie
!

Es sind die Unschuldigen,
deren Blut

in den Straßen versickert,
deren Namen
in Listen verschwinden,
deren Kinder
nachts aufschrecken

und niemanden mehr haben,
der sie hält.

Es sind die Alten,
die nicht mehr fliehen können,

die Mütter,
die ihre Söhne begraben,
die Väter,
die verstummen,

weil Worte
nicht mehr reichen
für das,
was ihnen genommen wurde.

Wieder und wieder
sind es
mächtige Männer,
die Kriege anzetteln
und sich selbst
vor jedem Funken
in Sicherheit bringen.

Sie sitzen
wohlbehütet
in Palästen,
in Bunkern,

in Konferenzräumen
mit schweren Türen,
spielen Golf
auf grünen Wiesen,

während anderswo
die Erde
von Bomben
aufgerissen wird.

Sie schicken andere
an die Front,
andere
in den Tod,
andere
in das namenlose Leid,
das sie selbst
nicht einmal
anzusehen wagen.

Bild von Lola Anamon auf Pixabay

Wieder und wieder
sind es
f e i g e
Männer,

die Stärke predigen
und Schwäche säen,
die Ehre beschwören
und Schande bringen,
die von Vaterland reden
und doch
die Kinder des Landes
opfern.

Und wir stehen da,
fassungslos,
ohnmächtig,
fragend,
warum die Welt
immer wieder
unter den gleichen
Schritten zerbricht.