Heute heimelige Stimmung

So ist das in meinem Dienst: Heute genieße ich ihn zum ersten Mal richtig intensiv.

Ich bin nicht erschöpft, habe meine Arbeit heute (hoffentlich) getan.

Gut, dass die Weihnachtszeit noch etwas andauert.




Früher war mehr Lametta




Blutige Nase

Quelle: pixabay.com

Für Silvester ist eine Predigt in Vorbereitung, bei der ich mir eine ‚blutige Nase‘ holen könnte…!

Gespannt? Dann ab dem 31.12. meinen Blog besuchen: www.denk-arten.de.




Habt keine Furcht

Und das versucht Putin sich zu nutze zu machen.

Deshalb ist die weihnachtliche Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“ auch eine Kampfansage gegen Putin und seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine!




Erschöpft und dankbar

Nun kann Weihnachten kommen

Die Wochen vor Weihnachten, die Adventszeit sind für mich als Krankenhaus-Seelsorger einer der Hochphasen meiner täglichen Arbeit.
Und in dieser von Corona gezeichneten Zeit in ganz besonderer Weise, denn in den Krankenhäusern bestehen immer noch ziemlich strenge Vorgaben, was die Corona-Infektions-Vorsorge angeht.



Im Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen, wo der Schwerpunkt meiner seelsorglichen Arbeit ist, dürfen wir in der Krankenhaus-Kapelle noch immer keine gemeinschaftlichen Präsenzgottesdienste feiern. Der Raum ist einfach zu klein.
Seit 2020 gestalten wir von der evangelischen und katholischen Krankenhaus-Seelsorge deshalb die Kapelle als einen ‚geistlichen Erfahrungsraum‘ – und das bedarf einiger Vorbereitungen und auch einiges an konkretem Aufwand.

Ökumenische Geschwisterlichkeit

»Gott sei Dank!« – und das schreibe ich hier mal ganz bewusst – gibt es, seit dem ich in diesem Krankenhaus meinen Dienst tue, eine hervorragende ökumenische Zusammenarbeit. »Und alles war ihnen gemeinsam …« (vgl. Apg 4,32) ist ein Motto, was uneingeschränkt für die Ökumene in diesem Haus gilt. Meinem früheren evangelischen Kollegen, Pfarrer Falk Nerenz, und meiner jetzigen evangelischen Kollegin Melanie Gehrke-Marolt, bin ich dafür grenzenlos dankbar!

So war also auch die diesjährige Adventszeit und die Vorbereitung auf Weihnachten ganz und gar ökumenisch geprägt. Dabei laufen alle Aktivitäten und Vorbereitungen (über die ich jetzt nicht ausführlich berichten kann, weil sonst der Artikel zu lang würde), auf die Tage vor Weihnachten hinaus. Und am letzten Tag vor Heiligabend kommt dann die gemeinsame Aktion, wo wir alle Kraftanstrengungen noch einmal bündeln müssen: der Besuch auf den Stationen, bei den Mitarbeitenden und den Patient:innen des Hauses!

Ja, du hast richtig gelesen: Wir besuchen alle Patient:innen, die noch am 23.12. im Haus sind. Und in unserer Psychiatrie, die mittlerweile sechs Stationen umfasst, sind alle Stationen bis auf den letzten Platz gefüllt, so scheint es mir zumindest.

Das ist eine Mammut-Aufgabe, eine Kraftanstrengung, die ich mental und körperlich vorher gut vorbereitet haben muss. Denn am Ende – und das weiß ich aus Erfahrung – werde ich wieder ziemlich erschöpft sein.

Und so war es auch gestern wieder.
In diesem Jahr konnten wir den Patient:innen ein kleines Geschenk machen, weil wir finanziell dafür den Rücken freigehalten bekommen haben (wofür wir sehr dankbar sind). Es gab für jede/n Patient:in einen kleinen Olivenholz-Anhänger, der die weihnachtliche Krippenszene darstellte.
Wir haben nicht gezählt, wie vielen Patient:innen wir dabei begegnet sind, aber gefühlt waren es insgesamt gut 180 Personen, aufgeteilt auf zwei Seelsorgenden. Das sind pro Person gut 90 Begegnungen, die zwar kurz und knapp, aber deshalb nicht weniger intensiv waren.

Krippen-Baumanhänger für Patient:innen,
Foto: Gerd Wittka

Denn das bedeutete, in wenigen Augenblicken und mit wenigen Worten ein Geschenk und einen weihnachtlichen Gruß zu überreichen, der für die beschenkten Personen möglichst ein erhellender Augenblick in ihrem Klinikaufenthalt war.

Leuchtende Augen und frohe Gesichter

Auch wenn es sehr anstrengend war: Wir haben nicht nur ein kleines Geschenk und unsere Weihnachtswünsche ausgesprochen, sondern haben fast immer auch etwas zurückbekommen: leuchtende Augen, frohe Gesichter und das Gefühl, den Menschen eine kleine Freude bereitet zu haben.
Und das ist immer aller Mühe wert.

Am Ende des Tages – und das weiß ich vorher – bin ich immer ziemlich erschöpft und muss mich erholen: für den heutigen Tag, an dem ich dann die Christmette feiern darf und anschließend noch Patient:innen im anderen Krankenhaus die weihnachtliche Kommunion bringen kann.

Diese Erholungsphase muss ich vorher sorgsam einplanen, sonst kann ich solche anstrengenden Phasen nicht gut überstehen.

Der Heiligabend am Morgen

Jetzt, am 24.12. um 08.00 Uhr morgens, merke ich immer noch die Anstrengungen in meinen Knochen. Aber ich bin glücklich und zufrieden. Glücklich und zufrieden, dass – bis auf ganz wenige Ausnahmen – wir ein so positives direktes feedback erhalten haben. Und ich bin glücklich und zufrieden, dass ich auch sorgsam diese Zeit vorbereitet hatte und auch mit mir selbst fürsorglich umgegangen bin.

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren waren mir dabei eine große Hilfe.

Adventliche Gestaltung der anderen Krankenhaus-Kapelle,
Foto: Gerd Wittka

Heute, für die Christmette im anderen Krankenhaus, ist schon seit letzte Woche alles gut vorbereitet gewesen. Der Gottesdienst stand schon am 4. Adventssonntag. Das ist wichtig, damit z. B. auch der Organist sich mit der Musik gut darauf vorbereiten kann. Etwa zwei Stunden vor dem Gottesdienst werde ich dann in der Kapelle sein, um auch diesen Gottesdienst vorzubereiten. Eine Lichtanlage zur Illuminierung des Altarraumes muss noch aufgebaut werden.

Mein Kollege vor Ort hat nun auch die Krippe und den Christbaum aufgebaut. Es ist wieder herrlich geworden. Und vielleicht werde ich davon auch noch Bilder präsentieren können. Etwa 45 Minuten vorher will ich alles vorbereitet haben, damit ich auch noch etwas Puffer wegen meines Reizdarmes habe, der mir natürlich auch noch immer wieder in die Quere kommen kann. Aber auch da bin ich kein Einzelkämpfer, sondern der katholische Seelsorger in diesem Haus und auch ein Herr, der ehrenamtlich dort bei den Vorbereitungen des Gottesdienstes (Küsterdienst) hilft, sind unverzichtbar für das Gelingen dieses Gottesdienstes.

Und wenn dann die Christmette vorbei ist und wir noch dem einen oder der anderen Patient:in auf der Station die weihnachtliche Kommunion gereicht haben, werde ich wohl wieder ‚erschöpft und dankbar‘ nach Hause zurückkehren. Und dann freue ich mich auf einen geruhsamen Abend an Heiligabend, den ich alleine verbringen werde. Diesen Abend alleine zu verbringen, ist aber etwas sehr Gutes und Schönes für mich. Und das nicht nur, weil ich mich dann etwas erholen kann, sondern weil ich mich selber an diesem Abend dem Geheimnis der heiligen Nacht stellen kann und darf. Ich freue mich darauf, wenn dann auch bei mir weihnachtlicher Friede einkehren kann und ich mit dankbarem Herzen die Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus in aller Ruhe und Stille feiern darf!


Nachspann:

Hier die versprochenen Bilder aus der zweiten Krankenhaus-Kapelle.




Friedensbotschaft

Gegen die dröhnenden Soldatenstiefel

„Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft,
jeder Mantel, im Blut gewälzt,
wird verbrannt,
wird ein Fraß des Feuers.“

Jesaja 9,4



Die Botschaft der Heiligen Nacht, die Botschaft von Weihnachten, die Botschaft der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, ist und bleibt eine Botschaft des Friedens!

Zuallererst ist es eine Botschaft des Friedens zwischen Gott und den Menschen, ein Fest der Versöhnung.

Doch Friede zwischen Gott und den Menschen ist ohne Frieden zwischen den Menschen kein vollständiger Friede.
Deshalb gibt es keine Friedensbotschaft für jene, die den Krieg wollen!
Es gibt keine Weihnachten für Kriegstreiber, Despoten, Unterdrücker.

Deshalb steht Gott auf der Seite derer, die bedroht werden, durch Krieg, durch Terror, durch staatliches Repressionen und menschenverachtende Schreckensherrschaften!

Die zuversichtliche Botschaft an die Unterdrückten ist zugleich eine drohende Warnbotschaft an die Unterdrücker und Kriegstreiber der Welt, ob im Iran, in Russland, in China oder sonst wo auf der Welt!

Denn die tröstliche Botschaft des Jesaja hat – wie eine Medaille – zwei Seiten.

Die verkündete Freude, der verheißende Friede ist nicht möglich, wenn den Kriegstreibern und Gewalttätern nicht das Handwerk gelegt wird.

Deshalb sind die guten Nachrichten der Weihnacht zugleich auch warnende Nachrichten an jene, die das Gegenteil von Friede, Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung bringen.

Gott selber will es vollbringen!

Bild von Schwester M. Jutta auf Pixabay

Denn ein Kind wurde uns geboten,
ein Sohn wurde uns geschenkt.
Die Herrschaft wurde auf seine Schultern gelegt. (…)
Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende
auf dem Thron Davids und seinem Königreich,
um es zu festigen und zu schützen
durch Recht und Gerechtigkeit,
von jetzt an bis in Ewigkeit.
Der Eifer des Herrn der Herrscharen
wird das vollbringen.“

Jesaja 9, 5-6

Ich wünsche dir und allen Menschen guten Willens,
allen, die sich nach Frieden und Gerechtigkeit sehnen,
ein friedvolles, gnadenreiches und gesegnetes Weihnachten 2022!