‚Leihmutterschaft‘

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ethische Fragen und Aspekte


Hintergrund:

In diesen Tagen wurde bekannt, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU Jens Spahn und sein Ehepartner ein Kind über eine Leihmutterschaft bekommen haben.
Abgesehen von der ablehnenden Haltung der CDU/CSU ein solches Recht auf Leihmutterschaft in Deutschland zu verankern, führt dies zu einer öffentlichen Debatte über die sogenannte ‚Leihmutteschaft‘:
Mit meinen nachfolgenden Fragen möchte ich einen konstruktiven Beitrag zum öffentlichen Diskurs leisten.


Grundsätzliches

Die ethischen Fragen zur Leihmutterschaft müssen unabhängig davon gestellt werden, ob die zukünftigen Eltern Mutter und Vater, zwei Mütter oder zwei Väter sind.

Die Leihmutter

  • Darf der Körper einer Frau allein wegen seiner biologischen Fähigkeit, ein Kind auszutragen, genutzt werden?
    Ist es ethisch vertretbar, dass eine Frau ihren Körper für eine Schwangerschaft zur Verfügung stellt, nur weil sie dazu biologisch in der Lage ist?
  • Was bedeutet es, wenn finanzielle Not eine Rolle spielt?
    Viele Leihmütter bieten diesen Dienst an, weil sie in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen leben. Sie tun es, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
  • Ist es ethisch gerechtfertigt, dass finanzielle Not zu einer solchen Entscheidung führt?

Biologische Mutterschaft und Rechte

Genetisch ist die Leihmutter in den meisten Fällen zu 50 % die biologische Mutter des Kindes.
In manchen Fällen ist es sogar möglich, dass eine Frau lediglich austragende Frau ist, insofern ihr eine bereits befruchtete Eizelle implantiert wird.

  • Welche ethische Bedeutung hat die frühe Bindung des Kindes zu seiner biologischen Mutter, die schon im Mutterleib entsteht?

  • Was bedeutet es für das Kind, wenn ihm diese Mutter entzogen wird und es später keine Möglichkeit hat, sie kennenzulernen?
    Ist dieses Recht veräußerlich?
  • Kann man das Recht eines Kindes auf seine biologische Mutter einfach „übertragen“ oder „verkaufen“?

Emotionale Bindung während der Schwangerschaft

Eine Frau baut während der Schwangerschaft nachweislich eine emotionale Bindung zu dem Kind auf, das in ihr wächst.

  • Hat diese Bindung keine Bedeutung?
  • Können wir einfach darüber hinwegsehen und sagen: „Geld regiert die Welt“?
  • Dürfen wir emotionale Bindungen ignorieren, nur weil ein Vertrag oder eine Bezahlung vorliegt?

Das Kind

Das Recht des Kindes auf seine Elter

Unser Familienrecht betont das Recht des Kindes auf seine Eltern.

  • Welche ethische Bedeutung hat die frühe Bindung des Kindes zu seiner biologischen Mutter, die schon im Mutterleib entsteht?
  • Was bedeutet es für das Kind, wenn ihm diese Mutter entzogen wird und es später keine Möglichkeit hat, sie kennenzulernen?
  • Ist dieses Recht veräußerlich?
  • Kann man das Recht eines Kindes auf seine biologische Mutter einfach „übertragen“ oder „verkaufen“?

Biogenetische Selektion vor der Befruchtung

Bei der Leihmutterschaft wird oft schon im Vorfeld eine Auswahl getroffen: Welche Frau kommt als Leihmutter infrage?
Dabei spielen biologische, genetische und sogar optische Kriterien eine Rolle:

  • Welche Haut‑, Haar‑ oder Augenfarbe soll das Kind haben?
  • Welche genetischen Eigenschaften soll es haben – oder nicht haben?
  • Gibt es genetische Vorerkrankungen bei der Leihmutter oder in ihrer Familie? • Wie ist dieses selektive „Bio‑Design“ ethisch zu bewerten?

Das „Recht“ auf Elternschaft

  • Gibt es ein natürliches Recht auf Elternschaft?
    Diese Frage wurde lange diskutiert – zunächst vor allem bei heterosexuellen Paaren, die keine Kinder bekommen konnten oder aus gesundheitlichen Gründen keine Schwangerschaft riskieren wollten.
    Durch die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehe betrifft die Frage nun auch gleichgeschlechtliche Paare.
    Ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ greift zu kurz.
    Für Paare, die sich nach der Eheschließung eine Familie wünschen und dann erfahren, dass sie keine eigenen Kinder bekommen können, bedeutet das oft großes Leid. • Sollten solche Paare ein Recht auf Elternschaft haben?
  • Und würde dieses Recht dann auch ein Recht auf Leihmutterschaft oder Samenspende einschließen? • Was ist mit den oben genannten ethischen Fragen?

Sie verschwinden ja nicht. Sie bleiben bestehen – unabhängig davon, wie sehr sich ein Paar ein Kind wünscht.

Gibt es Alternativen?

Adoption als Möglichkeit

  • Ist es wirklich abwegig, auf Adoption hinzuweisen?
  • Durch Adoption können Kinder, die sonst keine Chance auf liebevolle Eltern hätten, in eine Familie kommen.
  • Ist es nicht auch ethisch wertvoll, solchen Kindern eine menschliche und liebevolle Entwicklung zu ermöglichen – vom Kind zum Erwachsenen?
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Weitere interessante Kommentare und Berichte:
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Mehr Gott gehorchen

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Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 5,29b

Ein starkes Wort, das da heute fast buchstäblich in der Mitte der heutigen Tageslesung (Apg. 5, 27-33) steht.

Nach der Auferstehung Christi werden die Apostel dem Hohen Rat vorgeführt. Der will nicht, dass sich die Botschaft von der Auferstehung Christi weiter verbreitet. Deshalb hatten sie den Aposteln „streng verboten“, weiter in Namen Jesu Christi zu lehren.
Die Apostel werden also vorgeführt und sollen durch die Truppe des Tempelhauptmanns und den Hohen Rat eingeschüchtert werden.

Aber nach dem Bericht der Apostelgeschichte machen Petrus und die anderen Aposteln jenen eindeutig klar: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Ich finde, dieses Wort könnte einen Beitrag leisten, um z.B. auch den Krieg in der Ukraine schneller beenden zu können.



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Allmählich steigen die Nachrichten an die Hinterbliebenen in Russland und in der Ukraine über die Söhne, die im Krieg als Soldaten – teils grausam – getötet wurden. (Ich vermeide bewusst die Begrifflichkeit vom „gefallenen Soldaten“, weil er so brutal verharmlosend ist! Das finde ich allein schon pervers, einen grausamen Tod so zu bagatellsieren zu wollen.)

Nein, Soldat:innen sterben fast immer eines grausamen und qualvollen Todes!

Mütter und Väter, Eltern, erhalten die Urnen ihrer verstorbenen Kinder zurück, von denen sie meinten, sie würden eher an einer harmlosen „Sonderaktion“ (wie Russland den Angriffs-Krieg! bezeichnen will) teilnehmen. Doch langsam werden sie misstrauisch – hoffentlich.
Menschen in Russland spüren Verschlechterungen ihrer wirtschaftlichen Situation und wissen doch eigentlich nicht, wieso, weil die staatliche Propaganda sie in die Irre führt.

Ich kann nur hoffen, dass die Erfahrung, dass da „etwas nicht stimmt“ sie kritischer aufhorchen lässt, dass sie ernsthaft und offen fragen, was da los ist.
Ich kann nur wünschen, dass der Tod ihrer Kinder sie nicht ruhen lässt, um die Wahrheit zu erfahren.

Ich kann nur wünschen, dass alle, die – mehr oder weniger – unfreiwillig in diesen Krieg hineingezogen wurden, erkennen, dass das nicht ihr Krieg ist: kein Krieg Russland gegen die Ukraine, sondern ein Krieg von einzelnen Menschen, von einzelnen Machtapparaten, die ihre Ideologie verfolgen und dafür bereit sind, buchstäblich über Leichen zu gehen.

Der Weg Putins und seiner Schergen und Speichelleckern ist mit Leichen gepflastert!

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Wenn diese (meist noch sehr jungen Menschen) nicht vergeblich gestorben sein sollen, dann hoffe ich, dass jene, die um sie trauern, erwachen und einsehen: Putin und seine Komplizen können diesen Krieg nicht führen, wenn es keine Menschen gibt, die mit machen.

Wenn also Eltern ihre Kinder nicht hergeben und wenn sie lernen, „Gott mehr zu gehorchen als den Menschen“, dann könnte ein wichtiger Grundstein für ein baldiges Ende dieses Krieges und aller Kriege in der Welt gelegt sein.

Ich weiß, dass ist eine Binsenweisheit und galt schon für die vielen Kriege vor dem Ukrainekrieg.

Aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass das Leben über den Tod und über alles Todbringendes triumphieren wird – auch das ist Ostern 2022 für mich!

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„Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht …“ – Reinhard Mey & Freunde

Nicht aus der Furcht vor dem Tode, sondern aus dem Willen zu leben!

Alfred Andersch, in: Die Kirschen der Freiheit – auf einem Denkmal für die Deserteure des 2. Weltkriegs im Schloßpark Wittringen, Gladbeck