04.10.2026

Dank dem e-bike

Foto: Gerd Wittka, 2026

15 Kilometer Radfahren bei böigem Wind?

Für gesunde Menschen ist das ein netter Wochenendausflug.
Für mich ist es eher ein kleiner Strategie‑Gipfel mit Windkraft‑Gegnern.

Erste Erkenntnis: Ohne E‑Bike? Keine Chance.
Mit E‑Bike? Möglich – aber nur, wenn der Motor nicht schon beim ersten Windstoß beleidigt aufgibt.

Darum habe ich mir dieses Jahr ein E‑Bike mit einem Akku gegönnt, der gefühlt auch ein kleines Dorf beleuchten könnte: 800 Watt.

Gesunde Menschen würden damit vermutlich quer durch Europa fahren.
Ich dagegen freue mich, wenn ich damit einfach mal auf „Sport“ oder – an besonders anspruchsvollen Tagen – sogar auf „Turbo“ schalten kann, ohne dass mein Post‑Covid mich sofort in die Knie zwingt.

Und siehe da: Die Tour hat geklappt.
Ja, ich habe sie danach deutlich gespürt.
Ja, heute ist Ruhetag.
Aber ich war draußen, ich habe Natur gesehen, Wind gerochen, Wolken beobachtet – und mich ein kleines Stück frei gefühlt.

Mir ist wichtig, trotz Post‑Covid Wege zu finden, die mir Teilhabe ermöglichen.
Dinge, die für Gesunde ein Klacks sind, sind für mich manchmal kleine Expeditionen.
Aber genau deshalb bin ich dankbar für Technik, die mich unterstützt, statt mich auszubremsen.

Dem E‑Bike sei Dank – mein persönlicher kleiner Superheld auf zwei Rädern.




Seele lüften

Foto: Gerd A. Wittka, 07.07.2024

Eine ungewöhnliche Formulierung habe ich für diesen Beitrag gewählt …



Ja, es geht wieder um mein Long-Covid und mein Umgang damit.

Ich habe mir heute Zeit genommen für einen Spaziergang in der Nähe. Mal eine dreiviertel Stunde nur in Ruhe durch die Natur laufen, den Wind um die Nase spüren, das Lichtspiel von Bäumen, Sträuchern und Blättern und den Duft riechen, den manche Bäume in diesen Tagen verbreiten.

Es war herrlich und ich konnte in mein Symptom-Tagebuch zu diesem Augenblick schreiben:
„Mental und physisch geht es mir rundum gut!“

Ich habe diese Augenblicke genossen; auch deshalb genossen, weil ich wusste, dass es einige Zeit später wieder anders werden wird.
Und es war auch wieder nach eineinhalb Stunden anders und ich konnte mich nur noch *ablegen*, ins Bett und wieder Kräfte tanken.

Ja, es ist lästig; ja, es ist bisweilen deprimierend.
Aber sollte ich mir deshalb die Freude nehmen lassen?
Nein!

Stattdessen möchte ich die Augenblicke nutzen, die mir geboten werden.

„Pflücke den Tag!“ – heißt ein altes Sprichwort.
Ich möchte lernen, zufrieden zu werden, wenn es nicht ein ganzer Tag ist, sondern schon einige Stunden oder auch nur ein paar Minuten am Tag.

Augenblicke, wo ich meine Seele etwas durchlüften konnte!

Danke, Gott!