In dunklen Zeiten, wo Hass und Hetze uns entgegenwehen, ruft der Heilige Geist – manchmal mit leiser aber fester Stimme: Du bist berufen, Mitgefühl zu leben, Botin und Bote der Liebe in einer Welt zu sein, die vom Sturm der Vorurteile zerrissen wird.
Die Schatten des Extremismus verdunkeln den Tag, doch der Glaube an Menschlichkeit leuchtet wie die Morgenröte, dringt die Todeskälte und durchbricht die starre Nacht, in der sich Angst ausbreitet, wie wucherndes Dornengestrüpp
Strecke die Hände aus, wo Mauern des Hasses stehen, sprich Worte der Hoffnung und Bestärkung und nicht des Zweifels und der Missgunst.
Gemeinsam wollen wir weben ein Band aus Geschwisterlichkeit, ein Netz, das selbst den tiefsten Abgrund mit Hoffnung und Liebe überbrückt.
Wenn der Wind des Extremismus uns entgegenweht, stehen wir fest – mit Herzen, die im Takt der Liebe schlagen.
Denn in der Nächstenliebe liegt unser aller Zukunft, die eine Welt erschafft, in der wir alle als geliebte Kinder des einen Gottes ein Zuhause finden.
Die Szene, die uns das Evangelium heute zeigt, ist vielen von uns vertraut: Maria und Josef bringen Jesus in den Tempel, um ihn Gott zu weihen – so, wie es das Gesetz vorschreibt. Ja, vielleicht war es nur ‚religiöse Pflicht‘, vielleicht aber auch mehr? Die Darstellung Jesu im Tempel kann Zeichen des Vertrauens in Gott sein, mit dem Josef und Maria ausdrücken: Sie wissen ihr Kind in Gottes Händen am besten aufgehoben. Dann bricht der Erzählfaden ab.
Hier möchte ich auch eine Zäsur machen und einen Text von Bertolt Brecht zitieren, den ich im jugendlichen Alter zuerst gelesen und seitdem nicht mehr vergessen habe:
Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“ „Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte.
Bertolt Brecht, aus dem Gedächtnis heraus zitiert!
Bertolt Brecht ist der Überraschungseffekt mit diesem „Oh“, des Herrn Keuner gelungen.
Wir können darüber nicht hinweg lesen und müssen uns fragen, warum Herr K. „Oh!“ sagt?
Das Kompliment „Sie haben sich gar nicht verändert“ kann schmeichelhaft sein, wenn es sich auf das äußere Erscheinungsbild bezieht. Herr K. jedoch hört darin den Stillstand – nicht nur äußerlich, sondern vor allem geistig. Die wahre Gefahr liegt in der Bequemlichkeit des Denkens, in festgefahrenen Mustern ohne Offenheit für Neues. In einer Zeit des ständigen Wandels ist es essenziell, geistig beweglich zu bleiben und andere Perspektiven in Betracht zu ziehen.
Andere Situationen kennen wir vielleicht auch. Da sehen sich Menschen nach langer Zeit wieder und es sagt der eine zu dem anderen: „Mensch, was hast du dich verändert! – Davon habe ich gar nichts zwischendurch mitbekommen!“
Menschen verändern sich, ob es andere wahrnehmen oder nicht. Menschen verändern sich, ob immer nur zum Guten, darf bezweifelt werden. Menschen verändern sich, manchmal für andere unbemerkt. Das kann daran liegen, weil man lange Zeit keinen Kontakt mehr hatte. Menschen verändern sich aber auch für andere unbemerkt, weil diese Veränderungen nicht gleich sichtbar, sondern eher innere Prozesse sind.
An solche Situationen musste ich denken, als ich die Zeilen des heutigen Evangeliums las. Da ist von der Darstellung des Herrn im Tempel die Rede und dann so mir nichts dir nichts wird von dem Entscheidenden berichtet: Jesus wächst heran, wird stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruht auf ihm. Hier wird deutlich: Wachstum geschieht nicht allein durch menschliche Anstrengung, sondern auch durch Gottes Gnade. Das kann entlastend sein, wirft aber auch neue Fragen auf in den Fällen, wo Menschen sich nicht zum Guten entwickeln.
• Wo ist da die Gnade Gottes? • Hat sie nicht erreicht, was sie erreichen wollte? • Oder erfordert das erfolgreiche Wirken der Gnade Gottes in uns, die vorherige innere und geistliche Zustimmung, dass Gott in uns wirken darf?
Fragen, die ich gerne mit Ihnen weiter vertiefen würde, was aber den Rahmen einer Predigt sprengen würde. Nur so viel: Ich glaube, dass Gott uns sein heilsames Wirken nicht aufzwingt und auch nicht das Werk seiner Gnade. Ich glaube, dass es auch unsere innere und geistliche Zustimmung dafür braucht, denn Gott hat uns Freiheit geschenkt, die – Gott sei’s geklagt – oft leider nicht zum Besten genutzt wird.
Und noch etwas gilt, wenn ich das heutige Evangelium betrachte:
Wachstum geschieht leise und oft auch unauffällig.
Die Lebensjahre Jesu in Nazareth sind verborgen, und doch sind sie von Gottes Gegenwart durchdrungen. Jesus hat sich verändert in seiner Zeit in Nazareth bis zum ersten Auftreten und Wirken. Der Sohn Gottes wird Mensch in der ganzen Tiefe des Menschseins. Denn Gottes Gnade begleitet dieses Kind – in der Weihe im Tempel ebenso wie im Alltag des Aufwachsens.
Das gilt auch für uns. Wie oft meinen wir, unser Leben selbst in die Hand nehmen, alles kontrollieren zu müssen?! Doch wahres christliches Wachstum geschieht, wenn wir uns Gott anvertrauen. Wenn wir ihm unser Leben hinhalten, so wie Maria und Josef Jesus im Tempel darbrachten.
Vielleicht fragen wir uns: Wie können wir wachsen – im Glauben, in der Liebe, in der Weisheit? Die Antwort könnte darin liegen, immer wieder die Nähe zu Gott zu suchen. Wer sich ihm anvertraut, wird gestärkt. Wer sein Leben nach seinem Willen ausrichtet, wird mit seiner Gnade erfüllt.
Mögen wir also lernen, uns von Gottes Weisheit leiten zu lassen und in seiner Gnade zu wachsen – so wie es Jesus getan hat.
Prüfe klug – mit Herz und Sinn
„Prüfet alles und behaltet das Gute“ (1. Thessalonicher 5,21)
Wie Wind, der durch die Äste weht: so vieles kommt, so vieles geht. Gedanken, Worte, laut und still, doch nicht alles zeigt, was es will!
Drum prüfe klug mit Herz und Sinn, was bringt dir Frieden, was hat Gewinn? – Was Wahrheit spricht, was Liebe webt, was Mut dir schenkt und Hoffnung hebt.
Manchmal, da bekomme ich es auch mit der Angst zu tun. Wer kennt das nicht?
Manchmal bringen mich Umstände aus der Fassung, geben mir das Gefühl, einer Situation ausgeliefert zu sein.
Manchmal versagt meine Strategie, die Zügel in der Hand zu halten, eine Situation als berechenbar zu empfinden. Manchmal habe ich das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und ohnmächtig zu sein gegenüber Zuständen und Situationen, die mich betreffen.
Und dann bekomme ich sie zu spüren, diese innere Unruhe, wie ein bebendes Kribbeln in meinem ganzen Körper. Und sie schlägt mir auf Magen und Darm, dann habe keinen Appetit.
Manchmal würde ich mich verkriechen, doch auch dort ist diese Angst und Unruhe, der ich nicht ausweichen kann, als würde sie an mir kleben!
Ich hasse dieses Gefühl. Ich hasse es, mich hilflos und ausgeliefert zu fühlen. Ich hasse es, meine innere Stabilität und mein Ausgeglichenheit zu verlieren.
Und dann dieses bedrückende Gefühl auf der Brust, wie ein kalter Stein, der auf meiner nackten Brust liegt, sich hineindrückt Richtung Herz.
Das macht mich dann irgendwie kirre.
Vor einige Zeit fand ich diesen Stein am Strand. Ich nahm ihn auf und legte ihn in meine Hand …
(c) Gerd A. Wittka, 2024
Und wie ich ihn so in der Hand halte, merke ich auf einmal, dass er genau in meine Handinnenfläche passt, wie eine PC-Mouse, wie für MICH gemacht. Da erinnerte ich mich an das Gefühl von dem kalten Stein auf meiner Brust und dieser Strandstein wurde für mich zum Symbol, dass ich diesen Stein in die Hand nehmen kann, ihn umfassen kann, ihn und meine Ängste ‚händeln‘ kann …
(c) Gerd A. Wittka, 2024
… dann verliert das Gefühl des ‚kalten Steins auf meiner Brust‘ seine Bedrohung für mich …
(c) Gerd A. Wittka, 2024
Seitdem begleitet er mich und irgendwie ist es gut für mich, dass es ihn gibt.
Übrigens:
Wenn die Ängste wieder im mir hoch steigen, versuche ich im Neuen Testament zu lesen, meine Aufmerksamkeit auf Gott und seine liebende Gegenwart zu lenken. Ich bitte ihn dann, dass ER mich und meine Ängste annimmt, dass ER mich in der Angst und durch die Angst trägt. Es klappt nicht immer sofort; ich brauche dafür Ausdauer und Geduld, Geduld, die manchmal auf eine große Probe gestellt wird.
Aber bis jetzt habe ich – wenn auch nach vielen Stunden – die bedrohliche Angst überwunden und meine innere Mitte gefunden.
Was hilft dir, mit deinen Ängsten besser umzugehen? Welche Strategien hast du? Auf welche Ressourcen kannst du zurück greifen? Schreibe es gerne als Kommentar!
Kluge Lebensführung
oder: Wie wir Gottes Willen in diesen Zeiten begreifen können…
Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 2024 Textgrundlage: Epheser-Brief 5, 15-20
„… die Zeiten sind böse…“
Was bedeutet ‚böse? Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten.
Aber es gibt Anzeichen dafür, was mit ‚böse‘ gemeint sein könnte: alles, was uns von Gott oder seinem Willen entfernt, oder was uns von uns selbst und anderen Menschen trennt.
www.pixabay.com
Das können zum Beispiel schlechte Nachrichten sein, die uns traurig, ängstlich oder hoffnungslos machen. Oder Menschen und Situationen, die uns belasten: schwierige Lebensbedingungen, große Herausforderungen, oder der Druck, dem Mainstream zu folgen (das, was gerade „in“ ist).
Sicherlich sind auch die Zeiten, in denen wir leben, herausfordernd. Der zunehmende Hass gegen andere, gegen Menschen aus fremden Ländern, gegen Menschen mit anderen Religionen oder Ansichten, oder gegen diejenigen, die uns angeblich etwas wegnehmen könnten, ist ein deutliches Zeichen dafür.
Schwierig wird es auch, wenn dieser Hass in echte Gewalt umschlägt, sei es in unserem Land, in Europa oder weltweit. Das erinnert uns an schlimme Zeiten in der Vergangenheit.
Ich frage mich manchmal: Was könnten uns die Menschen, die solche Zeiten bereits erlebt haben und heute um die 90 Jahre alt sind, dazu sagen? Was würden sie uns raten, wie man damit umgehen kann?
„Lasst euch nicht vom Wein berauschen!“
www.pixabay.com
Wir wissen, wie zu viel Wein oder Alkohol wirkt. Er trübt unsere Sinne und nimmt uns die Fähigkeit, Dinge klar und sachlich zu sehen. Manche greifen zu Alkohol oder Drogen, um sich von den Problemen um sie herum abzulenken oder sich abzuschotten. Solche Mittel machen manches vordergründig erträglicher, aber wenn der Rausch vorbei ist, holt die Realität uns umso härter ein – oft mit einem unangenehmen Kater. Eine klare und vernünftige Sicht auf die Dinge kann uns helfen, Herausforderungen besser zu bewältigen.
Der Versuch, sich weder von äußeren Einflüssen manipulieren zu lassen noch sich selbst zu täuschen – sei es durch Verhaltensweisen, die die Realität verdrängen, oder durch eine „rosarote Brille“ – kann ein stabiles Fundament für den geistlichen Umgang mit den Herausforderungen des Lebens sein.
Am letzten Sonntag haben wir darüber gesprochen, wie Stille uns helfen kann, uns selbst und unseren göttlichen Ursprung nachzuspüren und zu finden.
Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte des Mönchs, der von Gästen gefragt wurde, welchen Nutzen er in der Stille, Ruhe und Einsamkeit sieht. Anhand eines Brunnens und des Zustands seines Wassers erklärte er, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn wir zur Ruhe kommen.
Heute wollen wir uns den äußeren Bedingungen widmen, die uns helfen, zur Ruhe zu finden und so mit unserem wahren Selbst in Kontakt zu kommen.
www.pixabay.com
Am Sonntagmorgen las ich eine Einladung von Bruder Jan zu seinem geistlichen Podcast „barfuß und wild“. In dieser Folge ging es um das Urvertrauen.
Urvertrauen ist entscheidend, damit wir – wie Paulus uns nahelegt – die Zeit sinnvoll nutzen, klug handeln und den Willen Gottes erkennen.
Urvertrauen gibt uns festen Boden unter den Füßen, wenn vieles um uns herum ins Wanken gerät. Es verleiht uns emotionale und geistige Stabilität.
www.pixabay.com
Der Inhalt zur Einladung von Bruder Jan lässt sich wie folgt zusammen fassen:
Urvertrauen wird oft als etwas angesehen, das in den ersten Lebensjahren entsteht und uns durch Krisen trägt. Es wird diskutiert, ob Urvertrauen später wiederhergestellt werden kann, wenn es früh gestört wurde.
Während einige meinen, dass es nicht möglich ist, betont eine geistliche Haltung, dass Urvertrauen in ihrer ganzen Fülle immer schon vorhanden war.
Dieses Urvertrauen ist Teil des göttlichen Wesens.
„Wir stammen aus dem Urvertrauen. Wir brauchen das Urvertrauen also gar nicht zu »machen« oder »herzustellen« oder zu »heilen« und können das auch gar nicht.“ (Bruder Jan Frerichs, Quelle: https://www.barfuss-und-wild.de/)
Dieses Urvertrauen werde im Laufe des Lebens verschüttet und damit erschüttert, damit wir es auf einer tieferen Ebene neu entdecken können. Das wahre Abenteuer bestehe darin, sich immer wieder an dieses Urvertrauen zu erinnern.
www.pixabay.com
Bruder Jan glaubt, dass Urvertrauen immer in uns vorhanden sei, da Gott selbst dieses ewige Urvertrauen sei, auf dem alles basiert. Dieses große Vertrauen Gottes in uns Menschen zeigt sich darin, dass er uns überhaupt erst erschaffen hat. Angesichts der Krisen unserer Zeit ist es beeindruckend, wie grenzenlos dieses göttliche Vertrauen sein muss.
Paulus lädt uns heute dazu ein, regelmäßig innezuhalten und uns zu fragen, wie wir unsere begrenzte Zeit sinnvoll nutzen. Dabei geht es ihm nicht nur darum, Probleme zu lösen, sondern vor allem darum, in Verbindung mit Gott zu bleiben. Bruder Jan würde sagen, es geht darum, unser Urvertrauen wiederzufinden und uns daran zu erinnern.
Für Paulus gehört dazu auch der Gottesdienst, das Singen von Psalmen und Liedern, sowie Dank und Lob an Gott.
www.pixabay.com
Die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens werden nicht gelöst oder kleiner, wenn wir sie durch Aktionismus oder Ablenkung verdrängen.
Aber wir haben eine bessere Chance, sie zu bewältigen, wenn wir uns in Ruhe, Stille und Gebet darauf besinnen, was wirklich in unserem Leben trägt und uns hilft, ein erfülltes Leben zu führen.
das ist das Ende des Matthäus-Evangeliums, was wir gerade gehört haben.
Einige Zeilen vorher wird berichtet, wie die Frauen, die zum Grab gehen, um den Leichnam Jesu zu salben, das Grab leer finden und davor ein Engel, der ihnen sagt, dass Jesus auferstanden sei. Und dann gibt der Engel den Frauen eine Botschaft mit, die sie den Jüngern übermitteln sollen: „…geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen….“ (Mt 28,7) Die Frauen machen sich auf den Heimweg, auf dem ihnen der auferstandene Christus erscheint, der ihnen noch einmal den Auftrag wiederholt, den der Engel ihnen zuvor mitgegeben hat: „… Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen….“ (Mt 28,10)
Eigentlich ist das schon alles, was Matthäus über die Auferstehung zu berichten weiß, und dass die Frauen tun, wie ihnen gesagt worden war. Angekommen bei den Jüngern erzählen sie, was der Herr ihnen aufgetragen hat. Und nun ziehen die Jünger los nach Galiläer. Das haben wir heute im Evangelium gehört. Mehr, als wir heute im Evangelium gehört haben, weiß Matthäus nicht über die Auferstehung Jesu und seiner Begegnung mit den Jüngern zu berichten.
Ist schon etwas komisch.
Aber vielleicht stimmt auch hier das Wort: „In der Kürze liegt die Würze!“
Mache nicht so viele Wort, sondern komme auf den Punkt.
Und diesen Dreh- und Angelpunkt arbeitet Matthäus sehr knapp heraus:
Die Erfahrung und die Begegnung mit dem Auferstandenen lässt nur eine Reaktion zu, nämlich diese Erfahrung weiter zu geben, davon zu erzählen und davon Zeugnis abzulegen.
Die elf Jünger, wie sie bei Matthäus genannt werden – Judas Iskariot war ja nicht mehr und ein Nachfolger für ihn noch nicht gewählt -, nehmen aus der Erfahrung nichts anders mit, als selber in die Welt hinauszuziehen und diese Frohe Botschaft weiter zu geben.
Hätten sie sich diesem Auftrag verweigert, wir würden wahrscheinlich heute nicht zum Gottesdienst versammelt sein.
Und wie steht es um uns heute? Was machen wir, wenn wir gleich nach dem Gottesdienst wieder nach Hause gehen? Was machen wir mit unserem Glauben, dass wir hier in diesem Gottesdienst ebenfalls dem Auferstandenen begegnet sind, in seiner Frohen Botschaft und in der Eucharistie?
Freuen wir uns auf einen entspannten Abend und auf einen schönen, ruhigen und freien Sonntag, an dem wir „den lieben Gott einen guten Mann sein lassen“ können?
Oder spüren wir, wenn auch nur minimal etwas Enthusiasmus, von dem, was wir glauben, auch anderen mitteilen zu wollen, ob in Worten oder durch Taten?!
Unser Gottesdienste sind einerseits immer Rückzugsorte, aber Orte, an denen etwas mit uns geschehen darf. Unsere Gottesdienste dürfen so etwas sein, wie Akku-Ladestationen, in denen wir unsere entladenen Akkus des Enthusiasmus wieder aufladen dürfen und mit 100% Power in den Alltag zurück gehen können.
Und wie kann das konkret gehen?
Lasst uns überlegen und einfach mal spinnen, welche Situationen es geben könnte, die aber nicht missionarisch rüber kommen.
Zum Beispiel so: Stellen wir uns mal vor, wir sind in einer ziemlich alltäglichen Situationen, wo wir mit uns bekannten Menschen zusammen sind: in einer Gruppe, bei einer Geburtstagsfeier oder einfach nur so beim Kaffeeklatsch. Stellen wir uns weiter vor, wir würden – wie aus heiterem Himmel – einfach in dieser Situation den Satz heraushauen: „Ich glaube, dass der Tod nicht das Ende ist!“
Mehr nicht…! Was meinen Sie, welche Reaktionen kommen würden?
Oder: ich erinnere mich an eine Situation am Donnerstag Morgen, als ich mit anderen wartenden Patienten in meiner Hausarztpraxis saß. Vor uns ein TV, stumm gestaltet, nur Bilder aus dem Gazastreifen. Eine Patientin konnte ihre Bestürzung nicht zurück halten und sagte einfach nur: „Schrecklich, diese Bilder!“ Und plötzlich reagierte jemand anderes darauf und überlegte laut, wie viel Leid auf beiden Seiten erlebt wird. Eine andere Person fiel ein: „Und diejenigen, die am meisten darunter leiden, können zumeist nichts dafür, die palästinensischen Frauen, Kinder und Männer.“ Natürlich habe ich dann auch ‚meinen Senf dazu gegeben‘ und gefragt, was passieren müsse, damit Frieden auf beiden Seiten möglich wird.
Und schon waren wir in einem kurzen, angeregten und mitfühlenden Gespräch über die Situation im Gaza-Streifen, als sich eine Tür öffnete und mein Arzt mir zurief: „Herr Wittka, bitte!“
Merken Sie, worauf ich hinaus will? Durch einen empathischen Gedanken, den die erste Frau laut ausgesprochen hatte, kamen Menschen miteinander ins Gespräch und haben sich zumindest Gedanken darüber gemacht, wie das Leid der Menschen dort ist und Frieden in Nahen Osten möglich werden könnte!
Wer glaubt noch, dass in diesem Augenblick nicht der Heilige Geist am Werk war? Und ich bin sicher, dass hier auch ein Aspekt unseres christlichen Glaubens spontan und unverhofft mitten im Tag zur Sprache kam.
Dazu passt etwas dieser Beitrag! Gott hat durchaus Platz in unserem Alltag – in unserem Leben!
Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.
var _oembed_002e9f749c451bc376163ad9c748ebbe = '{\"embed\":\"<iframe title="Die erste Frage im Himmel - Parashat Behar von Daniel Neumann 24.05.2024" width="910" height="512" src="https:\\/\\/www.youtube-nocookie.com\\/embed\\/-4cdR-W9Jzs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen><\\/iframe>\"}';