Der Geist wird euren Leib lebendig machen

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Impuls zum 14. Sonntag – Lesejahr A – 2026 in Verbindung mit Röm 8, 9.11-13

Die heutige Lesung aus dem Römerbrief spricht eine große Zusage aus:
Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, wohnt in uns.
Und dieser Geist schafft Leben – nicht erst am Ende der Zeiten, sondern schon jetzt.

Paulus beschreibt damit eine Hoffnung, die das Herz des christlichen Glaubens bildet:
• Gott lässt das Leben nicht im Tod enden.
• Er führt es zur Vollendung.
• Und er beginnt damit bereits hier, mitten im Alltag.

Diese Hoffnung kann man nicht einfach voraussetzen.
Viele Menschen stellen sich – bewusst oder leise – die Frage:
Was wäre, wenn es das Ewige Leben nicht gäbe?
Was bliebe dann vom Glauben?

Diese Frage ist kein Ausdruck von Unglauben.
Sie ist ein ehrlicher Versuch, den Glauben von innen her zu prüfen.
Der Theologe Hans Küng hat das einmal so formuliert:
„Selbst wenn ich die Wette, dass es Gott gibt, im Tod verlöre, hätte ich für mein Leben nichts verloren.“

Dieser Gedanke zeigt:
Der christliche Glaube ist nicht nur eine Hoffnung für das Jenseits.
Er ist eine Lebensform, die schon jetzt trägt.

Was schenkt dieser Glaube?
Er lehrt die Liebe – zu sich selbst und zum Nächsten.
Er erinnert daran, dass jeder Mensch Würde hat, unabhängig von Leistung.
Er eröffnet die Möglichkeit des Neubeginns, weil Fehler nicht das letzte Wort haben.
Er schafft Frieden durch Vergebung.
Er ruft zur Freiheit, die aus der inneren Würde kommt.
Und er verbindet uns mit der ganzen Schöpfung und weckt Verantwortung für sie.

All das ist Ausdruck des Geistes Gottes, der in uns wohnt.
Dieser Geist macht lebendig – auch in Situationen, die schwer sind, auch in Zeiten der Unsicherheit.

Darum ist die christliche Hoffnung mehr als eine Wette auf das Ewige Leben.
Sie ist eine Kraft, die das Leben verwandelt.

Und wer die Frage „Was wäre, wenn…?“ zulässt, kann entdecken:
Der Glaube ist sinnvoll.
Er trägt.
Er macht das Leben menschlicher.
Er öffnet Wege, die ohne ihn vielleicht verschlossen blieben.

Paulus sagt:
Gottes Geist macht lebendig.
Das ist die Zusage, die uns heute geschenkt wird.
Sie gilt für das Leben nach dem Tod – und sie gilt für das Leben davor.

Darum halten wir fest:
Dieser Glaube ist Hoffnung für die Zukunft und Kraft für die Gegenwart.
Er führt in die Freiheit der Kinder Gottes.




Ballast abwerfen – frei sein

… zur Nachfolge Christi

Lesungstext: Lukas 14,25–33

Das heutige Evangelium wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch.
Im Alten Testament heißt es: „Du sollst Vater und Mutter ehren“.
Jesus hingegen spricht: „Wer Vater und Mutter nicht gering achtet, kann nicht mein Jünger sein.“
Wie passt das zusammen?

Jesus provoziert mit seinen Worten. Er will deutlich machen: Nachfolge bedeutet nicht, das zu tun, „was man eben so macht“.
Nachfolge Christi bedeutet, tiefer zu fragen:
Was ist der Sinn?
Was trägt?
Was ist wirklich wichtig?

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Wenn Jesus davon spricht, alles aufzugeben, was wir besitzen, dann geht es nicht nur um Geld, Häuser oder materielle Dinge.
Das deutsche Wort „haben“ hat eine Nähe zum lateinischen habitus. Damit ist nicht nur Besitz gemeint, sondern auch unsere Gewohnheiten, unsere Vorlieben, unser Verhalten – kurz: die Art, wie wir uns die Welt angeeignet haben.

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Und da spielen Vater und Mutter, Geschwister, Familie eine entscheidende Rolle.
Wir hören ja nicht selten: „Du kommst ganz nach deinem Vater“ oder „nach deiner Mutter“.
Vieles, was wir tun und denken, ist uns anerzogen, gehört zu unserem Habitus.
Das ist einerseits wertvoll.
Aber es kann uns auch hindern, wenn es uns blind macht für das, worum es Jesus geht. Denn er stellt die Sinnfrage:

• Macht es Sinn, einen Kranken als Außenseiter abzustempeln?
• Macht es Sinn, einem Hungrigen zu verwehren, am Sabbat ein paar Körner zu pflücken?

Jesus ruft uns zu einer Freiheit, die mehr ist als „ich mache, was ich will“.
Er ruft uns in eine Freiheit, die sich von der Liebe und vom Sinn her bestimmen lässt – auch wenn das im Widerspruch zu Gewohntem steht.

Darum gehört zur Nachfolge nicht nur die Befreiung von Besitz, sondern auch die Befreiung von einem anerzogen, erlernten oder angeeigneten ‚Habitus‘, der uns fesselt.
Es geht darum, bereit zu sein, neu zu denken, neue Wege zu wagen.

Das wird besonders deutlich in den Gleichnissen, die Jesus heute erzählt.

• Wer einen Turm bauen will, muss vorher gut überlegen, ob er die Mittel dafür hat. 
• Wer in den Krieg zieht, muss prüfen, ob er stark genug ist, zu bestehen.

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche – persönlich, gesellschaftlich und auch kirchlich.
Liebgewordenes lässt sich nicht einfach festhalten.
Vieles, was einmal selbstverständlich war, ist nicht mehr möglich.
Wenn wir trotzdem so weitermachen wollten wie bisher, würden unsere Vorhaben scheitern.

Darum ist es klüger und weiser, wie Jesus sagt, ehrlich zu prüfen:

• Was geht noch?
• Was können wir leisten?
• Was können wir als Kirche heute verantworten?
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Wenn wir uns diese Fragen stellen, ist das so, als würden wir Ballast abwerfen.
Wir müssen nicht krampfhaft an dem festhalten, was uns eigentlich nur müde macht.
Dann wird Nachfolge nicht zu einem schweren Rucksack, der uns erdrückt.
Sie wird vielmehr zu einem Weg, auf dem wir frei atmen und neu beginnen können – getragen von dem Sinn, den Christus uns schenkt.

Das bedeutet: