Es ist Sonntag, der 17.5.2026, 4.30 Uhr. Ich werde wach – werde geweckt … vom Gesang einer einzelnen Amsel. Draußen ist es still – mucksmäuschenstill … und dunkel dunkelste Nacht
Aber warum fängt die Amsel jetzt schon an zu singen? Ahnt sie etwas vom anbrechenden Licht? Ahnt sie etwas von der Wärme der Sonne, die bald über dem Horizont ihre ersten Strahlen erhebt?
Oder singt sie an – gegen die Nacht? Ist ihr die Nacht zu lang, so dass sie mit ihrem ersten Gesang mitten in der Dunkelheit ihren liedhaften Protest gegen das Dunkel erhebt? Ist ihr das Dunkel zu viel? Singt ihr Lied von der Hoffnung auf das kommende Licht?
Alle Assoziationen sind erlaubt. Erlaubt ist auch, dieses Bild der singenden Amsel mitten in der Nacht und scheinbar mitten in der Dunkelheit auch als Bild des Glaubens zu sehen.
So jedenfalls hat es Rabindranath Tagore einst wohl verstanden, als er folgende Worte verfasste:
Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.
Es gibt Menschen, die durch ihren Glauben und gestärkt im Glauben mitten in der Dunkelheit der Welt
singen
den Gesang der Hoffnung der Sehnsucht der tief empfundenen Überzeugung dass nach dem Dunkel der Nacht das Licht des neuen Tags unser Leben erhellen wird.
Übrigens: es wird wohl heute kein so sonniger und warmer Tag werden, eher kühl und später auch ziemlich nass
…
und dennoch singt die Amsel und TROTZ-dem singt die Amsel!
Was kann dieses Bild dir und mir über den Glauben und die Hoffnung sagen?
Nun ist es gerade 05.00 Uhr … und ich sehe am Horizon ein erstes bläulich schimmerndes Licht.
Hat die Amsel gegen 4.30 Uhr schon eher das heranbrechende Licht gesehen als ich?
Manchmal zerbrechen Träume wie Glas. Hoffnungen platzen wie Seifenblasen. Pläne, an denen wir festgehalten haben, verbrennen plötzlich wie Papier in der Glut. Viele kennen das: eine Diagnose, eine Nachricht, ein Abschied — und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Dann bleibt oft nur der Gedanke: „Jetzt ist alles aus.“
Auf dem Weg nach Emmaus
Die beiden Jünger sind müde, enttäuscht, verängstigt. Alles, was sie mit Jesus verbunden hatte, scheint verloren. Sie wollen nur noch weg. Dieses Weggehen ist kein Abenteuer, es ist ein Rückzug: weg von dem Ort, der schmerzt; weg von den Erinnerungen, die zu schwer sind. Und doch gehen sie nicht schweigend. Sie reden miteinander. Sie teilen Frust, Enttäuschung und Angst. Das Reden ändert nicht sofort die Welt, aber es verändert die Last: sie wird teilbar, weniger erdrückend.
Ein Dritter, der bleibt
In ihre Unterhaltung tritt ein Fremder. Er hört zu, ohne zu urteilen. Er nimmt ihre Not ernst. Er kommt nicht mit schnellen Antworten, sondern bleibt bei ihnen, fragt nach, erklärt behutsam. Diese Art des Zuhörens nimmt nicht die Ohnmacht, aber sie befreit davon, allein gegen das Unabänderliche ankämpfen zu müssen.
Wenn wir unsere Sorgen aussprechen dürfen und jemand wirklich zuhört, verändert das etwas — nicht weil die Umstände sofort besser werden, sondern weil das Leid nicht mehr nur in uns liegt.
Genau das habe ich vor wenigen Tagen erlebt: Angehörige eines sterbenden Menschen suchten das Gespräch. Ich hörte ihnen zu, ließ sie erzählen von der Situation, von den Aussichten und Prognosen und von den noch ungeklärten Fragen, die sie belasteten. Ich hörte zu, versuchte behutsam, dass sie ihre Lage und ihre Gefühle ins Wort bringen konnten, damit sie Antworten für sich finden konnten. Mehr als zuhören und Impulse geben konnte ich nicht.
Und doch geschah etwas Konkretes:
indem sie selber ihre Anliegen und Belastungen aussprachen, konnten sie der Wahrheit der belastenden Situation ins Auge sehen und mit ihr umgehen. Sie gewannen mehr Selbstsicherheit und konnten auf einmal viel besser mit der schweren Situation umgehen. In meinem Da‑und‑Mit‑Sein entstand ein Feld, auf dem sie selbst Orientierung und Klarheit finden konnten.
Die Jünger erkennen Jesus erst beim gemeinsamen Brotbrechen. Dieses einfache, vertraute Zeichen öffnet ihnen die Augen: Er ist da. Er lebt. Wichtig ist hier ein weiterer Gedanke: Das Brotbrechen knüpft an das an, was sie schon einmal erlebt hatten — an das Abendmahl im Saal, bevor alles in Passion und Tod mündete. Dort, beim letzten gemeinsamen Mahl, war Gemeinschaft schon einmal erfahrbar, als Jesus noch unter ihnen war. Das Brot erinnert an diese Gemeinschaft und macht sie wieder gegenwärtig. Es ist kein großes Spektakel, sondern eine alltägliche Geste, die Verbindung stiftet.
Vielleicht ist das ein Hinweis für uns: Gottes Gegenwart zeigt sich oft nicht in großen Wundern, sondern in kleinen, geteilten Momenten — beim Teilen einer Mahlzeit, beim Händedruck, beim stillen Nebeneinandersitzen. Solche alltäglichen Zeichen können Augen öffnen und Herzen wärmen, weil sie an frühere Erfahrungen von Nähe und Verbundenheit anknüpfen.
Kleine Gesten, konkrete Formen des Da‑Seins
Manchmal reicht eine einfache Geste, damit etwas ins Rollen kommt. Eine Tasse Kaffee zusammen trinken, fünf Minuten still nebeneinandersitzen, eine kurze Nachricht mit den Worten „Ich denke an dich“ — das sind keine großen Lösungen, aber oft die ersten Schritte, damit Leben wieder weitergehen kann. Ein offenes Ohr, ein behutsames Nachfragen, das Aushalten von Schweigen: das sind konkrete Formen des Da‑Seins, die einen Raum schaffen, in dem Menschen ihre Lage anschauen, benennen und neu ordnen können. Ein Wort, das sagt: „Ich bleibe bei dir“, kann mehr bedeuten als jede Erklärung.
Zurückgehen statt Fliehen
Die Begegnung verändert die Jünger. Sie bleiben nicht in Trauer und Angst stehen. Sie finden Kraft, weiterzugehen — und sogar die Kraft, zurückzugehen an den Ort, der ihnen Angst gemacht hat. Dieses Zurückkehren ist kein Rückfall in alte Sicherheit, sondern ein mutiger Schritt. Die Erfahrung, getragen zu sein, macht handlungsfähig; sie macht uns nicht unverwundbar, aber sie lässt uns Dinge tun, die wir vorher nicht für möglich gehalten hätten. Die Jünger werden zu Menschen, die erzählen, die berichten, die anderen von dem erzählen, was ihnen geschenkt wurde.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Im Alten Testament heißt Gott JHWH — Ich bin der: ich‑bin‑da. Manchmal zeigt sich dieses Da‑Sein nicht in großen Worten, sondern in einem Lächeln, einem ehrlichen „Dankeschön“, einer rücksichtsvollen Geste im Alltag. Solche kleinen Zeichen können genügen, damit Hoffnung und Lebensfreude wieder spürbar werden.
atem.los.singen
Ich habe heute über eine Mitsänger in unserem Junger Chor Beckhausen ein Video geteilt bekommen, das mir echt unter die Haut geht. Ich verlinke es hier mal:
Ja, wir nehmen gerade dieses Lied in einer geänderten Fassung in unser Repertoire auf. Aber das ist es nicht, was mir nahe geht.
Mir geht es nahe, dass dieser Sänger mich an PatientInnen in unserer Lungenklinik erinnert, die ebenfalls solche Sauerstoffgeräte brauchen. Ich weiß, wie anstrengend für sie oft das Atmen bzw. die Sauerstoffversorgung ist.
Dieses Lied im Video zeigt mir, dass es auch bei solchen Erkrankungen Lieder gibt, die mit solchen Einschränkungen gesungen werden können!
Ich wünsche allen PatientInnen, die an verschiedensten Lungenerkrankungen leiden und denen oft die Luft bzw. der Sauerstoff zum Atmen fehlt, dass sie dennoch entdecken, wozu sie vielleicht noch fähig sind, und wenn es nur ein gehauchtes Lied ist, das aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht.
Mit diesem Satz trifft Paulus einen Nerv – damals wie heute. Er erinnert uns daran, worum es im Kern unseres Christ*in-Seins geht: um Berufung.
Nicht um Zuständigkeiten, nicht um Rollen, nicht um Titel. Und schon gar nicht um die Unterscheidung zwischen „denen da vorne“ und „denen da hinten“, zwischen Haupt- und Ehrenamt, zwischen Klerus und Laien.
Paulus kennt diese Trennlinien nicht. Er kennt nur eines: Jede und jeder ist berufen.
Diese Berufung ist uns mit der Entscheidung für den Glauben anvertraut worden – in Taufe und Firmung. Und genau deshalb darf sie in all unseren Beratungen über die Zukunft von Kirche und Pfarreien nicht nachgeordnet sein. Sie ist der Ausgangspunkt. Nicht die Struktur, nicht die Finanzierung, nicht die Frage nach Gebäuden. All das ist wichtig – aber es ist Mittel, nicht Ziel. Mittel, um unserer Berufung gerecht zu werden. Nicht mehr und nicht weniger.
Darum braucht es in jeder Beratung, in jedem Strategiepapier, in jedem Reformprozess zuerst und immer wieder diese eine Frage: Wozu sind wir berufen – als Einzelne und als Pfarrei?
Paulus geht noch einen Schritt weiter.
Er traut die Antwort auf diese Frage nicht allein den „Fachleuten“ zu. Nicht nur denen, die rechnen können, verwalten, analysieren, theologisch argumentieren. Er setzt bewusst einen Kontrapunkt und schreibt provozierend: „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt … das Schwache … das Niedrige … das Verachtete.“
Warum diese Radikalität? Weil genau diese Menschen oft näher dran sind am Wesentlichen. Sie wissen, was es heißt, angewiesen zu sein – auf andere, auf Solidarität, auf Hoffnung. Sie wissen, was ein gutes Leben wirklich braucht: nicht nur materiell, sondern menschlich, sozial, geistlich. Und sie wissen – oft wortlos –, was der Mensch von Gott her braucht.
Wer das weiß, kann sich hineinversetzen in die Sehnsüchte anderer. Und wer die Sehnsüchte anderer versteht, entdeckt leichter die eigene Berufung: nämlich dazu beizutragen, dass Menschen leben können – anständig, erfüllt, menschenwürdig. Sozial und caritativ. Religiös und spirituell. Mit Hoffnung, mit Sinn, mit Würde.
Wenn wir also ernsthaft an einer Kirche der Zukunft bauen wollen, dann sollten wir den Mut haben, unsere Perspektive zu wechseln. Die Sichtweise der vermeintlich „Törichten“, „Schwachen“ und „Niedrigen“ nicht nur anzuhören, sondern zu unserer eigenen zu machen.
Denn erst von dort aus wird klar, wofür wir Strukturen brauchen, warum wir Immobilien erhalten oder aufgeben und wohin unsere finanziellen Mittel fließen sollen.
Nicht um Kirche zu verwalten – sondern um unserer Berufung treu zu bleiben: christlich.leben.mittendrin.
worte.heilen.bedeutsam
Dieser Impuls ist für den 4. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A, den wir am 31.01./01.02.2026 begehen. Wir hören im Evangelium die Bergpredigt und nach dem Gottesdienst wird – im Vorgriff auf den 03.02., dem Gedenktag des hl. Blasius – der Blasius-Segen gespendet.
Der nachfolgende Impuls versucht eine Verbindung der Bedeutung aus der Bergpredigt zu dem Blasius-Segen zu schaffen.
„How many roads must a man walk down …?“ Viele kennen dieses Lied von Bob Dylan, „Blowing in the Wind“. In einer deutschen Übertragung heißt es an einer Stelle: „Wie viele Worte macht heut mancher Mann und lindert damit keine Not?“
Diese Zeile hat nichts von ihrer Aktualität verloren – vielleicht ist sie heute sogar noch treffender als damals. Auch heute wird viel geredet. Sehr viel. Aber oft wird dabei erstaunlich wenig gesagt.
Und das sage ich nicht ohne eine gewisse Selbstkritik. Auch ich selbst merke, wie schnell ich mich im Reden verliere, wie Worte produziert werden, ohne wirklich etwas zu verändern.
Vieles bleibt folgenlos. Und genau damit sind wir wieder bei diesem Lied.
Ganz anders die Worte, die wir heute in der Bergpredigt hören. Sie sind von einem anderen Kaliber. Keine langen Erklärungen, keine ausschweifenden Reden – sondern kurze, klare, zugespitzte Sätze.
Es sind relevante Worte. Worte, die vielleicht nicht sofort äußere Umstände verändern, aber die innere Haltung, die Sicht auf das eigene Leben, die Art, wie ich mit dem umgehe, was mir zugemutet ist.
Die Worte der Bergpredigt tun gut. Sie können stärken, geduldig machen, helfen auszuhalten. Sie lehren, nicht vor der Wirklichkeit des eigenen Lebens zu fliehen – weder in eine Traumwelt noch in eine virtuelle Scheinwelt. Sie machen widerstandsfähiger, weil sie Hoffnung zusprechen.
Darum sind diese Worte für mich relevant: weil sie Worte der Hoffnung sind, Worte einer heilsamen Zusage.
Eine solche heilsame Zusage begegnet uns heute auch im Blasius-Segen, den Sie am Ende des Gottesdienstes empfangen können. Er steht nicht in Konkurrenz zur medizinischen Heilkunde – sondern ergänzt sie. Er legt uns die Verheißung auf den Kopf: Du bist nicht allein. Dein Leben wird gesegnet sein, weil GOTT es so will!
Vielleicht ist das die Einladung dieses Sonntags an uns: den wirklich relevanten Worten mehr Raum zu geben als dem belanglosen Geschwafel. Worten, die tragen. Worten, die heilen. Worten, die Leben verändern – mitunter leise, aber nachhaltig.
Bevor wir in den heutigen Lesungstext einsteigen, ein kurzes Wort vorweg: Die heutige Lesung ist nicht dazu da, über Bürgergeld oder soziale Pflichten zu diskutieren. Wer sie so benutzt, würde diese Textstelle missbrauchen!
Ich möchte Sie mit einer Frage beginnen – antworten Sie ruhig still für sich selbst: „Was bedeutet für Sie ein unordentliches Leben?“
Vielleicht fallen Ihnen sofort Bilder ein: Menschen, deren Alltag chaotisch ist. Termine vergessen, die Wohnung unaufgeräumt. Menschen, die unzuverlässig sind, ziellos durchs Leben gehen. Menschen, die sich selbst und ihre Gesundheit vernachlässigen. Menschen, deren Beziehungen zerbrechen, oder die mit Geld und Pflichten nicht klarkommen.
Ein Leben so kann oft Perspektivlosigkeit zeigen. Perspektivlosigkeit heißt:
Man sieht keinen Weg nach vorn.
Alles wirkt sinnlos, ohne Ziel.
Hoffnung oder Pläne für die Zukunft fehlen.
Ich erlebe das oft in der Seelsorge, besonders in der psychiatrischen Klinik. Dort versucht man, den Menschen wieder eine Orientierung zu geben: Ein fester Tagesablauf, kleine Aufgaben, klare Strukturen – das kann Schritt für Schritt wieder Perspektiven eröffnen.
Und man sieht schnell den Unterschied: Wer einen geregelten Alltag hat, übernimmt Verantwortung – für sich selbst, für andere. Wer Ordnung findet – in Wohnung, Kleidung, Geld, Beziehungen – der gewinnt langsam wieder Sinn und Richtung. Sein Leben bekommt Orientierung und Stabilität.
Aber Paulus spricht hier nicht über solche alltäglichen Ordnungen. Nein. Die Menschen, an die er schreibt, hatten bereits ein klares Ziel. Und doch wirkte ihr Leben auf Außenstehende oft „unordentlich“.
Warum? Die Christinnen und Christen damals erwarteten die baldige Wiederkunft des Herrn. Ihr Ziel war klar. Ihr Blick war ganz darauf gerichtet.
Das hatte Folgen: Die alltäglichen Dinge, die Arbeit, die Pflichten – alles rückte in den Hintergrund. Warum noch schuften, Termine einhalten, sich mit weltlichen Sorgen beschäftigen, wenn alles bald endet? Stattdessen widmeten sie sich der geistlichen Vorbereitung, der Vorbereitung auf das Kommen des Herrn.
Paulus erkennt die Gefahr: Wer nur auf das Jenseits schaut, verliert leicht die Gegenwart aus den Augen. Niemand weiß, wann die Wiederkunft geschieht. Deshalb warnt er: Seid wachsam – und vergesst nicht das Hier und Jetzt.
So erinnert Paulus an das, was im Matthäus-Evangelium niedergeschrieben ist: „Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst weder an welchem Tag noch zu welchem Zeitpunkt der Menschensohn kommen wird.“ (vgl. Mt 25,13)
Und in der Apostelgeschichte lesen wir vor der Himmelfahrt Christi: „ … Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.“ (Apg 1,6-7)
Die Botschaft ist klar: Glaube lebt mitten in der Welt.
Hoffnung auf das Kommende soll uns nicht von der Gegenwart ablenken. Wir sollen weiter unser Leben gestalten, in christlicher Verantwortung für uns, die anderen Menschen und die ganze Schöpfung. Die Hoffnung auf unsere gewisse Zukunft entbindet uns nicht von den Pflichten und den Verantwortungen der Gegenwart. Denn so lange das Reich Gottes mit der Wiederkunft des Herrn nicht vollendet ist, bauen wir im Hier und Jetzt weiter an diesem Reich, mitten in den Irrungen und Wirrungen der hiesigen Welt.
Ein „ordentliches Leben“ bedeutet daher für Paulus mehr als Sauberkeit oder Pünktlichkeit. Es bedeutet: Verantwortung, Struktur, Zielgerichtetheit – für sich selbst, für andere, im Blick auf Gott. Es bedeutet, dass wir unsere Hoffnung nicht verlieren, aber unser Leben bewusst gestalten, hier und jetzt.
Paulus zeigt uns einen Weg: Ein Leben, das nicht nur auf das verheißungsvolle Ende wartet, sondern mitten in dieser Welt gelebt wird, mit Sinn, Richtung und Hoffnung.