„Warum?!“

Lesungstext: Jesus Sirach 15, 16-21

Es ist eine der großen offenen Fragen der Menschheit.
Die Frage nach dem Leid.
Die Frage: „Warum?!“

Bild von Tumisu auf Pixabay

Wenn Menschen – direkt oder indirekt – Leid erfahren, dann schreien sie diese Frage manchmal förmlich heraus: Warum?!

Diese Frage enthält eigentlich zwei Fragen:
Erstens: Woher kommt das Leid?
Und zweitens: Welchen Sinn hat das Leid?

Die zweite Frage ist wohl die schwierigere.
Sie ist so komplex, dass sie den Rahmen einer Predigt sprengen würde.

Darum wage ich mich heute nur vorsichtig an die erste Frage heran: nach dem Ursprung des Leids.
Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Gedankenanstößen.

Solche Gedanken können helfen, eigenes Leid besser einzuordnen, es vielleicht eher anzunehmen – oder zumindest zu erkennen, was wir dem Leid entgegensetzen können.

Ein erster Grund des Leidens liegt in unserer Geschöpflichkeit, also darin, dass wir vergänglich sind.
Alles, was geschaffen ist, ist dem Werden und Vergehen unterworfen.
Das können wir überall beobachten. Leben ohne Leid gibt es nicht.

Schon am Anfang des Lebens steht Schmerz: bei der Geburt.
Neues Leben entsteht – ganz natürlich – nicht ohne Schmerzen.

Und auch jetzt, wo der Frühling langsam vor der Tür steht, sehen wir es wieder: Was im Herbst und Winter abgestorben ist, beginnt neu zu wachsen.
Ohne Sterben kein neues Leben.

Doch genau in dieser Vergänglichkeit liegt auch ein Grund des Leidens der ganzen Schöpfung.
Darum sehnt sich unser Glaube nach Vollendung: nach einer Wirklichkeit, in der es kein Werden und Vergehen mehr gibt, sondern nur noch die Ewigkeit, dieses große „Jetzt“, in dem das Leid aufgehoben sein wird.

Ein zweiter, ganz entscheidender Grund des Leidens begegnet uns in der heutigen Lesung – und er betrifft etwas, das ganz wesentlich zum Menschsein gehört: die Freiheit.

Menschliche Freiheit gibt es nicht ohne Risiko.
Wo Menschen frei handeln können, da besteht immer auch die Möglichkeit von Leid und Not.
Überall dort, wo wir menschengemachtes Leid sehen, hat es seinen Ursprung in dieser Freiheit.

Und diese Freiheit ist ein Geschenk Gottes.

Wenn wir also angesichts von Leid, das Menschen verursachen, Gott fragen: „Warum lässt du das zu?“, dann sollten wir bedenken:
Wir klagen damit auch über das Geschenk der Freiheit selbst.

Freiheit ist nicht zu haben ohne die Möglichkeit, sie missbräuchlich zu nutzen.

Darum kann es hilfreich sein, bei erfahrenem Leid zuerst zu fragen:
• Welchen Anteil hat der Mensch daran?
• Und hätte es eine Möglichkeit gegeben, anders zu handeln?

Wo das der Fall ist, stehen wir vor dem Problem – oder besser: vor dem Wagnis – der Freiheit.

Der Preis der Freiheit ist hoch.
Sie ist nicht zum Nulltarif zu haben.
Das zu erkennen, kann uns auch wachsam machen, wenn Freiheit bedroht oder eingeschränkt wird – sei es offen oder schleichend.

Freiheit hat das Potential, zerstörerisch zu sein.
Sie kann Ursache von Leid und Tod werden.
Aber sie schenkt uns zugleich die Möglichkeit, für das Gute einzustehen.

Sie gibt dem Guten überhaupt erst eine Chance.

Darum ist die menschliche Freiheit für den einen Fluch, für den anderen Segen.
In jedem Fall aber eröffnet sie uns allen die Möglichkeit, immer wieder neu nach dem Guten zu streben und der Liebe zum Durchbruch zu verhelfen.

Das bringt die heutige Lesung sehr ermutigend auf den Punkt:

„Wenn du willst, wirst du die Gebote bewahren.
Er hat dir Feuer und Wasser vorgelegt –
wonach du greifst, das wird dir gehören.
Vor den Menschen liegen Leben und Tod.
(…) Keinem befahl Gott, gottlos zu sein,
und keinem erlaubte er zu sündigen.“

Auch das gehört zur Erzählung von der Erbsünde: Erst durch die Freiheit des Menschen war es möglich, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen.
Mit dieser Erkenntnis erhielt der Mensch die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden – und damit auch das Werkzeug für Leid und Not oder für Heil und Segen in die Hand.

Die Frage bleibt also offen – und sie richtet sich an uns selbst:

Wonach wollen wir in unserem Leben greifen,
damit Leid und Not in dieser Welt zumindest weniger werden?




„Wen der Herr liebt, …“

Über eine echt problematische Lesung am 21. Sonntag im Lesejahr C

Schriftlesung: Hebräer 12,4-13 | Einheitsübersetzung 2016 :: ERF Bibleserver

Ich erinnere mich:
Als ich als Kind einmal meine Oma besuchte, fand ich in ihrem Schrank einen Stock mit Lederriemen.
Ich fragte sie, was das ist. Sie sagte: „Eine Kopppeitsche.“ Damit hatte mein Opa früher seine Kinder geschlagen.

Symbolbild, Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Da wurde ich traurig. Auch mein Vater war als Kind so behandelt worden. Anfangs, als Familienvater, hielt er es auch für normal, uns Söhne durch Schläge zu erziehen und zu bestrafen.



Dabei war unser Vater war eigentlich liebevoll. Er war selbständiger Handwerker, aber sonntags nahm er sich Zeit für uns Kinder, da war er für uns da.

Wir liebten ihn sehr, vielleicht auch deshalb, weil er bald von solchen ’schlagkräftigen Erziehungsmethoden‘ Abstand nahm. Meine Eltern lernten gemeinsam: Liebe hat nichts mit Gewalt zu tun.
Ich finde diese Entwicklung, die sie gemeinsam zugelassen haben, großartig!

Symbolbild, Bild von Daniela Dimitrova auf Pixabay

Und obwohl sie uns später nicht mit körperlicher Gewalt erzogen, sind wir, ihre sechs Söhne, alle gut durchs Leben gegangen.
Wer hat denn nun Recht: die heutige Lesung oder meine Eltern mit ihrem Erziehungsstil?!

Gerade wegen dieser persönlichen Erfahrung empfinde ich die heutige Bibellesung als schwierig und äußerst problematisch.
Sie ist eine Herausforderung, darüber zu predigen – und trotzdem will ich mich ihr stellen.

Denn ich finde darin einen wichtigen Gedanken, der es wert ist, im Mittelpunkt zu stehen.
Um das zu verstehen, müssen wir uns die Absicht des Apostels Paulus anschauen.
Sein Brief sollte den Glauben von verunsicherten Christen stärken, die Verfolgung, Zweifel und Enttäuschungen erlebt hatten. Paulus wollte ihnen Mut machen, damit sie im Alltag mit ihrem Glauben standhalten konnten.

Bild einer künstlichen Besamung einer Bienenkönigin, Bild von xiSerge auf Pixabay

Er spricht von „Züchtigung“; wir kennen das damit verwandte Wort „Zucht“, die eine
gezielte und geplante Erziehung und Prägung meint, z.B. in der Pflanzen- oder Tierzucht.
Dafür benutzte Paulus aber Bilder aus seiner Zeit – Bilder, die uns heute fremd erscheinen.
Denn diese Bilder greifen eine zentrale Frage auf, die schon im Alten Testament eine große Rolle spielte:
„Welchen Sinn hat Leid?“
Die damalige Antwort lautete: Leid kann den Menschen erziehen.

Für mich ist das ein sehr schwer erträglicher Gedanke – zumindest auf den ersten Blick.

Doch wenn Menschen leiden oder mit anderen mitleiden, passiert tatsächlich etwas mit ihnen.
Im besten Fall setzen sie sich mit dem Leid auseinander und suchen Wege, damit umzugehen – allein oder mit Hilfe von Familie, Freunden, Therapeuten, Seelsorgern und anderen.
Dabei kann ein tieferes Verständnis für das eigene Leben entstehen, vielleicht sogar ein neuer Blick auf den Sinn des eigenen Lebens.
Auch ich habe so etwas erlebt.

Mein Vater starb mit 45 Jahren, ich war damals 17.
Als er krank wurde, war ich gerade 10 Jahre alt.
Er hatte einen Hirntumor und litt fast acht Jahre lang daran. Das war für ihn und unsere ganze Familie eine schwere Zeit – auch finanziell. Aber wir hielten zusammen.
Als Kinder begleiteten wir unseren Vater auf Spaziergängen, betreuten ihn in unserer Freizeit in gewisser Weise, später halfen wir bei seiner Pflege zu Hause.
Das waren Erfahrungen, die eigentlich kein Kind machen sollte. Aber wir wurden nicht davor bewahrt.
Und gerade in dieser schweren Zeit haben wir eine besondere Nähe und Verbundenheit in unserer Familie erlebt, die es ohne das Leid vielleicht nie gegeben hätte.
Diese Erlebnisse haben mich sehr geprägt. Sie machten mich sensibel für den Umgang mit Leid – bei mir selbst und bei anderen. Vielleicht war das auch ein Grund, warum ich später Seelsorger geworden bin.
Natürlich hatte diese Zeit auch ihren Preis: Unsere Jugend war nicht unbeschwert.
Ich war noch nicht einmal 18 Jahre alt, als ich schon meine erste Ausbildung abgeschlossen hatte, nur damit ich mehr Geld verdienen und die Familie mit unterstützen konnte. Auch meine Brüder haben ihren Teil dazu beigetragen.
Nein, es war keine gute Zeit.
Aber sie hat mich stärker gemacht und mir Sicherheit im Umgang mit Leid gegeben – im Blick auf andere und hoffentlich auch für mein eigenes Leben, falls mich einmal schweres Leid trifft.

Wenn Paulus also davon spricht, dass das Leid den Menschen erziehen kann, dann kann ich ihm aus meiner eigenen Erfahrung heraus zustimmen.
Das Leben bringt uns manchmal harte Prüfungen, die uns für das zurüsten können, was noch kommt.
Heute spielt das auch eine wichtige Rolle für die persönliche Resilienz.

(Anm.: Die Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.)

Resilienz, Symbolbild, Bild von Rosy / Bad Homburg / Germany auf Pixabay

Aber – und das ist mir wichtig – das kann auch ganz anders ausgehen.
In meiner Arbeit in der Psychiatrie sehe ich oft, dass Menschen an diesen „Züchtigungen des Lebens“ zerbrechen.

Darum glaube ich:
Leid ist weder ein gutes Erziehungsmittel noch ein Weg, den man sich wünschen sollte.
Ich selbst könnte gut darauf verzichten.
Nur: das Leben lässt es nicht zu, Leid einfach zu vermeiden.

Also versuche ich, damit umzugehen, damit es mich nicht zerstört, sondern ich – durch den bewussten Umgang damit – vielleicht sogar in meinem Leben gestärkt werde, und so besser gewappnet bin für die Herausforderungen meines Lebens und meines Glaubens.




3. Sonntag der Osterzeit

Bild von falco auf Pixabay

Leere -> Fülle – Versagen -> Heilung

Impuls zu Johannes 21, 1-19

Heute stehen wir am See von Tiberias.
Hier treffen menschliches Bemühen und Gottes Kraft auf besondere Weise zusammen.

Die Jünger sind nach einer langen, anstrengenden Nacht aufs Wasser hinausgefahren.
Sie haben gefischt – und nichts gefangen.
Ihre Netze bleiben leer.
Ihre Hände sind müde, ihre Hoffnungen enttäuscht.

Am Ufer aber steht Jesus.
Er sagt nur: „Werft das Netz auf der rechten Seite aus!“ (Joh 21,6)
Dieses eine Wort ändert alles.
Die Jünger folgen, und plötzlich ziehen sie so viele Fische ins Boot, dass das Netz fast reißt.
Aus Leere wird Fülle, aus Mühe Überfluss.

Ähnlich geht es uns oft: Wir arbeiten hart und sehen keinen Erfolg.
Dann kann ein einziger Hinweis von außen uns eine neue Perspektive geben.
Wir merken, dass wir nicht allein kämpfen.
Das Netz, das wir auswerfen, ist ein Bild dafür, wie wir mit Jesus zusammenarbeiten – auch wenn es uns seltsam vorkommt.

Nach diesem reichen Fang wendet sich Jesus an Simon Petrus.
Er fragt ihn dreimal: „Liebst du mich?“ (Joh 21,15–17)
Dreimal erklingt die Frage – fast wie ein Echo auf Petrus’ dreimaliges Verleugnen.

Doch hier geht es nicht um Schuld, sondern um Heilung und Nähe.

So auch in dem Film „Die zwei Päpste“ aus dem Jahr 2019 mit Anthony Hopkins als Papst Benedikt und Jonathan Pryce als Kardinal Bergoglio, dem späteren Papst Franziskus.
Dort begegnen sich Papst Benedikt XVI. und Kardinal Bergoglio.
In einem eindrücklichen Gespräch sprechen sie über Schuld, Sünde und Vergebung – vor dem Hintergrund des Versagens der Kirche auch im Umgang mit sexuellem Missbrauch.
Besonders bewegend ist Bergoglios Einsicht, dass Sünde mehr ist als ein Fleck, der sich einfach abwischen lässt. Er sagt:

„Sünden sind keine Flecken, die man einfach entfernt, sondern Wunden; sie müssen geheilt werden.“

Diese Worte führen uns mitten in das Herz unseres Glaubens: Wahre Heilung beginnt dort, wo wir Schuld nicht verdrängen, sondern sie ansehen, anerkennen – und heilen lassen.

Dies geschieht heute im Evangelium mit Petrus.


Diese Szene im heutigen Evangelium zeigt uns noch ein anderes:

Nachfolge ist keine einmalige Entscheidung.

Jedes „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe“ lässt Petrus sein Herz neu entdecken.
In jeder Wiederholung spürt er, wie seine Liebe zu Jesus wächst.
Und immer wieder hört er den Auftrag: „Weide meine Schafe.“

Unser Weg führt immer wieder ans Ufer – zu unseren leeren Netzen: wir sehen keinen Erfolg, in unserem Bemühen der Nachfolge.
Aber jedes Mal, wenn wir auf Jesus hören und unser Netz ein zweites, drittes Mal auswerfen, kann unser Leben neuen Sinn und neue Fülle bekommen.

Auch wir haben Phasen, in denen unsere Netze leer bleiben: in Freundschaften, in Projekten, in unserem Glauben.
Vielleicht erinnert uns dann eine kleine Stimme daran, wie Gott uns schon einmal geholfen hat.
Vielleicht war es ein Wort, das uns neuen Mut gab, oder ein Moment, in dem wir Trost spürten.

Wenn wir ohne großen Plan aber mit offenem Herzen unser Netz erneut auswerfen, merken wir oft: Gehorsam im Glauben ist manchmal schwer, kann aber auch befreiend sein.

Die gute Nachricht durchdringt unser Leben.
Sie füllt unsere leeren Räume und schenkt Überfluss.

So lädt uns die Geschichte am See und das Gespräch zwischen Jesus und Petrus ein, nicht an unserem Scheitern festzuhalten.
Vielmehr dürfen wir offen sein für Jesu behutsames Fragen und seine sanfte Führung.
In dieser Offenheit liegt Lebendigkeit.
Sie verbindet uns mit Christus – und untereinander.
Gemeinsam werfen wir unser Netz aus – um den Reichtum Gottes immer wieder neu zu entdecken.

„Jesus lebt!“ – Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay



Heilige Woche

Palmsonntag –

Ein Tag in einer Stadt voll Hitze.
Menschen strömen durch die Straßen Jerusalems,
und Jesus, der auf einem Esel sitzt,
wird von Jubel und Anerkennung getragen.
Kleider und Zweige liegen auf dem Pflaster –
eine einfache Einladung,
ein stiller Applaus für den, der anders ist.

Gründonnerstag –

Am Tisch, der mehr als nur Essen teilt,
versammelt sich eine Gruppe, die noch nicht weiß,
dass dies ein einmaliger Moment ist.
Brot, Wein und leise Worte werden zum Abschied,
das letzte gemeinsame Mahl mit den Vertrauten,
ohne zu ahnen, wie sehr sich alles verändern wird.

Karfreitag –

Dann kommt der Augenblick,
der alles in Bewegung setzt.
Ein Verrat, der in den Gesichtern
ein falsches Lächeln trägt,
und Jesus geht einen Weg,
den er längst vorhergesehen hat –
einen Weg voller Schmerzen
und Momenten voller Hohn
Leugnung und Tränen.

Unter den kritischen Blicken,
inmitten von Spott und Ablehnung,
sind da auch leise Akte der Menschlichkeit:
Frauen, die am Straßenrand weinen,
und Veronica,
die ihm ein Schweißtuch reicht,
als stumme Geste, als Versuch,
den Schmerz erträglicher zu machen.

Zum Schluss stehen nur die ganz Treuen:
Maria, die mütterlich schweigend aushält,
Maria von Magdala,
die mehr sieht als nur den Moment,
und Johannes,
dessen stille Nähe mehr sagt als Worte.
Und während das Leben an IHM zu zerbrechen scheint,
hallt leise ein Satz durch die Menge –
ein Soldat, der erkennt:
„Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!“

Doch hier endet die Geschichte nicht.

Karsamstag –

der Tag der Grabesruhe,
ist kein leiser, endgültiger Abschied,
sondern das Versprechen eines neuen Anfangs.
Denn am Ende hat das Leben
das letzte Wort –
eine Auferstehung, die alle Schatten vertreibt,
ein Beweis,
dass das Licht
immer
über den Dunkelheit triumphiert.

© Gerd A. Wittka, 12.04.2025




In dunklen Zeiten

ein Zuhause bauen – für alle

In dunklen Zeiten, wo Hass und Hetze uns entgegenwehen,
ruft der Heilige Geist – manchmal mit leiser aber fester Stimme:
Du bist berufen, Mitgefühl zu leben,
Botin und Bote der Liebe in einer Welt zu sein, die vom Sturm der Vorurteile zerrissen wird.

Die Schatten des Extremismus verdunkeln den Tag,
doch der Glaube an Menschlichkeit leuchtet wie die Morgenröte,
dringt die Todeskälte und durchbricht die starre Nacht,
in der sich Angst ausbreitet, wie wucherndes Dornengestrüpp

Strecke die Hände aus, wo Mauern des Hasses stehen,
sprich Worte der Hoffnung und Bestärkung
und nicht des Zweifels und der Missgunst.

Gemeinsam wollen wir weben ein Band aus Geschwisterlichkeit,
ein Netz, das selbst den tiefsten Abgrund
mit Hoffnung und Liebe überbrückt.

Wenn der Wind des Extremismus uns entgegenweht,
stehen wir fest – mit Herzen, die im Takt der Liebe schlagen.

Denn in der Nächstenliebe liegt unser aller Zukunft,
die eine Welt erschafft, in der wir alle als geliebte Kinder
des einen Gottes ein Zuhause finden.

© Gerd Wittka, 2025




Merry chrismas

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünsche ich allen …

und Frieden den Menschen überall auf der Erde.
Möge die Liebe über den Hass siegen und die Kräfte von Hass und Gewalt überwunden werden.
Mögen jene, die das Leid der Menschen für ihre menschenfeindliche Ideologie missbrauchen verstummen und ihre Hetze nicht auf fruchtbarem Boden fallen.


Bild: Krankenhaus-Kapelle des ev. Johanniter-Krankenhauses in Oberhausen. Finanziert und dekoriert von der evangelischen und katholischen Krankenhaus-Seelsorge, copyright: Gerd A. Wittka, 2024