04.05.2026

Muskelschmerzen und -zuckungen

Symbolbild, Bild von Birgit auf Pixabay

*Muskelzuckungen im Liegen bei Entspannung*

Seit einigen Monaten habe ich verstärkt Probleme mit meiner Beinmuskulatur. Sie schmerzt oft ohne große Anstrengung, so als hätte ich eine große Wanderung gemacht. Ein inneres Brennen.

Und wenn ich mich hinlege, um zu entspannen, führt das oft zu unwillkürlichen spontanen Muskelzuckungen.

Ich habe es mit *Nervus-Vagus-Stimulation* versucht und auch mit *einfachen Magnesiumpräparaten* aus dem Drogeriemarkt.

Im Austausch in einer Selbsthilfegruppe vor Ort und auch bei facebook wurde ich dann aufmerksam, und zwar:

a) auf Magnesium-Komplex-Präparate

Magnesium ist nicht gleich Magnesium. Und die Verschiedenen Formen, in denen Magnesium verfügbar ist (chemisch kenne ich mich da überhaupt nicht aus), wirken auch unterschiedlich, auf Muskulatur, Nerven, etc.! Deshalb wurde mir empfohlen, dass ich unbedingt hochwertige und hochdosierte Magnesium-Komplex-Präparate nutzen sollte. Habe ich gemacht; half auch etwas, aber nicht so richtig.

b) Auf die Menge kommt es an!

Dann wurde ich bei facebook darauf aufmerksam, dass ich es vielleicht höher dosieren sollte.

• Ich hatte bislang nur eine Tablette genommen und dann auch nur dann, wenn ich bereits die Muskelzuckungen hatte.

Da ich groß und ziemlich gewichtigt bin, habe ich auf *zwei Kapseln* erhöht.

– Vor dem zu Bett gehen

Ferner wurde ich darauf hingewiesen, dass ich es schon vor dem Zubettgehen nehmen solle.

Das habe ich dann auch gemacht: Doppelte Dosis und vor dem Zubett-Gehen

Und ich spüre eine Verbesserung.

Zwei Nächte in Folge hatte ich keine Muskelschmerzen und auch keine -zuckungen mehr.

Da ich mich aber die letzten beiden Tage relativ geschont habe, muss ich nun mal schauen, wie es aussieht, wenn ich wieder in einer übliche Tagesbelastung komme.

Ich wollte euch dieses nur mal mitteilen; vielleicht ein Hinweis auch für andere Betroffene.




22.04.2026

Symptomwechsel

Seit einigen Wochen nehme ich eine Symptomveränderung wahr.

Als Grundsymptom ist die Erschöpfung geblieben – nach leichteren Anstrengungen (körperlich wie kognitiv) ermüde ich, bin platt und kann mich nur schwer konzentrieren.

Seit einigen Wochen nehme ich aber auch wahr, dass meine Muskulatur Probleme bereitet und zwar durch Schmerzen und durch unwillkürliche Muskelzuckungen.

Dies betrifft insbesondere die Beine und den Bauchbereich.
Es gibt aber auch Tage, da habe ich Muskelschmerzen in den Armen, die bis in den Schulterbereich hineingehen.

Die letzte Nacht wurde ich gegen 04.00 Uhr wach, hatte Schmerzen in beiden Oberschenkeln, aber stärker im linken Bein, die bis in den Bauchraum ausstrahlen.
Dazu dann wieder die unkontrollierten und unkontrollierbaren Muskelzuckungen.
Ich merke, wie sich eine innere Spannung in der Muskulatur aufbaut, wie ein Vulkan kurz vor der Eruption.
Und dann entlädt sich die Spannung buchstäblich in spasmenartige Muskelzuckungen, die nur einen kurzen Augenblick dauern, um dann nach wenigen Sekunden wieder zu kommen.

Ich benutze seit einigen Monaten eine hervorragende App, mit der ich meine Beschwerden und Symptome sehr gut dokumentieren kann ‚Chronic Insights‘ von James Allen:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.chronicinsights&pcampaignid=web_share

Heute wird sich zeigen, wie ich durch den Tag komme.

Jetzt habe ich erst einmal Kaffee gemacht, die ‚Laudes‘ gebetet [damit der Herr auch zu seinem Recht kommt! 😉 ].
Dann etwas frühstücken und schauen, ob ich noch etwas in den Schlaf komme …?




12. Januar 2026

Crash – the day after

These: Crashes bei Long-Covid weisen mich fast immer darauf hin, dass ich zu wenig für mich gesorgt und eingestanden bin

Die vergangene Nacht war von massiven Albträumen geprägt.
Gegen 02.00 Uhr wachte ich auf, mit unkontrollierten Muskelzuckungen am ganzen Körper.
Ein untrügliches Zeichen, dass ich mich total übernommen hatte.

Müde und erschöpft, fand ich dann erst wieder nach 04.00 Uhr in den Schlaf (‚tired and wired‘).

‚Nachher ist man immer schlauer‘ – das Wort gilt auch in diesem Fall

Am Tag vorher hatte ich mich übernommen und überfordert. Aber das wollte ich erst zu spät wahr haben.
Da waren Aktivitäten, die über das Maß hinaus gingen, was ich erfahrungsgemäß gut leisten kann, ohne mich zu überfordern.
Da war Freude und auch Ehrgeiz an Aktivitäten, die mir viel bedeuten und in meinem Leben wichtig sind.
Sie machen mein Leben freundlich, hell und lassen meine kreative Seite zur Geltung kommen. (Sowas nennt man gemeinhin auch *Eu-Stress*, wobei das ebenfalls Stress in dem Sinne ist, dass dabei Energie verbraucht wird.
Dazu kamen aber auch Reizüberflutungen und Energieverbrauch durch Menschenansammlungen, durch auditive und visuelle Reize.
Ich mag nicht einfach von ‚Lärm‘ schreiben, denn das klingt so negativ.

[Exkurs:

Es gibt auch auditive Reize, die man durchaus als angenehm oder im Normalfall sogar als wünschenswert betrachtet.
Ein Beispiel: Abgesehen von Diskotheken für Menschen mit Hörbehinderungen würde wohl niemand in eine Diskothek gehen, wo nicht ‚ordentlich aufgedreht‘ wird, damit man bei toller Musik abtanzen kann.
Oder niemand würde viel Geld für ein Konzertbesuch ausgeben, dann aber kaum was hören können.
Es gibt also bestimmten Lärm, der erwünscht ist.

„Wo kann ich übermäßigen ‚Energieverbrauch‘ einsparen?!“ – Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay

Nur: bei Long-Covid-PatientInnen wirkt sich auch der Lärm, der von anderen gewünscht oder zumindest nicht als belastend empfunden wird, negativ aus.
Denn Reize jedweder Art zehren an der Kraft und sind auch Energiefresser. Nur merken Menschen mit Long-Covid das deutlicher als ‚gesunde‘ Menschen.]


Die Herausforderung: Crashes zu vermeiden, erfordert eine hohes Maß an Konsequenz und Ich-Stärke

Die alltäglichen Arbeiten, ob im Beruf oder im eigenen Haushalt, die Aktivitäten in Freizeit und Hobby,
alles, was ein normales und gesundes Leben ausmacht und was einem selber nicht nur Pflicht, sondern auch Kür ist, all das wirkt sich auf die Energiebilanz eines Menschen aus.
Besonders gravierend ist die Beachtung dieser Energiebilanz bei Menschen mit Long-Covid und jenen die an ME/CFS erkrankt sind.
Denn sie verfügen erstens nur über ein reduziertes Maß an täglichem Energievorrat und dieser wird meist auch noch viel schneller aufgebraucht.

Ein Bild – ein Beispiel:
Mir scheint es so, als würde ich einen Lebensmotor betreiben, der eher 10-12 Ltr. Sprit auf 100 Kilometer verbraucht, als ein sparsamerer Motor, der mit 3-5 Liter auf 100 Kilometer hinkommt.
Dabei ist mein Motor nicht unbedingt älter.
Aber mein Motor scheint sich durch meine Corona-Erkrankung 2022 verändert zu haben, nämlich der Art, dass ‚mein Motor‘ nun deutlich mehr Sprit verbraucht als früher, aber die Ursache ist nicht zu finden!

Wie gut man selber aber für sich sorgen kann, hängt wesentlich auch von der sogenannten ‚Ich-Stärke‘ ab. Das meint die Fähigkeit, stringent und konsequent den eigenen Weg zu gehen und auch die Fähigkeit gut für sich selber sorgen zu können.

Doch hier beginnen oft andere Herausforderungen.
Da werden wir mit Erwartungen konfrontiert, mit Erwartungen von außen (vermeintlichen oder tatsächlichen Erwartungen), aber auch Erwartungen von innen, also durch uns selbst, die wiederum doch anerzogene Konventionen oder aber auch durch Selbstansprüche gesteuert werden.

„Wie stehe ich da, wenn ich mich jetzt so anders verhalte, als es (von mir selber) erwartet wird?“
„Wenn ich mein Ding durchziehe (von dem ich weiß, dass es für mich gut ist), dann falle ich wieder auf und bin vielleicht jemand mit seiner eigenen Choreographie, die als ‚da tanzt er wieder aus der Reihe‘ wahrgenommen wird.“

Solche oder ähnliche Gedanken machen es einem dann noch schwerer, manchmal sogar unmöglich, wirklich gut für sich zu sorgen.

Und da ist jetzt nicht einmal ‚guter Rat teuer‘, denn meistens wissen meinesgleichen schon selber sehr gut, welcher Rat nun befolgt werden sollte.
An guten Ratschlägen mangelt es nicht, beileibe nicht!

‚Wer gut für sich selber sorgt, fällt auf, wie ein unangepasst wirkender Mensch! – Aber die Richtung ist eigentlich ganz klar!“
– Bild von Cord Allman auf Pixabay

Nein, es mangelt oft an ausreichend Selbstbewusstsein und Ich-Stärke auch sein eigenes Ding durchzuziehen, das für mich selber heilsam und gut ist.

In solchen Situationen brauchen wir als Umgebungen, in denen es uns leicht(er) fällt, gut für uns zu sorgen.

Und dass bringt mich zur einer weiteren erschreckenden Beobachtung:
gestern gab es sogar bei mir diese ‚gute Umfeld‘.
Dort ist meine Erkrankung bekannt und ich weiß definitiv, dass man für mich Verständnis hat, wenn ich gut für mich sorge.

Deshalb bin ich um so bestürzter über mein eigenes Verhalten.

Es macht mir deutlich, dass ich gut beraten bin, bei mir an einem stärkeren Selbstbewusstsein zu arbeiten!
Diese Einsicht mag einige meiner LeserInnen überraschen, die mich sonst ganz anders kennen, besonders auch aus beruflichen Zusammenhängen und die mich vielleicht dort als selbstbewusst, stringent und konsequent erleben.
Doch im Kern wütet manchmal eine kritische Selbstreflexion, die auch das Potential hat, die Ich-Stärke anzugreifen.

Das ist ein weiteres Leiden, dass zu der Komplexität von Long-Covid bei mir dazu kommt.


Nun mag man sich fragen, warum ich damit hier so offen umgehe?
Weil ich glaube und fest davon überzeugt bin, dass ich nicht der einzige Mensch auf der Welt und unter denen bin, die an Long-Covid erkrankt sind.
Auch den anderen Leidensgenossinnen möchte ich dadurch ermutigen, sich auf dieser Seite der eigenen Persönlichkeit zu stellen, weil sie kein Makel ist, aber wohl eine Herausforderung, die wir – vielleicht auch gemeinsam in unseren Selbsthilfegruppen – bearbeiten können.