Für gesunde Menschen ist das ein netter Wochenendausflug. Für mich ist es eher ein kleiner Strategie‑Gipfel mit Windkraft‑Gegnern.
Erste Erkenntnis: Ohne E‑Bike? Keine Chance. Mit E‑Bike? Möglich – aber nur, wenn der Motor nicht schon beim ersten Windstoß beleidigt aufgibt.
Darum habe ich mir dieses Jahr ein E‑Bike mit einem Akku gegönnt, der gefühlt auch ein kleines Dorf beleuchten könnte: 800 Watt.
Gesunde Menschen würden damit vermutlich quer durch Europa fahren. Ich dagegen freue mich, wenn ich damit einfach mal auf „Sport“ oder – an besonders anspruchsvollen Tagen – sogar auf „Turbo“ schalten kann, ohne dass mein Post‑Covid mich sofort in die Knie zwingt.
Und siehe da: Die Tour hat geklappt. Ja, ich habe sie danach deutlich gespürt. Ja, heute ist Ruhetag. Aber ich war draußen, ich habe Natur gesehen, Wind gerochen, Wolken beobachtet – und mich ein kleines Stück frei gefühlt.
Mir ist wichtig, trotz Post‑Covid Wege zu finden, die mir Teilhabe ermöglichen. Dinge, die für Gesunde ein Klacks sind, sind für mich manchmal kleine Expeditionen. Aber genau deshalb bin ich dankbar für Technik, die mich unterstützt, statt mich auszubremsen.
Dem E‑Bike sei Dank – mein persönlicher kleiner Superheld auf zwei Rädern.
25.09.2026
(c) Gerd A. Wittka, 25.09.2026, bearbeitet mit KI
Was denkst du, wenn du dieses Bild von mir siehst? Gemütlich? Denkst du an Bequemlichkeit oder gar Müßiggang?
Falsch gedacht – das hier ist kein Wellness-Urlaub, sondern knallharte Pflicht!
Ich liege wieder einmal im Bett, nicht etwa aus Liebe zu kuscheligen Kissen, sondern weil meine Kräfte beschlossen haben, heute ihren Dienst zu verweigern.
Der Tag begann vielversprechend: Aufstehen, Kaffee kochen, Laudes beten, Frühstück machen, essen – und zack, war’s das.
Die bleierne Erschöpfung kam wie ein schlecht gelaunter Türsteher und schickte mich zurück ins Bett.
Schlafen? Fehlanzeige. Ich lag einfach da, schachmatt, erledigt, erschöpft, aber nicht müde.
Nach einer Stunde regenerativer Horizontal-Existenz wollte ich eigentlich noch etwas Großes wagen: eine kleine Fahrradrunde, knapp 10 km – für dich vielleicht Kinderkram, für mich ein Projekt, das sich wie eine Expedition anfühlt und sorgfältig in Tagesplan und Pacing eingepasst werden muss.
Gesagt, getan:
Während der Fahrt blies mir der Wind seinen eisigen Atem ins Gesicht. Kein Problem mit dem E-Bike – einfach die Unterstützung hochschalten!
Doch der Fahrrad-Computer hatte andere Pläne und empfahl mir, die Power zu drosseln. „Nee!“, dachte ich. „Das hättest du wohl gern, aber von meinem Post-Covid weißt du nichts. Diese Einstellung garantiert mir, dass ich die 10 Kilometer packe.“ Das Navi schickte mich über Stock und Stein, teilweise sogar über Reitwege, auf denen meine Reifen im Sand versanken. An „Fahren“ war da nicht zu denken – also schieben, mit Schiebehilfe. Lief erstaunlich gut. Weiter ging’s, bis mich das Navi zu einer Stelle führte, an der wirklich Schluss war. Also eine Umleitung gesucht, gefunden und mit einem kleinen Bonus von 2 Kilometern nach etwa 50 Minuten angekommen. Tempo? Naja, keine Glanzleistung – aber ich will ja auch nicht glänzen, sondern einfach mein Stück vom Freizeitkuchen genießen, so wie andere ganz selbstverständlich.
Daheim angekommen führte mein Weg – na, wohin? Genau, zurück ins Bett.
Meine Kräfte waren zwar nicht völlig erschöpft, doch mein Körper signalisierte klar: Erholung bitte!
Auf dem Foto sieht man, wie ich mir ein Stimulationsgerät für die Nervus-Vagus-Stimulation ans Ohr geklemmt habe. Das hilft mir, besser zu regenerieren – und manchmal schlafe ich dabei sogar ein. Dann bin ich glücklich und zufrieden. Und noch glücklicher, wenn ich nach etwa einer Stunde wieder aufstehen kann.
Die Gitterstäbe, die ich per KI ins Bild eingebaut habe, sollen daran erinnern, dass diese Ruhephasen nicht aus einer spontanen Laune entstehen, sondern oft eine Pflichtübung im Sinne des „Pacings“ sind.
In meiner Alltagsplanung nehmen mich diese Pausen regelrecht „gefangen“ – so wie die Gitter im Bild es humorvoll andeuten.
Seit einigen Monaten habe ich verstärkt Probleme mit meiner Beinmuskulatur. Sie schmerzt oft ohne große Anstrengung, so als hätte ich eine große Wanderung gemacht. Ein inneres Brennen.
Und wenn ich mich hinlege, um zu entspannen, führt das oft zu unwillkürlichen spontanen Muskelzuckungen.
Ich habe es mit *Nervus-Vagus-Stimulation* versucht und auch mit *einfachen Magnesiumpräparaten* aus dem Drogeriemarkt.
Im Austausch in einer Selbsthilfegruppe vor Ort und auch bei facebook wurde ich dann aufmerksam, und zwar:
a) auf Magnesium-Komplex-Präparate
Magnesium ist nicht gleich Magnesium. Und die Verschiedenen Formen, in denen Magnesium verfügbar ist (chemisch kenne ich mich da überhaupt nicht aus), wirken auch unterschiedlich, auf Muskulatur, Nerven, etc.! Deshalb wurde mir empfohlen, dass ich unbedingt hochwertige und hochdosierte Magnesium-Komplex-Präparate nutzen sollte. Habe ich gemacht; half auch etwas, aber nicht so richtig.
b) Auf die Menge kommt es an!
Dann wurde ich bei facebook darauf aufmerksam, dass ich es vielleicht höher dosieren sollte.
• Ich hatte bislang nur eine Tablette genommen und dann auch nur dann, wenn ich bereits die Muskelzuckungen hatte.
Da ich groß und ziemlich gewichtigt bin, habe ich auf *zwei Kapseln* erhöht.
– Vor dem zu Bett gehen
Ferner wurde ich darauf hingewiesen, dass ich es schon vor dem Zubettgehen nehmen solle.
Das habe ich dann auch gemacht: Doppelte Dosis und vor dem Zubett-Gehen
Und ich spüre eine Verbesserung.
Zwei Nächte in Folge hatte ich keine Muskelschmerzen und auch keine -zuckungen mehr.
Da ich mich aber die letzten beiden Tage relativ geschont habe, muss ich nun mal schauen, wie es aussieht, wenn ich wieder in einer übliche Tagesbelastung komme.
Ich wollte euch dieses nur mal mitteilen; vielleicht ein Hinweis auch für andere Betroffene.
22.04.2026
Symptomwechsel
Seit einigen Wochen nehme ich eine Symptomveränderung wahr.
Als Grundsymptom ist die Erschöpfung geblieben – nach leichteren Anstrengungen (körperlich wie kognitiv) ermüde ich, bin platt und kann mich nur schwer konzentrieren.
Seit einigen Wochen nehme ich aber auch wahr, dass meine Muskulatur Probleme bereitet und zwar durch Schmerzen und durch unwillkürliche Muskelzuckungen.
Dies betrifft insbesondere die Beine und den Bauchbereich. Es gibt aber auch Tage, da habe ich Muskelschmerzen in den Armen, die bis in den Schulterbereich hineingehen.
Die letzte Nacht wurde ich gegen 04.00 Uhr wach, hatte Schmerzen in beiden Oberschenkeln, aber stärker im linken Bein, die bis in den Bauchraum ausstrahlen. Dazu dann wieder die unkontrollierten und unkontrollierbaren Muskelzuckungen. Ich merke, wie sich eine innere Spannung in der Muskulatur aufbaut, wie ein Vulkan kurz vor der Eruption. Und dann entlädt sich die Spannung buchstäblich in spasmenartige Muskelzuckungen, die nur einen kurzen Augenblick dauern, um dann nach wenigen Sekunden wieder zu kommen.
Ich benutze seit einigen Monaten eine hervorragende App, mit der ich meine Beschwerden und Symptome sehr gut dokumentieren kann ‚Chronic Insights‘ von James Allen:
screenshot aus der App „Chronic Insights„, Gerd A.Witttka, 22.4.2926screenshot aus der App „Chronic Insights„, Gerd A.Witttka, 22.4.2926
Heute wird sich zeigen, wie ich durch den Tag komme.
Jetzt habe ich erst einmal Kaffee gemacht, die ‚Laudes‘ gebetet [damit der Herr auch zu seinem Recht kommt! 😉 ]. Dann etwas frühstücken und schauen, ob ich noch etwas in den Schlaf komme …?
13.02.2026
Pacing ist leicht – bis es schwer wird
Gestern habe ich mir wieder einmal selbst ein Bein gestellt. Der Tag fing eigentlich gut an: Arbeit im Krankenhaus mit Krankensalbung und zwei Gesprächen, ein bisschen Arbeit für den diesjährigen Ostergruß, die Planung der Bestellung von Osterkerzen – alles in einem Rahmen, der sich gut anfühlte.
Doch dann kam der Moment, in dem ich dachte: Ach, eine kleine Aufgabe geht noch.
Also habe ich mich noch an ein paar organisatorische unverzichtbare private Aufgaben gesetzt, die schon länger darauf warteten, erledigt zu werden. Es dauerte nur etwas über eine Stunde, aber die hat den Ausschlag gegeben.
Das Ergebnis kenne ich inzwischen nur zu gut.
Erst wurde mir schwindelig, dann war der Kopf wie Watte. Ich sage dann immer: „Ich habe Matsche im Kopp!“
Am Ende des Tages ging gar nichts mehr – nicht einmal fernsehen oder Musik hören.
Die Nacht war entsprechend unruhig.
Es ist frustrierend, weil ich eigentlich weiß, wie gut Pacing funktioniert, wenn ich mich konsequent daran halte.
Aber die Versuchung, „nur noch schnell“ etwas wegzuarbeiten, ist manchmal größer als die Vernunft.
Die Quittung kam prompt.
Heute steht deshalb ein Ruhetag an.
Hoffentlich reicht das, damit morgen zwei Gottesdienste möglich sind.
Jetzt heißt es erst einmal: langsam in den Tag kommen, zuhause bleiben, Kräfte sammeln.
Später reicht die Energie vielleicht für ein Telefonat – mehr aber auch nicht.
Long Covid bleibt ein strenger Lehrmeister. Und ich lerne immer noch.
07.10.2025
Die Welt der Tipps und Ratschläge – in Hülle und Fülle
Die nachfolgend verlinkte Kolumne aus der „Apotheken Umschau“ bringt es auf den Punkt! Bei Gelegenheit gerne mal lesen!
Von vielen Seiten bekomme auch ich – sicherlich auch wohlmeinende – Ratschläge. Aber keiner weiß so genau, was eigentlich zu tun ist. Und so wird es für mich manchmal auch stressig, mir diese vielen – gut gemeinten – Ratschläge anzuhören. Mittlerweile ist es sogar soweit, dass ich Sorge habe, zu meinem Hausarzt zu gehen und dann doch nur wieder in ein ratloses Gesicht zu blicken.
Bitte nicht persönlich nehmen! Ich verstehe ja, dass viele sich um mich sorgen und gerne helfen und unterstützen können. Aber wahr ist auch der Satz in der Kolumne: „Unheilbar heißt nicht unbehandelbar – gegen einzelne Symptome kann man hier und da etwas tun.„
Bei mir gibt es noch eine kleine ‚Hoffnung‘: bislang steht auf meiner Diagnose noch nicht ME/CFS, sondern ’nur‘ Post-Covid. Das liegt auch daran, dass die Diagnose von ME/CFS sehr schwierig ist und mitunter mehrere Jahre vergeht. Und ich habe nicht alle – Gott sei Dank – und nicht so gravierende Symptome, wie sie bei ME/CFS benannt werden. Das lässt mich hoffen, dass ‚dieser Kelch an mir vorübergehen‘ wird.
Also kann ich nur den mühsamen Weg gehen und schauen, was mir hilft, dass die Symptome nicht so stark werden und ich halbwegs gut durch den Tag, durch die Woche und die Monate komme und dabei nicht vollends deprimiert durchs Leben gehe.
Und wenn ich dann Menschen in meinem Umfeld habe, die das versuchen, mit mir auszuhalten, die akzeptieren, wenn ich – aus mittlerweile mehreren Monaten Erfahrungen – deutlich mache, was ich wohl schaffen und leisten kann und wann ich mir eine Ruhe- und Erholungsphase gönnen muss, dann wäre das das Größte und Schönste, was mir passieren kann: Menschen, die mich so akzeptieren und nehmen, wie ich bin und was ich kann!
Schön, dass ich solche Menschen um mich habe, die das immer wieder zeigen. Ja, ich weiß, dass meine und eure Hilflosigkeit auch frustrierend ist. Aber: gemeinsam auszuhalten ist schon großartig und vielleicht das Einzige, was ihr tun könnt.