Biafra
Oder: Wie ein Wort mein ‚Bild‘ von hungernden Menschen prägte

Inbegriff für den Hunger in der Welt
Es sind solche Bilder und das Wort „Biafra-Kind„, die meine kindliche Sicht von hungernden Kindern in Afrika geprägt haben. Erst viele Jahre später habe ich mich mit den Hintergründen von „Biafra“ beschäftigt.
Und hin und wieder wurde man als Kind auf die „hungernden Kinder in Afrika“ hingewiesen, wenn man nicht sorgfältig genug mit dem eigenen Essen umging.
Nun ist es sicherlich erzieherisch nicht die klügste Methode ein ’schlechtes Gewissen zu machen‘, um einen wertschätzenden Umgang mit der eigenen Nahrung zu erreichen.
Aber noch heute fällt mir der Begriff ‚Biafra-Kind‘ ein, wenn ich über das Thema des weltweiten Hungers nachdenke.
Welternährungstag
Heute, am 16. Oktober 2022 (übrigens nach mein Namenstag -> Gerardus Majella), begehen wir den Welternährungstag.
Er erinnert uns daran, dass täglich über 50.000 Menschen an den Folgen des Hungers sterben.
Er erinnert uns daran, dass auch heute noch, nach über 50 Jahren der Hungerkatastrophe in Biafra fast 768 Millionen Menschen unter chronischem Hunger leiden!

Zugleich bei uns immer wieder Bilder, von vergammelten Lebensmitteln, von Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist und von Geschäften ‚entsorgt‘ werden muss. (Leider habe davon keine lizenzfreien Bilder im Netz gefunden, sodass ich mich mit dieser Vektorgrafik zufrieden geben muss!)
Hunger bekämpfen
Der heutige Welternährungstag erinnert uns daran, dass wir noch immer nicht mit dem Hunger in der Welt fertig sind.
Der heutige Welternährungstag will uns dafür sensibilisieren, wie wir in den Wohlstandsländern dieser Erde mit unserer Nahrung und auch mit dem Überfluss an Nahrung umgehen.
Der heutige Welternährungstag stellt mir persönlich auch die Frage, wie mein eigenes Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht in Deutschland, sondern 1963 in Biafra geborgen worden wäre? Wahrscheinlich hätte ich diesen Text dann gar nicht mehr schreiben können, weil ich selber schon längst an den Folgen des Hungers gestorben wäre!
Helfen – Hunger stillen
Wir können helfen! Wir sind nicht hilflos!
Konkret: spenden!
- Welternährungsprogramm der UN
- Welthungerhilfe
- Ärzte ohne Grenzen (gegründet während des Biafra-Krieges)
„Nun ist es sicherlich erzieherisch die klügste Methode“… Fehlt da ein Wort, und es sollte eigentlich: „Nun ist es sicherlich erzieherisch *NICHT* die klügste Methode“ heißen? 😮
Persönlich bin ich jedenfalls der festen Überzeugung, dass man mit dem Erzeugen von schlechtem Gewissen, Schuldgefühlen und seelischem Druck niemals eine *gesunde* Haltung zu irgendwas bei einem Kind herstellen kann- 😟
Stattdessen sollte man Kindern doch lieber „einfach so“ die Welt zeigen und durch Bildung ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Andere es irgendwo sehr viel schlechter haben…
Ansonsten stimme ich dir völlig zu, dass Containern endlich nicht mehr unter Strafe stehen sollte (= das ist absurd 😱), und man mit Lebensmitteln grundsätzlich wertschätzend und nicht verschwenderisch umgehen sollte. 🙂
Viele liebe Grüße! VVN
Herzlichen Dank für den Kommentar und das aufmerksame Lesen meines Beitrags! Ich habe es korrigiert.
Ah! Oh! Tatsächlich war ich kurz irritiert- 😇
Und gelegentlich kann ich über solche belehrenden Sprüche in Richtung „Die Kinder in Afrika/in Land XYZ“ auch nur extrem böse Bemerkungen machen. Als ebenfalls in einem Entwicklungsland geborene und dort fast an Unterernährung/Hunger gestorbene Person sehe ich dieses – oftmals sogar missbräuchliche – „Schutzbefohlene zum Essen zwingen“ spannenderweise extra kritisch. Aber: das ist ein anderes Thema. 😊
Mit der Ergänzung des zuvor fehlenden „nicht“ kann ich jetzt jedenfalls komplett zustimmend nicken. 🌈
Erneute liebe Grüße! VVN